Ich erinnere mich noch gut daran, wie auch wir uns damals den Kopf darüber zerbrochen haben, was wohl die besten Gastgeschenke sein könnten.
Uns hat damals ein Tipp sehr geholfen: sich darüber zu informieren, was im jeweiligen Land üblich oder kulturell besonders ist. In unserem Fall – Japan – haben Gastgeschenke eine große kulturelle Bedeutung und sind fest im gesellschaftlichen Miteinander verankert. Es wird bei nahezu jedem Besuch ein kleines Geschenk mitgebracht.
Dabei werden gar keine großen oder teuren Dinge erwartet – vielmehr zählt die Geste. Besonders gut kamen kleine, liebevoll verpackte Aufmerksamkeiten an. Selbstgemachtes oder persönlich ausgewählte Kleinigkeiten hinterlassen dabei oft einen bleibenden Eindruck. Süssigkeiten aus Deutschland oder der Schweiz kamen übrigens immer gut an.
Mein Tipp daher: Informiert euch über die Gepflogenheiten im Gastland und entscheidet dann, was am besten passt. Die Idee mit dem persönlichen Buch finde ich zwar süß, aber im Nachhinein denke ich, dass die Gastfamilie während dieses Jahres ihre ganz eigenen Erinnerungen mit dem Gastkind sammeln wird – und auch möchte.
Ein solcher Austausch lebt meiner Meinung nach vor allem von der direkten, persönlichen Kommunikation. Gespräche, gemeinsame Zeit, kleine Erlebnisse – all das schafft oft tiefere Verbindungen als ein mitgegebenes Erinnerungsbuch. Aber das ist natürlich meine persönliche Sicht.
Wir sind übrigens gerade aus den Ferien in Japan zurück – wir durften eine Woche bei den damaligen Gasteltern unserer Tochter verbringen. Dabei wurde uns nochmals sehr bewusst, dass sie in diesem Jahr ein ganz eigenes, unabhängiges Leben mit dieser Familie geführt hat. Ihre Erfahrungen und Erinnerungen dort hatten mit unserem Alltag zu Hause nur wenig gemeinsam – und das ist auch gut so.
Heute sind wir froh, dass wir am Anfang nicht zu viel von unserem eigenen Familienleben und unseren Gewohnheiten mit der Gastfamilie geteilt haben. So konnte sich eine ganz eigene, unvoreingenommene Beziehung zwischen unserer Tochter und ihrer Gastfamilie entwickeln – etwas Einzigartiges, das sie gemeinsam und auf ihre Weise gestalten konnten.
Durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Erlebnisse, die wir und die Gasteltern mit unserer Tochter gemacht haben, ist eine ganz besondere Verbindung entstanden. Heute erkennen wir den Einfluss beider Seiten in ihr – und genau das wird uns wohl für immer miteinander verbinden.
Bis zu unserem Besuch waren es die fürsorglichen Gasteltern in Japan. Doch jetzt, nach dieser gemeinsamen Zeit, sind wir zu einer Familie geworden. Der Abschied fiel unendlich schwer und tränenreich.
Versucht nicht allzu grossen Einfluss aus dem Leben daheim mit in die Ferne zu geben. Das kommt dann von ganz alleine…
Lieber Gruss
Domnick