Darf ich wirklich nicht mehr erwarten?

#1

Hallo zusammen,
wie sio viele, sucht man im “Netz” wenn es Probleme gibt, daher komme ich auf diese Seite und sage erst mal Hallo. Ich bin ein Vater, dessen Tochter, 16 Jahre seit 10 Tagen im Norden der USA sitzt und die 11. Klasse in der High School besuchen wird.

Nun bin ich sowieso von der ORG nicht besonders begeistert gewesen, aber das würde zu lange werden… daher nur das Aktuelle, mit der Bitte um Eure Einschätzung:

Also, meine Tochter sitzt, wie so viele in einem super kleinen Kaff, ich schätze mal maximal 800 Einwohner - aber das ist eigentlich egal, so finde ich.
Die Familie, eine alleinerziehende wirklich nette Host (heißt das so?) hat eine gleichaltrige Tochter und eine kleinere (13 Jahre)
Zu “meinem” Problem:
Die immernoch nette Mutter hat weder Zeit, noch Geld, noch Platz einen Austausschüler aufzunehmen. Meine Tochter teilt sich das kleine Zimmer mit ihrer gleichaltrigen “Schwester”, die sie jedoch vollkommen ignoriert und links liegen lässt. So komisch es auch klingen mag, nett ist sie auch, jedoch ignoriert sie meine Tochter. Der Tagesablauf sieht wie folgt aus:
Irgendwann aufstehen, dann Originalton: I don’t know, just hanging out.

Sie macht den ganzen Tag nichts! Natürlich habe ich meine Tochter gefragt, ob sie sich im Haushalt einbringt, das tut sie, so ihre Aussage.

Ist das wirklich alles, was man erwarten darf? In den nun aktuellen Sommerferien tut sich absolut nichts!!! Offensichtlich ist selbst das Geld für den Sprit um in die nächste größere Ortschaft zu fahren nicht vorhanden.

Ich war nun bestimmt schon fünf mal mit meiner Tochter zum Urlaub in den USA. An den Wocheenden waren sämtliche Parks, Gewässer und was auch immer voll mit ausflugswilligen Amerikanern.

Die jedoch sitzen ausschließlich Zuhause und hängen herum.

Also, ist es das, was ich erwarten darf, als Elternteil und vor allem als Austausschüler? Das stellt sich natürlich die Frage, warum die ORG einen Austauschschüler 7 Wochen vorher ins Gastland schickt. Um abzuhängen, oder Land und Leute kennen zu lernen?

Meine Tochter überlegt, ob sie sich an ihren Betreuer vor Ort wenden soll und erwägt einen Wechsel. Ich selbst lese hier eifrig im Forum und habe Angst davor, dass sie vom Regen in die Traufe kommt.

Aber es kann doch nun wirklich nicht sein, dass die Gastmutter gar nichts “bietet” Bitte nicht falsch verstehen, es geht nicht um Geld!. Man kann auch mal an den See fahren, eine Shopping Mal besuchen, zu bummeln (man muss ja nichts kaufen) , oder nahegelegene Sehenswürdigkeiten besuchen - ja die gibt es sogar dort.

Ich bin wirklich soooo gespannt, wie ihr das seht.

Vielleicht kann mir jemand erklären, warum man einen Gast aufnimmt, obwohl man keinen Platz hat, keine Zeit, weil Alleinerziehend und voll Berufstätig und kein Geld hat.

Ich verstehe so was nicht.

Vielen Dank für die eien oder andere Antwort!

Viele Grüße

Oliver

#2

Hallo Oliver,
ich war selbst Austauschschülerin in einem 500-Seelen-Ort, und bin heute Betreuer. Insofern kann ich die Situation halbwegs verstehen.

Dass die Amerikaner in den Sommerferien nichts groß machen, ist wirklich normal. Und nach einiger Zeit freut man sich wirklich darüber. Ich fahre heutzutage wirklich gern zurück, um mal der Deutschen Hektik zu entkommen. :wink:
Warum deine Tochter schon 7 Wochen vor Schulanfang angereist ist, weiß ich nicht. Das ist mir eher unbegreiflich.

Auch die Situation mit dem Zimmer ist normal. In den USA ist ein Kinderzimmer, anders als hier, kein Zimmer, in dem man sich aufhält, mit Freunden trifft, etc. - sondern ein SCHLAFZimmer. Deshalb ist auch die Größe für Amerikaner irrelevant. :o

Dass deine Tochter von der Gastschwester ignoriert wird, ist momentan aber alles andere als schön. Auf Dauer kann es hilfreich sein, nicht so viel gemeinsam zu unternehmen, damit deine Tochter motiviert ist, einen eigenen Freundeskreis aufzubauen. Aber ganz ignorieren ist doof.

Bzgl. des Gastfamilienwechsels sage ich meinen Schülern immer: Würdet ihr bei Euren Eltern sofort ausziehen und zu Eurer Tante oder Freundin ziehen, wenn mal etwas doof ist? Nein? Dann solltet ihr das hier auch nicht tun. :wink:
Wenn sie damit beim Betreuer ankommt, wäre ich als Betreuer echt schlecht gelaunt, weil die momentan noch dabei sind, Schüler zu platzieren und längst nicht alle Schüler eine Gastfamilie haben. Ich würde deshalb an ihrer Stelle folgendes machen, um mich und alle Beteiligten zufrieden zu stellen:

  1. Betreuer anrufen, und nachfragen, was sie machen kann, weil sie das Gefühl hat, dass ihre GS sie ignoriert. (Dann ist der Betreuer schonmal ‘vorgewarnt’, dass es Schwierigkeiten gibt und kann agieren.)

  2. Wenn deine Tochter etwas machen möchte, würde ich an ihrer Stelle mal googlen, was es so in der Umgebung gibt. Dann soll sie sich für eine Sache, die erreichbar ist, und nicht gerade 15$ Eintrittsgeld kostet, entscheiden. Sie könnte dann die Gastmutter fragen: “Hey, ich würde gern mal … sehen, könntest du vielleicht mal an einem Wochenende demnächst mit uns dahin fahren? Ich würde auch gern das Spritgeld übernehmen, weil ich weiß wie teuer Benzin ist.” Falls sie sich für’s Shoppen entscheidet, könnte sie je nachdem, was der Wohnort bietet, auch sagen: “Könnten wir vielleicht mal demnächst in die Stadt zum Shopping fahren? Ich bräuchte ein paar Sachen für die Schule.”

Ich hoffe, das hilft Euch erstmal weiter. Lass mich wissen, wenn du noch weitere Fragen hast. :slight_smile:

Liebe Grüße,

Wiebke

#3

Hallo Wiebke,
vielen Dank für deine Antwort und deine Tipps.
Gestern habe ich noch die ORG angerufen, die wiederum den Betreuer vor Ort. Er rief auch gleich bei meiner Tochter an und hat sich für Montag angekündigt.
Die GM war davon wenig begeistert, hat geheult und die Situation scheint nicht besonders entspannt zu sein. Ich habe das Gefühl, dass meine Tochter von der aktuellen Sitautation überfordert ist, aber da muss sie jetzt alleine durch.

Ich habe die ORG gefragt, warum sie denn meine Tochter 7 Wochen vor Schulbeginn dort hin geschickt haben. Es gab keine befriedigende antwort, jedoch bestimmt nicht, damit sie insgesammt 7 Wochen im Zimmer sitzt.
Durch mein Telefonat habe ich die ORG aufgefordert, gebeten, wie man das auch immer verstehen möchte, meiner Tochter Hilfestellungen zu geben. Es gibt unendliche Möglichkeiten, ein Freizeitcamp, Ausflüge, was auch immer.
Die Gastmutter hat aber auch klar gestellt, dass sie auch in Zukunft keinerlei Geld für Ausflüge, Events oder was auch immer haben werden.

Da stellt sich natürlich die Frage, warum man dann noch zusätzlich ein Kind aufnimmt. Schade schade.
Ich bin nun auch völlig hilflos, was ich meiner Tochter raten soll. Hauptsache die Mutter ist nett, egal, was sie sich leisten kann, so denke ich und vermittele es auch. Man kann es jedoch drehen wie man will, so hat sich das meine Tochter und auch ich nicht vorgestellt.

Das einzige was man raten kann… wenn die Highschool beginnt wird alles besser. Toller Rat, wenn das erst in fünf Wochen ist.

Am liebsten würde ich sie für die nächsten vier Wochen zurück holen und die erst zwei drei Tage vor Schulbeginn hinschicken, aber das wäre glaube ich, keine so gute Idee.

Aber jetzt mal ganz ehrlich… daruf man wirklich nicht mehr erwarten, als im Haus zu sitzen?
Viele Grüße

Oliver

#4

Normalerweise ist es üblich, dass die Kids erst eine Woche vor Schulbeginn anreisen. Es sei denn, die Gastfamilie hat Gründe, warum der ATS früher kommen soll.

Aber wie gesagt:
Ausflüge können die ATS nicht erwarten, sie sollen in der Familie mitleben und wenn es dort nicht möglich ist, müssen die Kids das (leider) akzeptieren. Das wird ihnen eigentlich auch während des Seminars vermittelt.

Viele Grüsse

Kirsten

#5

Hallo Oliver,

ich habe den Eindruck, du hast sehr hohe Erwartungen an dei Gastmutter deiner Tochter. Auch alleinerziehend und mit voller Stell kann man m.E. ein Gastkind aufnehmen. In erster Linie geht es ja darum, dass die Kinder den Alltag im Gastland erleben - und das schließt Alleinerziehende Berufstätige ein.

Ist deine Tochter mit einer kommerziellen Organisation in den USA? Deine Schilderung des Verhaltens der Gastschwester hört sich danach an. Wenn regelmäßig neue AustauschschülerInnen in eine Familie kommen, ist der häufige Wechsel für die Geschwister oft schwierig. Sonst ist es sicher nur Unsicherheit wegen der neuen Situation.

Ich denke, du kannst nicht erwarten, dass deiner Tochter in den USA ein Luxusprogramm mit Ausflügen etc. geboten wird. Deine Tochter nimmt am Leben der Gastfamilie teil und wenn diese eben nicht so wohlhabend ist oder die Mutter wegen Berufstätigkeit keine Zeit dafür hat, dann spiegelt das die normale Realität in diesem Land wieder.

Ich habe den Eindruck, du solltest mehr in die Organisation, aber auch in die Anpassungsfähigkeiten deiner Tochter vertrauen.

Mach dich mal locker, es gibt sicher Schlimmeres.

#6

Hallo Oliver, meine Tochter war auf Austausch 2010/2011 in Argentinien. Auch dort musste sie sich erst auf die neue Lebenssituation einstellen. Die Mentalität der Menschen ist so ganz anders als in Deutschland. Auch ihre Gastfamilie hat nicht wirklich mit ihr was gemacht außer Verwandschaftsbesuche. Aber irgendwann kommt der Austauschschüler im Land an, lernt viele neue Menschen kennen und organisiert sich selber. Lass deiner Tochter einfach ein wenig Zeit, gib ihr ein paar Tips, wie sie vielleicht besser mit der Gastschwester auskommt. Meine Tochter hat sich auch ein kleines Zimmer mit ihrer Gastschwester geteilt, aber auch da ist es so, man schläft dort und ansonsten verbringt man seine Zeit am Tisch gemeinsam mit der Familie …sie fand es anfangs auch merkwürdig, dass sie sich z.B. tagsüber nicht auf ihr Bett setzen durfte um zu lesen, eine Couch gab es aber auch nicht. Aber irgendwann kommt man im Gastland an, lässt sich auf vieles ein, was man zuhause nie gemacht hätte…meine Tochter schrieb nach 7 Monaten, jetzt bin ich in Cordoba angekommen, ich bin jetzt nicht mehr die blonde aus Deutschland, sondern die Blonde in Cordoba…in den Ferien ist sie nun wieder in ihrem Land und genießt dort die Zeit, die andere Welt, die andere Mentalität und liebt es…lass deiner Tochter einfach Zeit…
Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen…
Gruß
Annette

#7

also auch an die anderen beiden, vielen Dank für Eure Einschätzung.

Ich habe mich deswegen an diese Forum gewandt, weil nicht nur für meine Tochter alles neu ist, sondern auch für mich (auch für die Gastmutter und deren Kinder!). Was darf, was soll ich erwarten, was ist ein muss, was ist normal. Ich bemerke, dass ich da auch keinen Rat geben kann.
Um es mal klar auszudrücken: Ihr wird schon keinen Zacken aus der Krone fallen, wenn sie die nächsten 5 Wochen abhängt.

Umgekehrt tut es mir halt total leid, da hätte sie besser drei oder vier Tage vor Schulbeginn hinfliegen sollen.

Ich habe auch nichts gegen Alleinerziehende. Jedoch stelle ich mir seit dem ich weiß, wohin meine Tochter kommt die Frage, warum jemand, der weder Platz, noch Zeit, noch Geld hat einen Gastschüler aufnimmt.
Wir hatten auch mal einen Austausschüler aus Fankreich - gut, nur für 3 Wochen, aber ihr hatten wir halt auch die Gegend, Sehenswürdigkeiten gezeigt, sie mal zusammen mit meiner Tochter in die Stadt gefahren, ins Schwimmbad und wohin auch immer.

Das finde ich eigentlich ganz normal.

Wenn die Schule beginnt, ist alles sowieso ganz anders, aber trotzdem tut mir meine Tochter irgendwie leid, dass da so gar nichts läuft.

Viele Grüße

Oliver

#8

Hallo Oliver,
mit welcher Organisation seid ihr unterwegs? Bestimmt gibt es Ausflüge, die vom Betreuer organisiert werden. Ansonsten bietet vielleicht auch die Orga Reisen an?

Falls es so bleibt, wie es ist, kannst du ja auch überlegen, ob du deiner Tochter erlaubst, an einer Rundreise über Spring Break oder am Ende der Schulzeit teilzunehmen. Gerade in den USA gibt es viele Reiseveranstalter, die auf Austauschschüler spezialisiert sind. Ich war damals z.B. mit Suntrek unterwegs.
Und wenn die Schule begonnen hat, wird deine Tochter bestimmt mal was mit Freunden unternehmen. :slight_smile:

Think positive! :slight_smile:

Liebe Grüße,
Wiebke

#9

Hi,
meine Tochter ist mit EF unterwegs. Ich hoffe, dass der Betreuer vor Ort, der am Montag vorbei kommt, genau solche Vorschläge im Gepäck hat.

Viele Grüße

Oliver

#10

7Wochen täglich einen Austauschschüler zu bespaßen, da dürfte wohl jede Familie leicht überfordert sein,nicht nur Alleinerziehende.Ich denke da ist wirklich die Orga gefordert,eine Rundreise anzubieten oder ein Camp,verschiedene Ausflüge oder Treffen!
Vielleicht plagen sich Alleinerziehende ohne ausreichend Zeit,Platz und Geld mit Austauschschülern,weil diejenigen die Zeit,Platz und Geld hätten und nicht alleinerziehend sind,das nicht oder nur für maximal3Wochen tun? Händeringend werden Gastfamilien gesucht und die Organisationen betonen immer wieder,dass weder ein Vermögen noch viel Zeit oder gar besondere Ausflüge nötig sind,um eine Gastfamilie zu sein.
Allerdings ist es wirklich nicht die feine Art einen Gastschüler für 7Wochen irgendwo zu platzieren wenn noch gar keine Schule ist !!Die Gastmutter hat sich das sicher auch anders vorgestellt!

#11

CharlyGolf: du hast recht, da ist so ziemlich jede Familie überfordert. Die Gastfamilien nehmen einen Schüler unter der Voraussetzung auf, dass der täglich die Schule besucht und nicht einen Feriengast, der unentgeltlich einen Urlaub mit Familienanschluss bekommt.
Du hast weiterhin recht, dass es viel zu wenig Familien gibt ( auch in Deutschland!!), die neben Zeit, Platz und Geld auch den Wusch haben, einen Schüler zu beherbergen.
Ich habe mal bei einer Organisation im Hochglanzheftchen gelesen:" Unsere Gastfamilien werden sorgfältig ausgesucht". Das klingt wirklich gut. Aber so lange es sogar eine ganze Reihe von Schülern gibt, die nicht vermittelt werden können,weil es überhaupt keine Gastfamilie für sie gibt, da kann von sorgfältiger Auswahl ja wohl nicht die Rede sein. Da wird wahrscheinlich als Gastfamilie genommen, was sich gerade anbietet.
Für Olivers Tochter sind 7 Wochen rumhängen am Anfang des Austauschjahres echt
nicht schön. Anderes sähe es am Ende des Jahres aus, wenn sie Freunde hat und die Möglichkeiten, die ein kleiner Ort bietet , kennt. Hoffentlich ist die Betreuung von seiten der Organisation hilfreich !
Übrigens wird auch von ausländischen Austauschschülern in Deutschland erwartet, dass sie auf dem Lande ihr Jahr verbringen können.

#12

Also, ich möchte nochmal eine Kleinigkeit klar stellen.
Es war weder die Idee meiner Tochter, noch meine, so früh in die USA abzufliegen. Heute, mit meinem jetzigen Wissenstand, wäre ich da viel skeptischer. Aber nun hat das die Organisation, wohl zusammen mit der Gastmutter? ausgemacht.
Selbstverständlich dachte ich, die unternehmen irgendetwas.
Es macht ja auch keinen Sinn, jemanden in ein neues Land zu schicken um dort die Zeit abzusitzen, bis die Schule endlich los geht. Zwei Anrufe meinerseits bei der Organisation… keiner kann mir sagen, warum sie so früh geflogen ist - klasse Aussage! Wer hat sie gebucht und weiß nicht warum? Seltsam seltsam. Apropos Seltsam… die beiden, mit denen ich telefoniert habe, fanden das … seltsam.

Dass die Familien in den USA kein Geld erhalten, dafür kann ich nichts! Es ist mir auch schleierhaft, für was genau der fünfstellige Betrag genau ist. (Da gäbe es zu jedem einzelnen Posten etwas zu sagen, aber lassen wir das)
Soll ich jetzt der Familie monatlich Geld überweisen, damit sie etwas unternehmen? Kein Problem, jedoch fängt das dann ja prima an.

Ach ja, gestern wollte der Betreuer vor Ort zu einem Gespräch zu meiner Tochter und ihrer Gastmutter kommen.
Was solll ich sagen… hat er vergessen, er kommt im laufe dieser Woche.

Vollkommen schwachsinniger Termin zur den Hinflug, vor Ort zwar jemand offensichtlich als Ansprechpartner, der jedoch scheint es nicht so genau zu nehmen.
Da fühlt man sich wirklich vollkommen hilflos.
Das schicke Probagandaplättchen mit den schicken Bildern und den schönen Versprechnungen kann ich getrost zum Papiermüll werfen.

Mir wurde bereit aus Deutschland gesagt, dass der Betreuer vor Ort nichts besonderes Anbieten kann, so wie Wiebke vorgeschlagen hat, z.B. ein Summer Camp, dafür hat er sie wohl zum Volleyball angemeldet (oder noch nicht richtig) Meine Tochter hasst Volleyball.

Wenns läuft, dann läufts.

Ich weiß, es gibt viel wichtigere Probleme, aber das läuft doch vollkommen unrund.
Nur als Beispiel zu Schluss: Wir wohnen 30 Minuten vom Frankfurter Flughafen entfernt. Bekanntermaßen heben hier die meisten Flüge Richtung Langstrecke ab. Wie wurde meine Tochter zuerst gebucht?
Nach Düsseldort, dann nach Chigaco (fast 6 Stunden aufenthalt) und dann zum Endflughafen.
Die Reise hätte 18:19 Stunden gedauert, gerade mal 5 Autostunden von New York entfernt. In 18h bin ich im Norden von Australien!
Eine einfache Verbindung mit 1 x Umsteigen hätte 11:42 Stunden gedauert.
Man einigte sich dann auf einen Flug (natürlich alleine, ohne andere Austauschschüler) über New York mit über 5 Stunden Aufenthalt, obwohl es frühere passendere Flüge gegeben hätte. Klar fällt da keinem einen Zacken aus der Krone, aber muss das denn so bescheuert geplant sein?

Es fing schon echt blöd an und genau so, geht es auch weiter.

Viele Grüße

Oliver

#13

Zu den Flügen:
Ich finde die Routen manchmal auch sehr kurios!

Wir haben bei unseren letzetn beiden Kindern die Flüge selbst gebucht, so konnten wir die beste Strecke raussuchen.
Bei den Organisationen ist es natürlich so, dass sie bestimmte Kontigente bei den billigsten Buchungsklassen haben. Daher die oft unmöglichen Routen.

Viele Grüsse

Kirsten

#14

Lieber Oliver,
jetzt melde ich mich auch mal zu Wort. Ich finde es ein UNDING, was sich EF hier leistet. Ich finde es unverschämt, ein junges Mädchen 7 Wochen im nirgendwo sich selbst zu überlassen, bis - endlich - die Schule los geht. Es ist in keinster Weise zu rechtfertigen, dass man Euch so im Stich lässt und Ihr Euch auch noch dankbar erweisen sollt. Sorry Wiebke - aber nicht um jeden Preis Dankbarkeit zeigen, weil sich eine amerikanische Familie aufopfert, und einen Gastschüler aufnimmt.
Wir zahlen hier unglaubliche Summen für einen Schüleraustausch und dürfen auch Anforderungen stellen und bestimmte Dinge einfach erwarten. Dieser ganze Schüleraustausch ist ein riesiger MARKT! Ich bin absolut der Meinung, dass auch Forderungen stellen dürfen.

Mir geht das ganze Gerede von wegen: auch im 300 Seelendorf vollstes Glück und absolute Zufriedenheit etwas auf die Nerven, auch, nur weil es einem selbst so ergangen ist, aber eben nicht auf jeden zutrifft. Nicht jeder ist froh, wenn er sich selbst überlassen ist, jeder hat andere Ansprüche an sich selbst und an seinen Austausch - im anderen Fallen wären wir alle ja GLEICH.
Also: Dankbarkeit nicht um jeden Preis! Schliesslich geht es ja um unsere Kinder, die sicherlich mit großer Vorfreude und enormen Mut in ihr Abenteuer starten und gerade am Anfang gut aufgefangen werden sollten.

Lieber Oliver, ich wünsche, dass Ihr irgendwie eine Lösung findet und das beste aus allem machen könnt. Eventuell würde ich mit allem Nachdruck einen Gastfamilienwechsel ansteuern. Es ist die Zeit Deiner Tochter, die sie nicht mit Nichtstun vergäuden sollte.

So und jetzt hoffe ich, dass ich hier nicht zerrupft werde :slight_smile: .

Liebe Grüße
Jeannette

#15

Hey Oliver,

Hat deine Tochter (mit Hilfe des Betreuers/Gastmutter etc.) mal Kontakt zur Schule aufgenommen?
Oft finden schon während den Sommerferien Tryouts und/oder Training für verschiedene Sportclubs statt. Vielleicht kann eure Tochter da jetzt schon anfangen (falls sie Interesse an einem Sport hat) - dann ist sie auch beschäftigt und lernt v.a. Gleichaltrige kennen.

lG
Martin (der zwar in nem 1 800 EW Ort gewohnt hat, aber das waren “nur 35 km² Wald” ohne Nachbarn)

#16

Ja,aber ihr könnt nicht erwarten, dass eine Gastfamilie 7Wochen lang täglich ein Gastkind bespasst!!! Insofern sind Olivers Erwartungen im Vorfeld einfach zu hoch gewesen oder zu blauäugig.Das liegt nicht an der Gastfamilie oder am fehlenden Geld .
Die Schülerin ist offensichtlich herzlich von der Gastmutter empfangen worden,das kann man erwarten-dass jetzt die erhofften Sightseeingtouren und Urlaube,das Land und Leute kennenlernen nicht stattfinden ist ärgerlich,aber nicht Bringeschuld der Gastfamilie!!
Und auch diese Familie wird irgendetwas machen-sie müssen einkaufen,haben Freunde und Verwandte,die Mutter arbeitet,die Kinder verbringen auch irgendwie den Tag!Vielleicht ist mit “nichts machen” auch einfach nur gemeint-die machen nichts, was mir Spass macht oder nicht das, was ich erwartete?

#17

Ja,aber ihr könnt nicht erwarten, dass eine Gastfamilie 7Wochen lang täglich ein Gastkind bespasst!!!

Davon spricht auch keiner - sondern davon, wenn sie schon 7 Wochen vor Schulanfanganreisen soll(warum auch immer, hat ja wohl die Orga nicht veranlasst) dann sollte sich die GF auch was überlegt haben.

Wir hatten das gleiche Problem vor 3 Jahren. Insgesamt 8 Wochen einfach nichtstun - rumsitzen, fernsehen…oder mit dem Computer spielen und bevor ich es vergesse, jeden Mittag und Abend zum essen gehen. Bevorzugt “all you can eat”-Restaurants…GM konnte nicht kochen.

Vielleicht ist mit “nichts machen” auch einfach nur gemeint-die machen nichts, was mir Spass macht oder nicht das, was ich erwartete?

In den meisten Fällen ist "nichts machen - eben einfach “nichts machen”!!! Einfach nur rumsitzen…und die Wände anstarren oder in den Fernseher glotzen…(ist bei mir gleichzusetzen mit nichts machen)

Unsere Tochter ist vor Langeweile beinahe eingegangen.

Die Aufforderung Schulfreunde zu treffen ist ja mal sowas von daneben. Wie denn, wenn man nur daheim sitzt, die Schule noch nicht angefangen hat und man niemanden kennt??? Die Gastschwester keinerlei Freunde hat???

@ Oliver

Es fing schon echt blöd an und genau so, geht es auch weiter.

Dann kann es ja nur besser werden. Bei uns wurde es in beiden Fällen mit einem Gastfamilienwechsel deutlich besser - in allen Bereichen.

#18

Hallo,

Eventuell würde ich mit allem Nachdruck einen Gastfamilienwechsel ansteuern. Es ist die Zeit Deiner Tochter, die sie nicht mit Nichtstun vergäuden sollte.

Ich würde DRINGEND!!! davon abraten. Meine Erfahrung zeigt: wer es sich mit dem Betreuer in den USA verscherzt, ist manchmal ziemlich schnell wieder zu Hause, um dann hier einen langwierigen Rechtsstreit zu führen. Es ist bei der Gastfamilie nichts vorgefallen, was einen Wechsel begründet.
Und ganz ehrlich - die Kinder sind doch auch im Ausland, um ihren eigenen Weg zu gehen und das Selbst zu regeln. Wenn die Tochter von Oliver unglücklich ist, dann sollte sie das jetzt erst mal selbst regeln.

Vielleicht ist die Situation bei dir, Jeannette, auch noch etwas anders, weil dein Sohn in Australien ist, wo Gastfamilien bezahlt werden. Da kann man dann vllt. ein wenig mehr erwarten, als bei Gastfamilien, die gar nichts bekommen. Und da ist dann ein Wechsel in der Regel auch unproblematischer möglich.

Ich kann nur leider nochmal sagen: Es geht hier um einen Kulturaustausch. Es geht nicht um ein Jahr voller Spaß und Urlaub. Und ein Teil der amerikanischen Kultur ist einfach - Nichtstun & Relaxen. Da vergeudet man nichts. Wie gesagt, davon kann man halten, was man will, und man kann es auch im Rahmen eines Kulturschocks unangebracht, blöd etc. finden - nur ändern wird das nichts.
Es ist auch eine Tatsache, dass man ins ATJ gegangen ist, um dort den Alltag kennenzulernen. Und wenn eben so der Alltag aussieht - dann ist das so. Und wenn es einem nicht gefällt, sollte man darüber nachdenken, warum das so ist, es aber als andere Kultur und Begebenheit akzeptieren und sich freuen, wenn man später sein Leben anders führt. Ich erwarte im Übrigen keine Dankbarkeit von den Schülern - aber den Willen, ein ggf. völlig anderes Leben auszuprobieren, und sich damit für ein Jahr zu arrangieren.

Und ich bin sicher, dass jedem Austauschschüler gesagt wurde, dass die Wahrscheinlichkeit, in einem 200- Seelen-Ort zu landen, in den USA relativ hoch ist. Und dass er gefragt wurde, ob er damit klar kommt. Und wer da nicht “ja” sagt, oder eine gute Begründung für’s nein hat - der sollte gar nicht erst ins Programm aufgenommen worden sein. Und: Niemandem wird versprochen, dass im Ausland viel unternommen wird, und man ein Jahr “Zwangsbespaßung” :wink: hat. Schade ist aber wirklich, dass man über die evtl. Erwartungen der Eltern und Kinder anscheinend nicht ausführlich genug spricht / gesprochen hat, um auch ehrlich sein zu können, und diese ggf. zu deckeln.

Liebe Grüße,
Wiebke

#19

7 Wochen vor Schulbeginn … das ist wirklich unverständlich! Aber so ist es nun mal.
Man muss sich das doch nur mal überlegen,wie es einem selbst als Gastfamilie gehen würde (alleinerziehend, berufstätig). Vorallem wo einem ja immer gesagt wird, man müsse für das Gastkind keinerlei Extrawürste braten, es soll einfach so mitlaufen wie die eigenen Kinder. Wer würde es denn schaffen, diese endlosen 7 Wochen kurzweilig für einen ATS zu gestalten … auf dem Land? Ganz schöne Herausforderung!
Der Vorwurf ist an die Orga zu richten!
Der Wunsch nach einem Gastfamilienwechsel aber würde die Familie treffen, die ihr Haus geöffnet hat und sich sicher auch auf das Jahr gefreut hat. Sicherlich wäre sie sehr enttäuscht.
Übrigens - Gastgeschwister müssen oft erst erobert werden! Das ist keine Seltenheit.
Auch 7 Wochen gehen vorüber, vergeudet sind sie nur, wenn man selbst nichts daraus macht! Das wird schon…jetzt ist es definitiv zu früh zum Aufgeben!
Rana

#20

Meine Tochter ist jetzt seit 2 Wochen in den USA. In den ersten paar Tagen waren sie in TX, seit 1,5 Wochen sind sie im Haus ihrer Gastfamilie.

Nächste Woche fängt die Schule an.

Mal macht die Gastmutter etwas mit Jenny, dann kommt mal die Gastcousine vorbei oder sie geht mit der Gastmutter zur Arbeit (Day Care).

Heute Nacht bekam ich eine Nachricht:
Ich habe eine Freundin gefunden :).

Die Gastmutter hat sich nämlich gedacht, dass sie Jenny mal zur Youth Group der Kirche schickt, damit sie andere in ihrem Alter vor Schulbeginn kennenlernen kann.

Vielleicht kann eure Tochter auch in eine Youth Group gehen. Oder einfach nur mal durch den Ort laufen.
Auch so kann man Leute kennenlernen.

Viele Grüsse

Kirsten