USA High School Jahr/ was ich gerne vor der Buchung gewusst hätte

Passend zum Thema hier noch ein ganz aktueller Aufruf von ZEIT-Online (05.06.24):

Hatten Sie ein schlimmes Auslandsjahr?

Während der Schule in die USA oder nach Thailand? Ein Auslandsjahr ist beliebt, wird aber nicht automatisch zur großartigen Erfahrung. Erzählen Sie uns, was schieflief.

[Auslandsjahr: Hatten Sie ein schlimmes Auslandsjahr? | DIE ZEIT]

Dort könnt ihr ebenfalls - unabhängig von o.g. Anfrage - eure Erfahrungen per Umfrageformular, per Kommentar oder per E-Mail mit der Redaktion teilen - auf Wunsch auch anonymisiert.

Es ist schön, dass diesem Thema öffentlich endlich mehr kritisches Augenmerk geschenkt wird - unsere Kinder sind keine Einzelfälle.

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Heute erreicht uns ein Link zu einem sehr interessanten Artikel aus Central Asia zum Thema, der auch aus unserem Forum zitiert.

https://www.newscentralasia.net/2024/06/15/sending-your-child-to-usa-as-exchange-student-be-wary-of-unscrupulous-placement-services-and-irresponsible-even-dangerous-host-families/

Man erkennt, dass auch andere Nationen ihre Kinder dem System J-1 USA Public High School Jahr z.T. hilflos ausgeliefert sehen – wir sind keine Einzelfälle.

Ich finde den Artikel sehr offen und gelungen, möchte aber nochmals hinzufügen, dass alleine mir aus dem vergangenen Schuljahr ein Dutzend amerikanische Agenturen bekannt sind, bei denen Ähnliches geschah und geschieht. Oft werden dieselben Gastfamilien trotz bekannter Probleme immer wieder vermittelt, zur Not wird einfach die Agentur gewechselt. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, man wäre bei Buchung über eine andere Agentur in Sicherheit.

Auch die empfohlenen Tipps vom CSFES finde ich ganz persönlich absolut hilfreich und nachvollziehbar. Nur, was nutzt es, wenn euch z.B. seitens deutscher Agentur erzählt wird, selbstverständlich wäre alles überprüft inkl. criminal background etc., man würde ALLES tun, um das perfect match für genau euer Kind zu finden? Denn zu Gesicht bekommt ihr diesen ‚proof‘ nicht und wenn ihr so etwas fordern würdet, wird die Agentur sicher gerne auf eure Buchung verzichten, denn der nächste Jugendliche steht vor der Tür. Was wollte man dann machen außer mit Gebühren kündigen und das Jahr platzen zu lassen? Ebenso die Frage, wie man wirklich verhindern wollte, dass das Kind durch Welcome Families geschubst wird oder die finale Familie dann eben auch eine geeignete ist? Der einzige ‚Schutz‘ bleibt die Kündigung § BGB 651u vor Reiseantritt, aber dann ist das Jahr dahin.

Daher wünsche ich mir weitere Berichterstattung, auch aus Deutschland, die die Verantwortung der nationalen Agenturen – in unserem Fall die der deutschen Austauschorganisationen – einmal näher beleuchtet. Denn hier ist werblich alles erlaubt, doch die Haftung für all diese Versprechungen geht gen Null. Fürsorgepflicht und Jugendschutz per deutschem Gastschulrecht / Reiserecht? Absolute Fehlanzeige. Ich persönlich finde das nach wie vor skandalös.

#auslandsjahr negative erfahrung
#albtraum auslandsjahr
#auslandsjahr vor buchung

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Uns werden ja fast täglich Dinge zugetragen, die von den Organisationen geäußert werden.
Momentan anscheinend sehr beliebt, wenn besorgte Eltern nachfragen und auf diverse Fälle verweisen: man solle nicht alles glauben, was man im Internet liest.

Liebe Eltern: fragt euch, wer etwas davon hat, euch geschmückte Geschichten zu erzählen.

Verzweifelte Eltern, deren Kindern im Ausland zum Teil größten Psychoterror und Ähnliches erlebt haben, die zum Teil juristisch belangt werden, weil sie sich kritisch äußern. Die aber keinerlei finanzielle Vorteile aus diesen Warnungen ziehen.

Oder Auslandsorganisationen, die zwischen 12.000-30.000 Euro pro Unterschrift einnehmen.

Und ich muss es auch an dieser Stelle noch einmal deutlich schreiben, da sich die privaten Fragen dazu häufen: ich persönlich würde keine Organisation empfehlen. Dachte ich im August letzten Kahres noch, wir haben einfach Pech gehabt, weiß ich es inzwischen besser und musste erfahren, dass dies einfach ein sehr perfides System des Menschenhandels ist.
Man KANN Glück haben….aber man kann eben auch „Pech“(und Pech bedeutet in diesem
Fall, dass das Kind ohne wirkliche Gründe nach Hause geschickt wird) haben. Und dann bekommt man so gut wie keine Unterstützung vor Ort oder von der Organisation aus der Heimat. Im Gegenteil.

Nochmal der dringende Appell: sagt euren Kindern, dass sie vor Ort auf keinem Fall irgendwelche Dokumente unterschreiben sollen, wenn es Probleme gibt

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Heute ein weiterer Punkt, den wir gerne vorher transparent gewusst hätten:

Extrakosten / Taschengeld

250,- USD im Monat? Dies ist die oft von Agenturen angegebene ‚Taschengeldempfehlung‘. Unter Taschengeld wird dabei die benötigte monatliche Summe für die Teilnahme an regelmäßigen Schul- und Freizeitaktivitäten, für Kommunikation, Eintritte, (moderates) Shopping etc. verstanden.

Über ein moderates Maß hinausgehendes Shopping oder Urlaube zusammen mit der Gastfamilie, z.B. für Hotelübernachtungen oder bisweilen horrende Eintrittssummen in Freizeitparks wie Disneyworld, laufen unter Sonderausgaben.

Nach Rückkehr unserer Kinder aus den USA stellen wir fest, dass diese Angabe nicht stimmt. Die Summe reichte bei keinem der Kinder aus dem befragten Umfeld aus, benötigt wurden im Durchschnitt mind. 350,- USD im Monat, z.T. auch mehr.

Wofür wurde Geld ausgegeben?

  • Mobilfunkvertrag / US Sim-Karte, ca. 50,- Euro p.M., s.u.
  • Shopping (keine Luxusobjekte)
  • Eintrittsgelder, Kino etc.
  • Schulessen! Laut Regeln des D.O.S. muss eine Gastfamilie dem Kind drei Mahlzeiten am Tag zur Verfügung stellen. Dies kann an Schultagen bedeuten, dass das Kind sich selbst ein Lunchpaket aus dem Kühlschrank der GF zusammenstellen kann/soll. Manche Agenturen verbriefen auch, dass die Gastfamilie ansonsten dem Kind Schulessen bezahlen müsste. Dies war jedoch nicht immer Realität. Viele Kinder zahlten de facto das Schulessen selbst, gingen stattdessen zu Coffee-Shops oder Fast Food, wenn das Schulessen allzu schlecht war. In manchen Staaten war das Schulessen kostenlos, aber man weiß bekanntlich nicht, wohin die Reise gehen wird.
  • Dinner! Einige Gastfamilien gehen abends regelmäßig essen oder bestellen Fast Food nach Hause. Einige Austauschschüler mussten dies stets komplett selbst zahlen (einige nicht). Manche Familien stellten insgesamt nicht ausreichend Essen bereit, sodass die Gastschüler sich zum Teil selbst versorgten (andere nicht) - wie gesagt, man weiß nicht, wohin das Kind kommt!
  • Sport! Wer Glück hat, kommt in eines der begehrten Sportteams, Fußball, Volleyball, Basketball, Hockey, Tracks u.s.w. – die Kosten für Schuhe, Trikots und anderes zahlt der Schüler selbst, hinzu kommen Teilnahmegebühren für Wettkämpfe u.a. - die Kosten sind nicht unerheblich!
  • Fast Food! Man wundert sich, wie hoch die Preise für Fast Food mittlerweile in den USA sind, bisweilen deutlich teurer als in Deutschland.
  • Geschenke! Zu Thanksgiving, spätestens zu Weihnachten, steht ihr vor der Frage, was man der Gastfamilie schenken könnte, auch um seine Dankbarkeit zu zeigen. Ob Onlinebestellung oder Postversand aus Deutschland, die Kosten sind nicht gering, wenn man etwas Nettes zusammenstellen will. Kann man als Extra verbuchen? Keiner von uns hätte sich dabei gut gefühlt, die Gastfamilie zu Weihnachten nicht zu beschenken!
  • Prom-Bälle! Ein Highlight im High School Jahr. Es gibt manchmal nicht nur einen, oft können die Kinder auch an den Bällen der benachbarten Schulen ihrer neuen Freunde teilnehmen. Doch die Ticketpreise sind nicht ohne – zwischen 40,- USD und 100,- USD lagen die Kosten – pro Ball! Hinzu kommt das Ballkleid bei Mädchen sowie Schuhe. Die brauchen die Mädchen aber eigentlich kaum, denn Mädchen müssen ohne Schuhe mit höheren Hacken tanzen – aufgrund der Verletzungsgefahr.

Noch ein Rat zum Mobilfunkvertrag: Einige Agenturen vermitteln Mobilfunkverträge über externe Anbieter, die auf Austauschschüler, Au Pairs etc (J-1 Visa) spezialisiert sind. Das Kind erhält mit den Unterlagen die SIM-Karte, die es vor Ort selbst aktiviert und auch selbst den Vertrag abschließt. Das ist gut und ein sicherer Weg. Möchte man eurem Kind die Kommunikation entziehen, muss man ihm also das Handy physikalisch abnehmen (auch das ist vorgekommen). Nicht gut ist es dagegen, wenn der Mobilfunkvertrag selbst bereits über die amerikanische Agentur, den LC (lokalen Koordinator) oder die Gastfamilie für den Austauschschüler abgeschlossen wird. Die Gefahr besteht, dass bei Problemen die SIM-Karte einfach deaktiviert wird und euer Kind erst einmal nicht mehr mit euch kommunizieren kann.

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Das kann ich nur unterschreiben. Wir sind inital von den empfohlenen 250 USD ausgegangen und haben das schnell nach oben korrigiert. Es ist einfach MEGA teuer in USA.
Auch bei uns war es kein Luxusshopping, aber einfach dabei sein - in der Mall, beim Sport etc…
Die Teilnahmegebühr hat pro Sport 150 USD gekostet, bei Tennis und Soccer war bei uns nicht die riesige Ausrüstung fällig, ich weiß aber, dass die Cheerleader erstmal 500 USD für die Uniform zahlen mussten.
Verreisen mit der Family war bei uns nochmal gut 2000 USD. Man hätte auch daheim bei der Gastoma bleiben können, aber das war schwer vermittelbar und so schnell kommt man ja dann doch trotzdem nicht mehr da rum.
Ja, Prom und Homecoming waren 40 bzw. 100 USD plus Klamotte.

und und und…
Gut, dass du das nochmal aufgegriffen hast, USA Fragen.
Ich denke das kann schnell unterschätzt werden. Und wenn die Finanzierung vielleicht eh schon sehr eng ist, sollte das bedacht werden.

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Toller Punkt. Bei uns beliefen sich die monatlichen Kosten im Durchschnitt auf 600 Euro!!! im Monat. Jep, und es ist wirklich nicht so, dass meine sich Tochter dadurch einen Luxus geleistet hat.
Wenn ich das monatliche 250 Euro Taschengeld lese, kann ich nur lachen.
Alles in allem war es ein ziemlich teurer Spaß. Fürs einfache Programm+ Taschengeld +Gastgeschenke+Versandkosten Geburtstagspaket , bin ich bei ca. 25.000 Euro gekommen. Einfach unglaublich.
LG. Christina

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Das mit den 250 Euro wird von den Orgas ja auch für alle Länder so angegeben. Das kann ja nicht hinhauen. Die Preise sind ja z. B. In Südafrika (da ist unser Sohn gerade und ihm wird das ausreichen) und den USA vollkommen verschieden.

Danke für euer Feedback zu den Kosten!

Ich wurde gebeten, auch noch etwas über das Thema ‚Kindererziehung in den USA / Respekt / Dankbarkeit‘ zu schreiben. Ich finde das schwierig, da ich mich aus Debatten über Tiger- oder Qualleneltern, Rasenmähermütter und Delfinväter gerne heraushalte. Eltern in Tier- oder Haushaltsgeräte-Schubladen zu stecken, finde ich anstrengend und meist zu kurz gegriffen. Wir haben uns als Eltern selbst nie getestet, vermutlich sind wir ein Mix aus Holsteiner Schwarzbunte und Wischroboter.

Doch das Thema ist wichtig, denn wie beschrieben ist der Rauswurf, der einer Abmahnung wegen ‚Respektlosigkeit‘ folgen kann, mittlerweile ein probates Mittel lokaler Koordinatoren, Gastfamilien und amerikanischer Agenturen, um Austauschschüler im J-1 USA High School Programm schnell loszuwerden. Vor dem Unterzeichnen einer Abmahnung haben wir bereits ausreichend gewarnt! Die Beweislast, nicht respektlos gewesen zu sein, liegt vollständig beim Kind, und die Zeiten, in denen lediglich Alkohol-, Drogenkonsum oder kriminelle und andere schwere Vergehen zu einem Rauswurf führen konnten, sind vorbei.

Aber auch in ‚normalen, guten‘ Platzierungen prallen ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen von deutschen Austauschschülern und amerikanischen Gasteltern aufeinander, auf die die Austauschschüler oft nur unzureichend durch die dt. Agenturen vorbereitet werden. Dabei würde dieses wichtige Thema im Sinne der Fürsorge- und Informationspflicht der Agenturen sogar in die Gespräche VOR Buchung gehören.

Eine m.E. ganz gelungene Übersicht über Erziehungsstile in verschiedenen Ländern, die auf Haushaltsgeräte und Tiere verzichtet, findet sich bei Tutoria (ich bin kein Mitarbeiter dieser Organisation).

In den USA herrscht ein Mix aus Fördern und Fordern. Das bemerken Austauschschüler oft sehr positiv! Denn im Gegensatz zum deutschen Schulsystem gibt es in den USA im Rahmen der Schule oft viele tolle Kurse (wenn man denn einen Platz dort kriegt!), Aktivitäten und Sportveranstaltungen, die selbst auf lokalem Niveau medial begleitet und bejubelt werden, und für jede Teilnahme gibt es Preise und Urkunden – für das ‚best improvement‘, den ‚new personal record‘ u.s.w. Hier in Deutschland gibt es dagegen im Schulkontext … Bundesjugendspiele…, ansonsten viel Entfall, negative Elternabende und die Abschaffung auch noch der letzten Schul-AG, gelobt wird so gut wie nie seitens vieler Lehrer (O´Ton Kind).

Darüber hinaus sind aber auch andere Themen wie Sicherheit und Beaufsichtigung in den USA um ein Vielfaches höher priorisiert als in Deutschland. Amerikanische Kinder bewegen sich in der Regel viel später als deutsche Kinder alleine mit dem Fahrrad oder zu Fuß in den Straßen und werden oft so lange mit dem Auto überall hingefahren, bis sie selbst fahren können – entgegen der Bilder in Filmen und Serien. Die Kinder werden also vielleicht sicherer, dafür aber wesentlich länger in einer Form der Unselbständigkeit gehalten. Viele Kinder (auch Austauschschüler!) werden mit der App ‚Life360‘ überwacht, mit der der genaue Standort des Kindes getrackt wird, minutengenau festgehalten wird, wann das Kind wo war (und ob es ggf über die Minute der Heimkehr gelogen hat) und sogar die Geschwindigkeit des Autos gemessen wird, in dem das Kind fährt – als Beifahrer versteht sich. In einem Artikel der Washington Post wurde konstatiert, dass Eltern die Funktion zur Standortfreigabe oftmals nutzen, um sogar ihre „jugendlichen und erwachsenen Kinder auf eine Weise zu verfolgen, die emotionalem Missbrauch ähnelt“ – von Datenschutzbedenken ganz abgesehen.

Respekt ist zudem ein überaus großes Thema im Rahmen der Kindererziehung in den USA und wird dabei anders definiert als hier. Die Erziehung ist zudem oft insgesamt strenger als beim Gros deutscher Familien. Mehrtägiger oder gar mehrwöchiger Zimmerarrest und andere Strafen sind kommod, auch für in europäischen Augen eher marginale Vergehen. Das Gegenstück zu dieser Strenge ist in den USA das überschwängliche und zum Teil übermäßige Loben. Selbst für Leistungen, die wir ‚naja, ok‘ finden, werden amerikanische Kinder oft regelrecht gefeiert.

In Deutschland geht es dagegen früher um die Erziehung zur Selbständigkeit – und Selbständigkeit ist es ja auch, was die dt. Agenturen in den Bewerbungsgesprächen von den jugendlichen Austauschschülern immer wieder einfordern. In Deutschland – und auch in anderen europäischen Ländern – gibt es zudem eine Diskussionskultur, man darf debattieren und auch als Kind Gründe für ein ‚nein‘ erfragen. Dankbarkeit hat sich nicht nur dadurch zu zeigen, dass zwanzigmal am Tag eine wahre Lobeshymne auf die Eltern angestimmt wird, es genügt auch ein schlichtes ‚Danke‘. Viele deutsche Eltern erklären sich in ihren Entscheidungen zudem insgesamt viel mehr als amerikanische Eltern – oft wird sogar schon Eineinhalbjährigen in wortreichen Sätzen erklärt, warum man ihnen gerade nicht erlauben kann, den Finger in die Steckdose zu stecken. Widerworte, Diskussionen, Aber / Nein / Doch seitens der Kinder? Das kennt und will man in den USA nicht. Auch das Ablehnen einer Mahlzeit (‚Probier doch mal!‘) gilt als sehr unhöflich und undankbar, jedenfalls wenn es das Kind ablehnt! Denn es gab auch amerikanische Gasteltern, die das vom Austauschschüler liebevoll zubereitete German meal ungeniert in den Mülleimer warfen.

Wer jetzt aufschreit, dass das ‚alles ja wohl nicht immer so ist‘ – genau deswegen wollte ich darüber nichts schreiben! Natürlich muss das nicht immer so sein – war es aber in der Realität oft. Fakt ist, dass diese Unterschiede, egal ob und wie man diese bewerten möchte, den Jugendlichen vor Ort sehr viel abverlangen. In der Gastfamilie unseres Kindes – die eigentlich nett und liberal war – gab es einen Eklat, weil unser Kind sich nicht per WhatsApp gemeldet hatte, dass es einen Schulbus später nimmt, weil es noch bei einer Sportveranstaltung zuschaute. Was bei uns zu Hause kein Thema gewesen wäre (das ‚Kind‘ war schließlich 16, es war helllichter Tag und es fuhren noch diverse Schulbusse voller Kinder in dieselbe Richtung) oder lediglich einen ‚Wo bist du, alles ok, wann kommst du denn?‘-Anruf zur Folge gehabt hätte, war dort ein mehrtägiges und tränenreiches Drama, in dem es um Grundsatzfragen des Vertrauens ging! Man fand wieder zueinander und sprach dann über eben diese Unterschiede, aber das ist nicht in allen Familien möglich. Und auch heute noch sagt unser Kind übertrieben oft ‚Danke‘ – danke für das Glas, danke für den Teller, danke fürs Auffüllen, danke für die Kartoffeln … wir antworten dann, dass wir den groben Grundgedanken des Dankes zum Thema Mittagessen verstanden haben und unser Kind das lassen kann. Ich will das Thema nicht ins Lächerliche ziehen, es ist aber einfach für uns als Familie absurd, sich so oft für Trivialitäten innerhalb ein- und desselben Themas zu bedanken.

Diese Themen (Dankbarkeit, Selbständigkeit, (Über)behütung, Respekt, Kontrolle, Diskussionskultur) sind so wichtig, dass die Kinder, die in dieses Land reisen, davon unbedingt vorher wissen sollten. Denn sie können zum Rauswurf führen! Und ebenso dürften US-amerikanische Gastfamilien erwarten, dass Gastkinder in ihrem Heimatland ausreichend auf die interkulturellen Unterschiede, auch auf die in ihren Augen vielleicht unangenehmen, vorbereitet werden – und zwar transparent VOR der Buchung, darum geht man ja in ein Beratungsgespräch! Doch das erste Mal wirklichen Kontakt mit dem Thema bekommen die Kinder vor Ort oder bei den Orientation Days in Form eines Regelwerks der Agenturen, das sie zu unterzeichnen haben.

Eine Agenturmitarbeiterin sagte mir mal, eine solche Aufklärung in der von mir geforderten Detailtiefe auf der Website, bei der Beratung oder bei den Vorbereitungstreffen in Deutschland würde man nicht machen, da das halt bei den Kindern und Eltern nicht so gut ankommen würde, weil es die Vorfreude trüben könnte. Aha. Hätte ich auch selbst drauf kommen können.

Also übernehmen wir Eltern (danke für euren immer tollen Input, liebes USA-Team!) das hier einmal wieder für die Agenturen. Liebe Agenturmitarbeiter, bitte uns gerne für jeden mühsam verfassten Absatz einzeln danken. Und an dieser Stelle danke für den Dank im Voraus.

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Spannend. Das mit dem Bedanken für viele Trivialitäten nehme ich auch wahr. Ist zwar nicht verkehrt :slight_smile: , aber irgendwie nutzt sich damit auch alles schneller ab bzw. man merkt auch, dass es tlw einfach ein Wort ist…

Vielleicht ist bzgl. Respekt etc. auch nochmal interessant, was aus Filmen ja bestens bekannt ist, aber Kind in „echt“ auch nochmal gespiegelt bekommen hat: Deutsch (und auch deutsches Englisch) hört sich einfach auch sehr hart an, bisweilen sogar aggressiv… mit 'nem Danke dahinter geht es dann vielleicht :wink:

Hallo Luna und Interessierte,

danke für deine Frage bzgl. Stornomöglichkeiten bei kurzfristiger Platzierung und Platzierung nach ‚Deadline‘. Ich bin wie gesagt kein Anwalt und kann eine solche Beratung in keinem Fall ersetzen. Was wir im letzten Jahr mit vereinter Eltern-Recherche und durch unsere eigenen Erfahrungen herausgefunden haben, teile ich sehr gerne. Es geht dabei um diese Regelungen des D.O.S. (U.S. Department of State) für Agenturen / Sponsoren:

Unter diesem Link finden sich die vom D.O.S vorgegebenen Verpflichtungen der Sponsoren (der amerikanischen Agenturen) für Secondary Students, also für Austauschschüler, die ein High School Jahr in den USA verbringen:

„This section governs Department of State designated exchange visitor programs under which foreign national secondary school students are afforded the opportunity for up to one year of study in a United States accredited public or private secondary school, while living with an American host family or residing at an accredited U.S. boarding school.“

Auf Seite 3 rechte Spalte findet man folgendes Datum für das Sommersemester.

(3) Provide a report of all final academic year and semester program participant placements by August 31 for the upcoming academic year* or January 15 for the Spring semester and calendar year. *The report must provide at a minimum, the exchange visitor student’s full name, Form DS–2019 number (SEVIS ID #), host family placement (current U.S. address), and school (site of activity) address.

Dieses etwas sperrige Dokument besagt also, dass die amerikanischen Agenturen verpflichtend zum 31. August die Platzierung aller ihrer ausländischen Austauschschüler im Secondary School Programm (High School Programm) nachweisen müssen, mit Name des Schülers, der Gastamilie etc. Die eigentliche Einreise kann dann noch bis ca. 14 Tage später, also ca Mitte September erfolgen. Es gibt Ausnahmen für ein so genanntes ‚Late Arrival‘, doch die Faustregel ist, Ende August ist Schluss mit der Suche der Agenturen nach einer Platzierung.

Diese Regelung ist neben dem deutschen Gastschulrechts-Paragraphen § 651 u BGB im Reiserecht die wichtigste. Der einzige Paragraph, der sich im BGB 651 Reiserecht überhaupt mit dem Thema Gastschulaufenthalte beschäftigt, besagt, dass eine angemessene Entschädigungspauschale (also die Stornogebühr per AGB) dann nicht zu zahlen ist, also keine Anwendung findet, wenn der Reiseveranstalter nicht spätestens 2 Wochen vor Antritt der Reise die Gastfamilie benannt hat. Zum Reiseveranstalter wird die Agentur übrigens dadurch, dass sie die wesentlichen Leistungen ‚High School‘ und ‚Gastfamilie‘ in einem Reisepreis bündelt.

Das bedeutet übersetzt: Kann euch die Agentur entweder bis zum 1.9. des jeweiligen Jahres keine Gastfamilie nennen (Regeln des U.S. Department of State) ODER nennt sie euch ein Abreisedatum mit weniger als 14 Tagen Vorlauf (Regeln des dt. BGB), könnt ihr kostenlos stornieren.

Dass es sich dabei um eine finale Familie handeln muss, und nicht um eine Welcome Family, findet man in einer reiserechtlichen Auslegung, nach der ihr googlen könnt, da ich keine Werbung für Fachliteratur machen möchte. Über die weiteren Versuche, diese Regeln zu umgehen, habe ich bereits berichtet und ich gehe davon aus, dass man eine Stornierung nach § 651 u BGB in der Regel nur anwaltlich durchsetzen kann. Es gab Platzierungen, die nach dt. Zeit am 1.9. morgens eine Stunde vor Deadline (Mitternacht USA) eintrafen, es gab auch Familien, die als finale präsentiert wurden, sich dann aber als Welcome Families entpuppten. Es gilt also wachsam zu bleiben, was da kurz vor knapp so eintrudeln mag an plötzlichem ‚perfect match‘.

Insbesondere diese sehr kurzfristigen Platzierungen in Welcome Families ab Mitte August sind ein Versuch, alle Kinder noch unterzubringen, aber eben auch der Versuch, durch diese Platzierungen den Kunden nicht zu ermöglichen, nach § 651 u BGB oder D.O.S. Deadline kostenlos zu stornieren.

Daher ist der Kontakt zur Gastfamilie so wichtig! Stellt selbst bei kurzfristigster Platzierung die Frage, ob sie eine Welcome Family sind oder eine finale Familie, und wenn ja, wie lange und warum, lasst euch erklären, warum sie das Kind aufnehmen möchten, wie ihre Lebenssituation ist, wie pragmatisch sie an den Schulstart herangehen etc. Unsere Welcome Family zB sprach gleich von Sportsachen, Klamottenkisten und dem Kontakt zu Freunden der eigenen Kinder, den sie herstellen wollten, zeigten Bilder ihres Hauses mit der Drohne, sprachen von Hobbies, ihrem Beruf, und warum sie unser Kind als Retter in der Not last minute aufnehmen wollten – und auch darüber, wo sie das Portrait unseres Kindes überhaupt gefunden bzw. erhalten hatten. Es war ein Gespräch wie mit netten Schuleltern hier zu Hause – und dieses gute Gefühl hat sich bestätigt. Folgt eurem Bauchgefühl, aber strukturiert und basierend auf einem kleinen Fragenkatalog, den ihr euch zurecht legen könnt, ohne die Gasteltern verhören zu wollen.

Zu deinen Anmerkungen, Luna:

Es stimmt, dass die US Bundesstaaten unterschiedlich mit dem Schuljahr starten, wie auch in Deutschland. Es starten und enden sogar die einzelnen Schulen in einem Bundesstaat zum Teil unterschiedlich. Zu beachten ist, dass bei einer sehr späten Platzierung in einigen Staaten wie zB mE Florida oder auch Texas die Schule dann schon mehrere Wochen läuft, die Zeit verloren ist, Kurse ggf voll sind, besonders Sportkurse etc. Das hat aber alles nichts mit der vom D.O.S. vorgegebenen Deadline zu tun, die das Datum der letztmöglichen Platzierung und Ausreise festlegt, das ist US-weit einheitlich geregelt und bleibt beim 31.8. (mit Ausreise dann bis Mitte September).

Das Soft Landing Camp, manchmal auch Orientation Days genannt, findet in aller Regel für die Kinder unterschiedlichster Agenturen in New York statt – geleitet von einer der großen amerikanischen Agenturen, die das offenbar als Serviceleistung für andere Agenturen mit erbringen. Da gibt es meist 3 Termine Anfang, Mitte, Ende August. Dort findet – neben einem schönen Sightseeing Programm – vor allem das Vorlesen der Regeln statt, die die Kinder unterzeichnen müssen. Lasst eure Kinder diese Regeln oder das, was sie unterschreiben, unbedingt abfotografieren.

Das Softlanding Camp hat mit o.g. Deadline gar nichts zu tun, was Stornierungsmöglichkeiten angeht – entweder euer Kind schafft es zeitlich oder eben nicht, dann wird das Camp allerdings auch nicht berechnet – eine Garantie für die Teilnahme per Vertrag wäre mir neu, lest das nochmal genau nach in den AGB. Das ist also ein Add-on und reines Glück, auch wenn diese Camps so beworben werden. Wie gesagt, auf dem letzten Gruppenflug, den unser Kind erwischte, waren gleich mehrere Teilnehmer, die mit 23 Stunden Vorlauf erst ihre Platzierung erhalten hatten, alles in den Koffer geworfen haben und noch mit auf diese Orientation Days gegangen sind! Das nicht erlebte Softlanding-Camp könnte also nur ein Stornogrund sein, wenn dies in den AGB eine garantierte Leistung wäre – das ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall.

Ein ‚billigendes in Kauf nehmen‘ wird juristisch erst interessant, wenn euer Kind vor Ort in den USA mit Problemen wäre – sprich, ob ihr wie im normalen Reiserecht mit Fristsetzung Abhilfe verlangt (was allerdings zum Rauswurf wegen parental involvement führen kann!), oder ob ihr eine ungute Situation so lange duldet, dass dann der dt. Richter sagt, ihr habt nicht oder zu spät reagiert – das ist eine heikle Gratwanderung, über die wir hier aber gar noch nicht sprechen.

Jetzt im Moment könnt ihr nur folgendes machen juristisch:
Eine Platzierung ablehnen, wenn

es sich um Alleinstehende ohne Kinder oder eine andere vertraglich per ABG ausgeschlossene Platzierung handelt (zB gleichgeschlechtliches Paar). Achtung, Alleinstehend und Alleinerziehend wird dann seitens Agentur gerne mal verdreht,
oder euer Kind eine angegebene Allergie / Krankheit hat und die Platzierung aber zB Tiere hat und euer Kind Asthma und ähnlich gelagerte Fälle,
die Platzierung nicht bis Mitternacht 1.9.2024 (Ortszeit Agentur USA) eintrifft,
oder die Platzierung eine Abreise vorsieht, die weniger als 14 Tage zwischen Information und Flug umfasst.

Mein Rat – jetzt gilt es Ruhe zu bewahren und sich darauf einstellen, dass es ganz üblich ist (entgegen der Versprechen der Agenturen), dass sehr viele Platzierungen zwischen Mitte und Ende August erst eintreffen. Es liegt NICHT an eurem Kind!

Jetzt im Moment habt ihr juristisch ansonsten mE überhaupt keine Möglichkeiten. Das Softlanding Camp könnt ihr wie gesagt juristisch ausgrenzen. Es geht nur um die wirkliche Platzierung. Wenn diese Platzierung dann kommt, checkt euer Bauchgefühl! Wenn es ein gutes ist, dann lasst euer Kind fliegen, auch wenn nur 23 Stunden Zeit sind und ihr theoretisch stornieren könntet. Ein normaler Koffer genügt, schmeißt die Sonnenkappe raus und werft zur Not die Skijacke rein, davon würde ich es nicht abhängig machen, ABER NUR, wenn das Grundgefühl gut ist.

Wenn nicht – lasst euer Kind nicht fahren, wenn die Alarmglocken schrillen oder ihr das Gefühl habt, mit fake infos oder Bildern konfrontiert zu werden. Besprecht das vorher mit eurem Kind, dass es diese rote Linie geben kann und ihr diese nicht überschreiten werdet in der Hoffnung, vor Ort würde sich dann alles zum Guten wenden und man würde schnell eine Alternative für euer Kind finden.

Macht also einen Schlachtplan, wann euer NoGo-Punkt erreicht ist, wann ihr storniert, und besprecht diese Punkte alle vorab mit eurem Kind. Nehmt im Falle des Stornos / Ablehnung einen Anwalt und haltet eure Rechtschutzvers. bereit. Wenn es euer Kind möchte, schaut, was es bei anderen Agenturen und anderen Destinationen für Programme ab Winter für ein halbes Jahr gäbe. Pläne machen hilft!

Ich halte allen Wartenden von Herzen die Daumen, dass unsere Ratschläge nicht erforderlich sind und ihr alle bis Mitte August noch gute Nachrichten erhaltet.

Es grüßt euer USAFragen

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Lieber USAFragen! Ganz ganz lieben Dank für deine ausführlichen und auf meinen konkreten Fall zugeschnittenen Antworten. Das nimmt mir ein Stück weit dieses fürchterliche Ohnmachtsgefühl, das für mich als Mutter sehr belastend ist.
Danke auch an Sunny und auch ihr anderen, die sich die Zeit nehmen und soviel Hilfreiches schreiben!!

Hätte denn jemand Tipps, welche Reiseländer und mit welcher Organisation meine Tochter alternativ- am besten vielleicht noch kurzfristig dieses Sommersemester , reisen könnte, wenn wir stornierten? Ich wollte jetzt parallel auch recherchieren, ob es eine Möglichkeit gäbe, ganz woanders noch unterzukommen, da meine Tochter unbedingt dieses Sommersemester losmöchte… wir hätten auch sehr gut Bekannte über meinen Schwager im tiefsten mittleren Westen. Damals war es mir zu ländlich, jetzt bin ich da offener, aHauptsache die GF ist ok…
Liebe Grüße, Luna

Nachtrag: jetzt einfach nur als Beispiel: Stepin wirbt noch mit freien Plätzen z.B. England, Großbritannien Select-Programm… oder vieles mehr… Ich habe aber irgendwie das Vertrauen gänzlich in die Organisationen verloren, auch gibt es wohl zu jeder Orga Negstives zu berichten?

Es liegt nicht unbedingt an der Organisation.
Es ist dieses ganze recht undurchsichtige System in den USA.
Bei meiner Tochter hat es nicht geklappt mit den USA.
Nach dem tiefen Tal unzähliger Tränen, hat sie nach Alternativen geguckt und ist in Australien gelandet. :sweat_smile:
Nach 6 Monaten seit einigen Tagen wieder zu Hause.
Sie hatte eine ganz tolle Zeit in Down Under und ist im nachhinein froh, dass sie vor einem Jahr „keine“ Platzierung in den USA bekommen hat.
Manchmal läuft es eben anders wie erhofft und dann sogar besser!

Lasst die Köpfe nicht hängen - es gibt immer Alternativen :heart:

Falls Ihr Infos möchtet, schreibt mich gern an. Ich kann unsere Orga, die lediglich aus 2 deutschen Frauen besteht, die in Australien leben, so sehr ans Herz legen.

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Kurzversion:
Platzierung USA am Abend der deadline bekommen. Keine 30h später sollte es losgehen.
Welcome Family, Mitarbeiterin der Orga, hatte bereits 2 ATS, kurz vorm Umzug von Florida nach Texas, Schule im Armutsviertel (andere ATS und Gastgeschwister auf anderer Schule, die war aber voll)….
Wir haben das Placement abgelehnt!
Unser Bauchgefühl hat entschieden und das war genau richtig!!

Dank Rechtschutzversicherung - schließt diese unbedingt ab!!! - und dem BGB 651u haben wir das Geld zurückbekommen!
Ein kleiner Betrag wurde einbehalten aber das war mir dann fast egal!
Der Nervenkrieg hatte ein Ende.

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Liebe Sunshine, danke f d Info. Eine 2 Personen Orga - klingt ja interessant, haben die eine Homepage?
Ich würde halt so gern meiner Tochter, wenn es nichts mit den USA wird, trotzdem noch in diesem Semester einen Auslandssemester woanders ermöglichen. Ob das realistisch ist? vielleicht wenn ich jetzt vorsichtshalber schon vorarbeite und mich informiere f d Fall des Falles…)
Hat da jemand eine Einschätzung oder Tipp?( dann wohl Europa, weil dann d Visum entfällt.

Ich kann gut verstehen, dass ihr das Placement abgelehnt habt. Darf ich fragen, ob ihr gleich mit einem RA aufgewartet hattet oder erst selbst die Orga angeschrieben hattet… Oder wie war der Ablauf?

…Australien ist natürlich auch richtig toll…

Hey liebe Luna,

da wir eine Rechtschutzversicherung haben - kann ich jedem ans Herz legen, solch eine abzuschließen - haben wir, nachdem der Unmut der Agentur über unsere Entscheidung deutlich spürbar war - direkt den Anwalt eingeschaltet. Es macht „mehr Eindruck“, wenn direkt vom Anwalt ein Schreiben kommt, als wenn wir „hysterische“ Eltern ellenlange voller Emotionen Briefe verfassen…Das bringt nichts.

Für Australien muss natürlich auch ein Visum gestellt werden.
Da gibt es - soweit ich weiß - auch immer „Notfälle“, wo diese schneller bearbeitet werden.
Da kann dir aber unsere Orga bestimmt unverbindlich weiterhelfen.
Sie heißt highschool-australia (Heike und Anne)
Es könnte nur von den Schulplätzen eng werden.
Heike und Anne geben dir eine Liste mit Schulen, die generell Internationals annehmen. Pro Schule sind dies im Schnitt 10-30 Schüler:innen. Da kannst du dir eine Schule aussuchen, somit auch den Ort. Die beiden fragen die Schule an, ob noch ein Platz frei wäre. Zu jedem Schulplatz gibt es eine Gastfamilie. Automatisch sozusagen.
Das in den USA so angepriesene „perfect match“ wird in Australien allerdings nicht fokussiert.
Es wird auch kein „Bewerbungsvideo“ von den Schüler:innen verlangt.

Ich fand das einfache und recht schnelle Prozedere sehr entspannt - vor allem bekommt man dort eine ganz genaue Auflistung vom Government, wo deine Gelder hinfließen:
Wieviel die Schule bekommt, die Gasteltern und die Organisation. Alles sehr transparent.

In unserem Fall kann ich nur Gutes berichten.
Aber klar, auch dort habe ich von diversen Problemen innerhalb von Gastfamilien (nicht unsere Orga) gehört. Da gibt es nun mal leider keine Garantie.

Liebe Grüße, Astrid

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Zur Frage von Blacky, ob man selbst eine Gastfamilie suchen / vorschlagen / organisieren kann:

Hallo Blacky, Achtung, das kann sehr heikel sein.

Ich vermute, du fragst vor dem Hintergrund, aufgrund der bisher nicht erfolgten Platzierung durch die Agentur nun selbst auf die Suche nach einer Gastfamilie zu gehen?

Das ist ein recht komplexes Thema und es kommt u.a. auf das Visum an - habt ihr ein Public High School Programm mit dem J-1 Visum gebucht das ist ein ‚sponsored visa program‘, man braucht also eine Agentur. Es gibt dabei viele Fallstricke und ich persönlich würde – sofern es sich wie o.g. bei euch darstellt – davon abraten.

• Die deutsche und die amerikanische Agentur müssen in jedem Fall zustimmen – es gibt Fälle, in denen die eigene Suche als Regelverstoß geahndet wird, auch wenn die Agentur keine Familie bieten kann.
• Nicht nur die Familie, sondern auch die passende Schule im Schuldistrikt muss gefunden werden und Schüler aufnehmen wollen.
• Andersherum, hat die Agentur eine Schule, müsst ihr in diesem Distrikt jemanden finden, der idealerweise auch bereits ‚approved‘ ist oder sogar bei der amerikanischen Agentur bereits als Gastfamilie gelistet ist. Obwohl die Überprüfung für viele von uns rückblickend wie eine Farce wirkte, ist dies oft der Showstopper bzw die Agenturen nehmen das gerne als Grund, eine selbst vorgeschlagene Familie abzulehnen.
• Wo wollt ihr suchen? Beim J-1 ist die Platzierung bei Verwandten nicht erlaubt.
• Wollt ihr über Social Media suchen, euer Kind online stellen, welche Daten wollt ihr da preisgeben? Überlegt, wer sich da herumtreiben könnte, es gibt viele schwarze Schafe. Auch die FB-Plattform amerikanischer Gasteltern kann ich nicht empfehlen.
• Habt ihr ein Netzwerk und Familie + Schule gefunden? Sofern eine Agentur tatsächlich eure selbst vorgeschlagene Familie genehmigt und es dann doch Probleme gibt, kann es sein, dass die amerikanische Agentur sich dann verweigert, einen Gastfamilienwechsel zu begleiten, d.h. ihr seid ggf. auf euch gestellt.

Kennt ihr ggf eine Gastfamilie, die bereits bei eurer amerikanischen Agentur gelistet ist, sich bereit erklärt und die High School ggf gut kennt und diese auch zustimmt und beide Agenturen ihr ok geben - dann könnte es was werden. Wer aber nicht über solche Netzwerke verfügt, dem rate ich wie gesagt ab davon - und es ist noch einen Monat Zeit, viele Kinder warten noch auf ihre Platzierungen.

VG USAFragen

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Und bitte niemals ein ,Selfplacement“ Formular unterschreiben!!! Wenn es schief geht muss die amerikanische Agentur keine neue Familie suchen. Selfplacement nur bei einer Familie die man schon länger kennt und sich sicher ist.
Alles andere bitte aus eigener Erfahrung auf keinen Fall!!!

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Danke!! USA Fragen hat es wie immer sehr gut beantwortet.

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