Auch positive Erfahrungen für USA hier?

Hallo,

Seit Wochen verbringe ich meine schlaflosen Nächte hier und ärgere mich, dass ich nicht eher auf dieses Forum gestoßen bin, bevor wir den Vertrag bei unserer Organisation für einen 10 monatigen Aufenthalt 2024 / 2025 in den USA unterschrieben habe.
Wir waren wohl leider sehr naiv.
Noch ist uns nichts schlimmes passiert, aber bei all den Erfahrungen hier bin ich mir sehr sicher: wäre ich eher auf dieses Forum hier gestoßen, ich hätte dem Wunsch meiner Tochter nicht zugestimmt.

Mein Mann beruhigt mich die ganze Zeit und sagt, dass man ja immer eher dazu neigt negative Erfahrungen zu teilen und dass man deshalb halt überwiegend negatives hier liest…

Gibt es hier auch positive Erfahrungen?

Hoffnungsvolle Grüße

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Ja, ich habe mir auch immer gesagt: warum sollte da was passieren, das sind alles alte Geschichten. Alles alte Geschichten, alles super.

Aber tatsächlich ist es in diesem Fall eher umgekehrt: du findest zu 98% NUR positive Berichte! YouTube ist voll davon, Insta, TicToc, vermeintliche Bewertungsportale, die auch nur positiv berichten(man achte auf die Sponsoren, dieser Seiten) es gibt angeblich keine negativen Berichte. Keine Gerichtsurteile( es kommt letztendlich immer zu Vergleichen, die findet man nicht im Netz), und zum Teil müssen Verschwiegenheitserklärungen unterschrieben werden.

Die meisten landen hier erst, wenn sie bereits Probleme haben,…und selbst dann muss man schon sehr genau suchen, um negative Erfahrungen zu finden.

Also wenn du positive Erfahrungen suchst, dann einfach bei YouTube Auslandsjahr USA eingeben und du findest es.

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Liebe Wandergans,
mach dich nicht verrückt. Es ist gar nicht zu verachten, weniger verklärt und blauäugig in das ATS zu gehen, für Schüler und Eltern. So habt ihr schonmal den Vorteil, WENN etwas richtig schiefgehen sollte, besser damit umgehen und es einordnen zu können. Das Schlimmste ist in meiner Erinnerung immer noch der Moment der großen Enttäuschung im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem für unseren Sohn, der mit größtem Vertrauen in die Versprechen der Orga und in ein tolles Jahr losgeflogen ist. Und das Gefühl, allein zu sein mit unserer Wut, Angst, Hilflosigkeit. Ich hatte dieses Forum zuvor gar nicht bemerkt und war selbst total naiv und vertrauensselig. Aber ich denke, dass es mir eher gut getan hätte zu wissen was passieren kann und was dann wichtig ist. Ich bin mir sicher, für euch ist es von Vorteil, zu wissen, was hinter dem Geschäft mit dem Auslandsjahr auch steckt und euch abzusprechen und vorbereiten zu können auf unangenehme Szenarien. ABER: es kann eben auch sein, dass ihr eine gute, warmherzige und normale Familie abkriegt und gar keine Erfahrungen mit der amerikanischen Orga und dem ganzen zugegebenermaßen schockierenden Kram machen müsst.
Versucht positiv zu bleiben. Euer Kind wird sich wohl trotzdem nicht davon abhalten lassen, seine eigenen Erfahrungen machen zu können :wink:. Und das ist gut so,das Privileg der Jugend. Ihr könnt euch nur besser drauf vorbereiten und habt einen offeneren Blick auf das Ganze. Ganz viel Glück für euch !

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Liebe Wandergans,

Ich kann dich so gut verstehen.

Ich bin auf dieses Forum gestoßen, als wir vor der Entscheidung standen, mit welcher Organisation wir das USA-Projekt in Angriff nehmen. Ich hatte die Hoffnung, hier Tipps zu finden. Leider war vor 1,5 Jahren hier wenig los. Vielleicht aufgrund der allgemeinen Corona-Flaute, in der einfach weniger Familien das Risiko eingehen wollten.

Ich habe das Forum genutzt, uns alle ein stückweit mental vorzubereiten, dass eben nicht alls Hochglanz sein wird. Stichworte späte/ keine Platzierung, strengere Hausregeln, evtl. Pampa, vielleicht kommt er nicht ins Schulteam, Unterbringung bei Rentnern oder aber Kleinkindern, Zimmer teilen.
Mein Sohn ließ sich davon aber nicht beirren.

Meine Tipps:

  • Prüft euren Rechtsschutz.
  • Prüft den Vertrag und welche Rechte ihr habt (ggf. auch juristisch).
  • Macht einen Plan B - wie geht ihr damit um, wenn euer Kind hier bleibt.
  • Wenn ihr eine Gastfamilie zugeteilt bekommt, versucht sie unabhängig zu bewerten (Google Maps von Wohnort und Schule, evtl Social Media). Hört auf euer Bauchgefühl. Im Notfall ist die (mentale und körperliche) Gesundheit eurer Tochter wichtiger als das Geld.
  • Bucht einen Handyvertrag online (eSIM) und macht eure Tochter in dem Punkt unabhängig von der Gastfamilie. Dabei ist jedoch die Netzabdeckung zu beachten!
  • Macht eine Liste mit Notfallnummern. Druckt sie mehrfach aus und gebt sie eurer Tochter mit (pro Tasche ein Zettel). Dann kann sie sich auch ohne eigenes Handy Hilfe organisieren.

Und hier noch unsere positive Erfahrung :wink:
Unser Sohn wurde am 31.8. einer Gastfamilie zugeteilt.
Nach heutigem Stand (nach 3,5 Monaten) würde ich sagen, er hatte sehr viel Glück. Er fühlt sich in der Gastfamilie und in der Schule wohl. Sein Gastbruder ist zwei Jahre jünger, hat aber die gleichen Interessen. Die Familie war letzten Sommer selbst in Deutschland und kann ein bisschen die Unterschiede einordnen (z.B. kein/ kaum ÖPNV in USA). Für unseren Sohn muss es nach einem Perfect Match aussehen.
Ich hoffe, das bleibt die nächsten 5 Monate so.

Als er ankam hatte die Schule schon begonnen, aber er hatte dadurch keine Nachteile. In der Schule sind nur eine Handvoll ATS, er ist der einzige Deutsche. Er hat entsprechend nur amerikanische Freunde.

Macht euch nicht nervös. Es gibt viele gute Geschichten. Dein Mann hat sicher auch recht, dass in so einem Forum eher Leute schreiben, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber wenn man Probleme benennen kann, kann man sich vorbereiten.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eine gute Platzierung bekommt und auch nicht mehr so lange warten müsst.

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Hallo Wandergans,

auch ich habe diese Seite gefunden nachdem für unsere Tochter im August 23 immer noch keine Gastfamilie gefunden wurde.
Eine Unterstützung der deutschen Organisation war nicht vorhanden und wir haben versucht auf eigene Faust eine Familie zu finden. Das was wir dann erlebt haben ist eine sehr lange negative Geschichte… Am 26.08. erhielt unsere Tochter eine Gastfamilie durch die US Organisation.

Postiv:
Sie hat in der USA viele amerikanische und italienische Freunde gefunden.

Nachdem sie mit der Gastmutter nicht zurechtgekommen ist und es in der USA mit dem Local Coordinaator eskaliert ist, haben wir von der deutschen Organisation sehr viel Unterstützung erhalten und sie konnte am 01.01.24 die Familie wechseln.

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Hallo Wandergans,
ich antworte dir hier als Austauschschülern und nicht als Elternteil, doch auch ich hatte die selben sorgen vor meinem Auslandsaufenthalt. Im Moment verbringe ich ein Jahr in Norwegen und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass das hier vermutlich die beste Zeit meines Lebens ist.
Natürlich bin ich in einem anderen Land als deine Tochter, aber ich habe Kontakt zu beinahe allen Austauschschüler/innen hier in Norwegen. Vielleicht kann es dich beruhigen, dass wirklich nur die wenigsten mit Herausforderungen zu kämpfen haben. Von den etwa 50 Schülern ist nur einer zurück nach Hause gereist, bei allen anderen haben sich die Probleme geklärt.
Hier im Forum ist vor allem von Schwierigkeiten mit den Gastfamilien zu hören, teilweise sind das sehr schockierende Geschichten. Auch in meinem Umfeld ist die Gastfamilie das größte und vielleicht sogar einzige echte Problem im Auslandsjahr, doch ich habe bisher von niemandem gehört, vei dem ein Gastfamilien Wechsel nicht möglich gewesen wäre.
Im allgemeinen sind aber fast alle sehr glücklich mit der Familie, so wie ich persönlich auch. Meine Gastfamilie hat mich aufgenommen wie eine Tochter, ich könnte zufriedener nicht sein.
Ich würde dir also empfehlen, dir keinen zu großen Stress zu machen und deine Tochter auf dieses Abenteuer zu lassen. Schlimmstenfalls kann sie das Jahr immer abbrechen, doch es ist am wahrscheinlichsten, dass sie ein tolles, spannendes Jahr hat.
Viele Grüße
Sherlock

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Ich danke euch für diese wirklich liebevollen, informativen Nachrichten. :yellow_heart:

Ja, es ist wohl wirklich so, dass es nicht schadet jetzt schonmal drauf vorbereitet zu sein, was alles sein, kommen & passieren kann.

Ich versuche jetzt erstmal nicht mehr alles panisch schwarz zu sehen, um meiner Tochter die Vorfreude nicht zu nehmen.

Ich sehe es „einfach“ so, dass wir jetzt besser für den Fall der Fälle vorbereitet sind und den Gedanken vom „ Abbruch bevor es überhaupt angefangen hat“ loszulassen.

Ich habe meine Tochter auch darüber aufgeklärt, dass es sein kann, das sie überhaupt garnicht platziert wird (anders als wir dachten) und sie dann zuhause bleiben muss… ihre erste, schlagartige Reaktion hat mich sehr beruhigt: „Mama, wenn das so ist dann ist das so, dann wird das einen guten Grund haben und ich werde nicht auf biegen und brechen versuchen es doch irgendwie hinzukriegen. Dann soll es halt gerade nicht sein. Klar wäre ich traurig weil ich mich echt drauf freue, aber es wäre kein Weltuntergang für mich. Dann mach ich das halt nach dem Abi.“

Ok ich gebe zu, kurz habe ich mir still und heimlich gedacht: super, meine Chance - wir ändern die Bewerbung und Unterlagen noch so ab, dass sich keine Familie finden lässt und sie einfach nicht platziert wird. :sweat_smile::see_no_evil:

Aber nein, das ist natürlich keine Option, viel mehr hoffe ich & wünsche es meiner Tochter, dass sie einfach Glück hat und wir am Ende auch positiv berichten können.

Ich danke euch allen sehr!

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Hallo Wandergans,

mit der entspannten Einstellung deiner Tochter ist das doch eine gute Ausgangssituation.
Und alle Fragen, die es sich lohnt zu stellen und alle (bisherigen) lessons learned findest du hier im Forum.
Viele von uns (inkl. mir) sind leider erst darauf aufmerksam geworden, nachdem es nicht so geschmeidig lief… da bist du auf jeden Fall schon ein ganzes Stück weiter und besser vorbereitet.
Das sollte dir Mut machen :slight_smile:
Wir drücken die Daumen!
VG, Karli

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Hallo Wandergans,

unsere Tochter wird wohl wie es aussieht in die 3. Gastfamilie wechseln müssen. Hätte mir das jemand letztes Jahr gesagt…Ich hätte ihn/sie für verrückt erklärt. Aber nun ist es so. Natürlich nicht schön und auch mit Nerven aufreibenden Tagen und Nächten verbunden.
Bei allem Kummer, erlebt unsere Tochter viele viele tolle Momente, hat Freunde gefunden, tatsächlich eine sehr liebe Local Coordinatorin und ist an jeder Herausforderung auch ein Stück gewachsen.
Das macht die negativen Erfahrungen nicht komplett wett aber es ist auch nicht das Ende der Welt. Jedes ATJ ist völlig individuell und jede Erfahrung ist wertvoll.
Deine Tochter scheint einen gefestigten und entspannten Charakter zu haben. Das sind beste Voraussetzungen. Und wahrscheinlich geht bei euch alles gut und sie wird ein tolles Jahr haben.
Ich wünsche euch jedenfalls eine tolle und aufregende Vorbereitungszeit.

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Liebe Dana,
Mensch, das tut mir leid. Ich hoffe, dass alle guten Dinge 3 sind und eure Tochter endlich richtig ankommen kann!

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Hi
Von unserer Seite aus kann ich Gutes berichten.
Unsere Platzierung kam sehr schnell und die GF meiner Tochter ist wirklich sehr nett. Die Ortschaft ist klein, wobei die nächstgelegene Schule schon zu den großen gehört. Es gibt einige ATS, aber sie ist die einzige deutsche. Die Freundschaften mit den Amerikanern, sibd - nach Aussage meiner Tochter- ein bisschen oberflächlich, aber das gehört auch zur Gesamterfahrung .
Durch die große Entfernungen, ist sie leider aufs Auto angewiesen, somit gestalten sich Treffen außerhalb der Schulzeit auch schwierig.
Nicht alles ist perfekt, aber sie hat es bisher nicht bereut, auch wenn sie sich schon riesig aufs zuhause freut.
Jede Erfahrung ist natürlich individuell und wird auch durch den Charakter des ATS bestimmt.
Deine Tochter scheint eine gelassene Einstellung mitzubringen, was auf jeden Fall positiv sein wird.
Ich hoffe, es wird alles so wie ihr euch das wünscht.
LG
Christina

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Guten Tag,

meine Tochter ist seit August 2023 in den USA und bei uns sind die Erfahrungen auch überwiegend positiv.

Meines Erachtens nach ist es auch so ein bisschen Glückssache, was die Gastfamilie betrifft und aber auch, wie charakterstark der Austauschüler ist.

Meine Tochter hatte superviel Glück mit ihrer Gastfamilie, hat dadurch vor Ort schnell Anschluss und Freunde gefunden. Allerdings ist sie auch ein Typ dafür und hat schon immer und überall schnell Anschluss gefunden.

Ohne Probleme lief es trotzdem nicht, es gab eine Zeit, so nach 2-3 Monaten, als alles auf der Kippe stand (Unstimmigkeiten mit der Gastfamilie) und das war sehr schwer für sie. Aber sie hat sich durchgebissen und das hat auch nochmal die Bindung zur Gastfamilie gestärkt. Es sind halt doch verschiedene Welten, die da aufeinander prallen. Dessen sollte man sich bewusst sein. Und dann hat man als Gastschüler „die Aufgabe“ sich anzupassen.

Manchmal geht’s halt aber auch nicht. An der Schule meiner Tochter waren zwei weitere Austauschschüler, die die Gastfamilie nach circa 5 Monaten gewechselt haben.

Viele Grüße

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