Liebe Claudia,
die Situation kenn ich leider zu gut… bei uns hat es viel Eigeninitiative bedurft. Über die Agentur hatte meine Tochter dann einen Platz an einer Schule in einem Vorort von Brisbane in Aussicht. Nicht das was sie wollte, aber besser als nichts.
Hatte dann selbst auch nochmals ihre „Traumschulen“ direkt angeschrieben, die uns super schnell geantwortet haben, allerdings nur Plätze für das 2. Halbjahr anbieten konnten. Und „direkt“ konnten wir das auch nicht mit der Schule vereinbaren, sondern mussten auch den Weg über EQI gehen, weil alles zentral vergeben wird. Habe dann aber unserer Agentur freundlich „Druck“ gemacht, dass sie für das 1. Halbjahr die Schule in Brisbane und für das 2. Halbjahr die Schule an der Gold Coast mit EQI sichern sollen. Was auf den letzten Drücker dann auch geklappt hat. Habe da aber immer den Kontakt zur Schule und zur Agentur gehalten und war in der letzten Phase täglich im Austausch mit beiden. Gerne gesehen wird das glaube ich nicht, dass man direkt Kontakt aufnimmt, aber meine Tochter wollte auch nicht einfach ‚irgendwo’ landen, wo es noch Plätze gibt. So war meine Tochter eine der letzten die noch vermittelt werden konnte, dem Rest der Kinder wurde dann leider abgesagt
Meine Tochter wollte diese Aufteilung so. Praemisse war 1 ganzes Jahr, das war ihr wichtig. Und sie wollte nicht 1 Jahr in einem Vorort von Brisbane sein. Also wurden es 2 Terms in der Brisbane Area und 2 Terms an der Gold Coast, was ungewöhnlich ist.
Weiß von einer anderen Familie, die es damals auch so gemacht hat, 2 terms Brisbane Area, 2 Terms Sunshine Coast. Allerdings hat sich das Mädchen dann entschieden doch durchgehend in der Brisbane Area zu bleiben weil es ihr dort so gut gefiel; dort war aber auch Anbindung nach Brisbane nur 20 Minuten und Schule und Umfeld toll. Bei meiner Tochter anders, sie hat sich riesig gefreut, nach 2 Terms an die Gold Coast wechseln zu können.
Letztlich habt ihr ja schon alles gemacht was geht - Schulen selbst angeschrieben. Das Signal der Schulen, dass sie noch Plätze hätten würde ich sofort an die Agentur selbst zurückgeben und dort Druck machen, dass sie sich mit EQI schnellstens in Verbindung setzen und euren Wunsch mit dem Hinweis dass die Schule einen Platz hätte als Vorschlag weitergeben. So hat es bei uns geklappt. Weiß nicht ob wir sonst weiter vertröstet worden wären.
Meine Tochter ist jetzt seit Juli 2025 in Australien, also gerade noch mittendrin. Und ihr Bauchgefuehl war richtig; das erste Halbjahr in der Brisbane Region war es einfach nicht. Weder von der Schule noch vom Ort. Mit 16 haben die einfach keine Möglichkeiten in einem Vorort von dem man 50 min mit der Bahn nach Brisbane braucht, viel zu unternehmen und sind bei den meisten Sachen darauf angewiesen, dass ihre Gastfamilien ihnen etwas zeigen. Das war bei meiner Tochter leider nicht so; ab und an konnte sie mit der Gastfamilie einer Freundin mit. Aber Oeffis (bis auf den Zug nach Brisbane) waren dürftig und demnach die Möglichkeiten in Fahrradreichweite eingeschränkt.
Würde ich bei der Ortswahl mittlerweile immer mitdenken.
Habe meine Tochter über ihre Weihnachtsferien besucht und konnte nachvollziehen, was sie meinte. Brisbane selbst ist toll und wenn man einen Vorort hat der besser angebunden ist, kann es eine gute Wahl sein. Bei ihr war das eben nicht der Fall.
Gegen Ende der Ferien habe ich sie dann an die Gold Coast gebracht, neue Schule, neue Familie. Beides ein großer Glücksfall und meine Tochter liebt es dort. Verstehe das auch. An der Gold Coast ist die Infrastruktur gut und mit dem Strand vor der Haustür hat man immer einen natürlichen Treff-und Attraktionspunkt. So schließen sich die Internationals und manche Australier der verschiedenen Schulen untereinander kurz, vereinbaren Treffen, parties etc. Man hat extrem schnell Anschluss und es ist immer was geboten. Und Surf- und beachlife tun ihr übriges.
So im Nachhinein möchte meine Tochter die Brisbane Erfahrung nicht unbedingt missen, lässt sie ihre Zeit an der Gold coast nun noch mehr schätzen und genießen. Ich hätte den Stress allerdings nicht gebraucht (weder in der Planung noch in den ersten Monaten als sie schon dort war… ;))
Leider kann ich dir auch nicht groß weiterhelfen, aber dran bleiben - Schulen, Agentur kurzschliessen und Agentur mit klarem Auftrag zu EQI schicken hat geholfen.
Zum Thema vegetarisches Essen: ist eigentlich kein Problem, einige Freundinnen meiner Tochter essen auch vegetarisch und meine Tochter isst selbst extrem Gemüse und Eiweisslastig (aus gesundheitlichen Gründen) was bei der Auswahl der konkreten Gastfamilie dann auch berücksichtigt wurde.
Falls Fragen sind, einfach gerne melden.
Liebe Grüße
Nie