Abschied naht ...wie damit umgehen?

Hallo ,
Ich bin neu hier und habe mich sozusagen aus Verzweiflung hier angemeldet…
Meine 16 jährige Tochter wird Anfang August für ein Jahr in die USA gehen.
Sie wird in Kalifornien eine Privatschule besuchen, und bei einem Freund ihres Vaters leben. Wir sind getrennt, und Papa ist jetzt der Hero, da er voll hinter ihr steht, und alles bezahlt.
Ich gönne ihr diese Erfahrung von Herzen, aber ich habe wahnsinnige Angst, dass ihr etwas passiert.
Auch der Abschied liegt mir schon sehr im Magen.
Während sie und ihr Papa also voller Euphorie dem August entgegen fiebern, bin ich die nervige Glucke, die nicht los kann.
Wie haben andere diese Situation bewältigt?
Und wie seid ihr in diesem Jahr mit der Trennung umgegangen?
Mir graut es jetzt schon.
Der Abschiedsschmerz ist jetzt schon gewaltig

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Liebe sunshine1977,

oje, Ich kann Dich so gut verstehen, meine Tochter fliegt in 6 Wochen für 10 Monate nach Japan und mir graut auch schon sehr davor. Momentan versuche ich noch jeden Moment mit ihr zu genießen, voll im Hier und Jetzt zu sein und sie erst zu vermissen, wenn sie dann auch wirklich nicht mehr da ist. Das klappt soweit ganz gut.
Ich habe mir vorgenommen in der Zeit in der sie weg ist: Tagebuch zu schreiben
Mir Dinge gönnen zu denen ich sonst nicht komme
Fortbildungen zu machen, auf die ich Lust habe
Also ich versuche schon ein bisschen zu planen, damit ich nicht nicht so planlos bin.
Ich lasse auch ängstliche Gedanken nicht zu. Gedanken sind nur Gedanken, die wir uns machen ohne einen Bezug zur Realität. Ich Versuche mich auf die positiven Dinge zu konzentrieren: sie darf ihren Traum leben, ich habe sie zu einem selbstbewussten Menschen erzogen, ich bin stolz auf sie, sie wird daran wachsen….
Es hilft mir auch mit Erwachsenen zu reden, die früher einen Austausch gemacht haben.

So viele Eltern haben es durchgestanden, das schaffst Du bestimmt auch! Wir können uns ja gegenseitig beistehen, wenn es soweit ist!

Grüße, Monika

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Hallo,
wir haben das zweimal durchgemacht:
Beim ersten Mal war die Abschiedsphase schwierig, weil wir aus den Infos zur GF und kritischer Kommunikation mit der Schule ahnten, dass es eine schwere Zeit werden wird, was dann auch zutraf und sogar schlimmer war als befürchtet. Der Aufenthalt wurde dann sehr früh schulseitig abgebrochen.
Bei einem Neustart 4,5 Monate später, als alles besser passte, war es viel einfacher und der Abschied fiel gar nicht schwer. Die gesamte Zeit ging prima, ich konnte den Freiraum sehr gut nutzen. Wenn es dem Kind gut geht, ist es viel einfacher.

Liebe Sunshine1977

Ich kann mich so gut in dich hineinfühlen. Mir ging es vor einem Jahr genauso und habe mich hier angemeldet. Daraus entstand ein reger Austausch der mich immer wieder mal beruhigte oder informierte wie das andere erleben.
Bleibe etwas hier…und wir verschaffen dir vielleicht etwas linderung. :four_leaf_clover: :four_leaf_clover: :four_leaf_clover:

Meine Tochter kommt nach einem Jahr Japan wieder nach Hause. Ich weiss noch genau die schwierige Zeit vor dem Abschied. Das ungewisse nagt ziemlich an den Nerven. Der Tag des Abschieds war für mich ganz schlimm und die ersten Tage danauch auch. Trotzdem, rückblickend ist es eine immense Erfahrung für alle beteiligten, bei der man zuerst etwas „beissen“ muss.

Es ist als wäre es erst vor kurzem gewesen, wo unsere Tochter am Flughafen durch das Gate lief und verschwand. In einer Woche wird sie dann wieder bei der Ankunft wieder da sein.

Es hängt viel davon ab, wie die ersten Tage verlaufen. Wenn alles gut gegangen ist und du spürst, dass dein Kind glücklich ist, beruhigt das sehr. Wir hatten immer im Vordergrund, dass es um das Kind geht und nicht um uns. Dies war natürlich nicht immer einfach, aber wenn du Bilder deiner Tochter siehst und diese einfach nur unheimlich glücklich und zufrieden aussieht, geht das dann fast von alleine. Ich wünsche Dir das so sehr, dass alles klappt und gut geht.

Meine Frau und ich hatten auch diesen Konflikt :slight_smile:
Tochter und Vater gegen die Mama. Wir wollten ein Jahr, die Mama nur ein halbes. Wir haben uns durchgesetzt und die Mama fühlte sich auch schlecht, als sei sie die böse Schwarzseherin. Jedoch hatte der Papa nach einem halben jahr viel mehr Mühe damit und wünschte sich die Tochter zurück.

Es gibt viele Tipps hier wie du diese Zeit schaffst. Einge sind schon genannt worden. Nimm dir Zeit für dich und schaffe neue Momente und positive Erinnerungen.

Melde Dich einfach hier…

Lieber Gruss
Domnick

Hallo zusammen
Bei uns ist es in fünf Wochen soweit dass die Tochter ein Jahr nach Schweden geht. Sie ist schon über ein Jahr angemeldet und ich habe immer gesagt „das geht ja noch sooo lange“ :slightly_smiling_face:
Im März haben wir den Flug gebucht, da wurde es langsam real. Seit 10 Tagen haben wir die Platzierung und jetzt schon 2 mal via facetime mit der Gastmutter telefoniert. Die scheinen sehr nett und sympatisch und freuen sich auf ihr erstes Gastkind. Soweit ich den Ort, die Familie „überblicke“ ist es glaub sehr passend für meine Tochter. Sie ist sowieso unkomopliziert und ihr war es auch egal in welcher Ecke sie landet.
Sie freut sich, ich mich auch. Schweden ist ja nicht ganz so weit weg wie die USA oder Asien oder gar Australien.
Aber es kann durchaus sein dass ich sie dann doch mehr vermisse als ich jetzt denke…

Finde so ein Austausch auch toll.

Liebe Grüsse

Ich kann euch gut fühlen… aber macht euch keinen Kopf: vor einem Jahr war das Kind noch nicht mal weg und jetzt ist es schon seit 4 Wochen zurück.

Das ging alles soooooooo schnell. Fast zu schnell ehrlich gesagt. Ich hatte ja schon gesagt, dass ich es sehr genossen habe via WhatsApp, Insta und Co. auch nochmal woanders „mitzuleben“. :slight_smile:

Der Anfang war zäh und nicht so leicht - da hat mir der Andock an das Forum hier sehr gut geholfen. Dann ging alles rasend schnell… und anders als ich es jetzt schon in anderen Threads gelesen habe: Es ist als wäre nie wirklich etwas gewesen. Einfach ein kompletter Zeitsprung.
Klar, der Kontakt zu den Freunden aus USA, Südamerika und Europa ist da (genauso wie es die ganze Zeit mit Social Media andersrum nach hier war), aber sonst alles wie vorher.

Ist sicherlich ein großer Unterschied in welchem Land man ist/war - ich denke, dass in ganz fremden Kulturen, wie das was ihr von Japan beschreibt, echt mehr passiert.

Kind selbst würde es so wie es war empfehlen.
Ich fühle ich mich tatsächlich etwas bestätigt in meiner initialen Haltung, dass ich nach dem Abi oder im Studium bevorzugen würde.

Ich fühle sehr ähnlich wie du.
Wenn auch hier die Situation mit dem Vater nicht ist wie bei euch.
Unsere Tochter wollte so lange unbedingt gehen, ich habe meinen Mann überzeugt, dass das ne super Sache ist, das wir das locker packen usw… und jetzt? Jetzt würde ich kurz vor der Abreise alles am liebsten rückgängig machen, kann nur sehr schwer was positives daran finden und es kommt mir alles negativ vor.
Ich kenne mich so überhaupt nicht und es macht mir sehr zu schaffen.

Mein Sohn ist jetzt seit 1,5 Wochen in Kapstadt.

In den letzten Wochen vor Abreise wurde mir auch sehr mulmig. Ich habe gezweifelt.

Als wir aber nach ein paar Tagen nur positive Meldungen von ihm bekamen und das Gefühl haben, dass er in seiner Familie sehr gut aufgehoben ist, sind die Sorgen weg und ich gönne ihm diese Zeit von ganzem Herzen und freue mich über seine Berichte und Bilder und darauf ihn in einem Jahr (er ist tatsächlich 354 Tage weg) wieder in den Arm zu nehmen.

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Danke schön @Monika
Das ist wirklich sehr nett von Dir.
Ich komme gerne dsrauf zurück.
Was mich wirklich belastet, dass ich Angst habe meiner Tochter das Gefühl zu geben, dass ich mich nicht mit ihr freue und es ihr nicht gönne.
Das ist aber nicht so.
Ich weiß nur nicht,wie ich den Abschied und die Trennung überstehen soll …

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Liebe Sunshine1977,

hast du denn mit ihr darüber geredet? Ich finde es superwichtig, dass wir uns nicht verstellen vor unseren Kindern. Sie dürfen ruhig mitbekommen, dass wir daran zu knapsen haben. Meine Tochter weiss, dass ich mit Mega mit ihr mitfreue, sie weiß aber auch, dass ich auch Angst habe vor den 10 Monaten, und ich einen Weg finden muss, damit umzugehen.
Da ich ein gebranntes Kind bin, was das betrifft (meine Mutter dachte bei jeder meiner Reisen dass sie mich nie mehr wiedersehen wird) werde ich ihr meine Emotionen natürlich nicht überstülpen, aber wir fahren hier gut damit, ihr auch zu zeigen, dass in uns beide Gefühle vorhanden sind. Es ist doch auch normal, wenn man sein Kind das erste Mal so lange wegschickt.

Liebe Grüße, Monika

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Hallo zusammen

Ich freue mich so, die Gastmutter kommt mich besuchen für 2 Tage :grinning:
Meine Tochter ist leider nicht da, sie ist mit ihrer Freundin im Urlaub. Aber so sieht sie wie wir leben, ich kann in Ruhe sie kennenlernen und etwas über ihre Familie erzählen.
Hätte ich nie gedacht dass sich das so spontan ergibt.

Liebe Grüsse

Oh spannend. Wie kommt das?

Sie geht in den Urlaub und es liegt fast am Weg. Sie ist zum Glück so spontan und kommt, freue mich riesig.

Ah. Prima. Das ist eine tolle Chance.