Unglaublich, der erste von 10 Monaten ist schon um. Wie geht’s euch inzwischen? Wie läuft’s bei euren Kindern?
Vor einer Woche ist auch bei uns der Alltag eingekehrt, da die Schule wieder begonnen hat. Davor hatte ich mich ein bisschen gefürchtet. Denn in den Wochen davor, vor allem im Urlaub, hatte ich oft eine traurige Grundstimmung, nach dem Motto „Und das war’s jetzt mit Familie zu viert?“ Natürlich Blödsinn, als wenn unser Sohn nicht schon zu Hause mit dem Loslöseprozess begonnen hätte und Freunde oft wichtiger waren als die Gemeinschaft mit der Familie. Nur ist das ganze jetzt einfach ein bisschen abrupt über die Bühne gegangen!
ABER ich muss feststellen, dass es ruhiger und auch “nervenschonender” bei uns geworden ist und dass ich das genieße:D. Mein Ältester ist nämlich nicht nur der kommunikations- und diskutierfreudigere und witzigere von unseren beiden Kindern, sondern auch der chaotischere, unordentlichere und oft auch der gedankenlosere. Nun muss ich mich weniger aufregen oder mir den Mund fusselig reden. Und es bleibt mehr Zeit für die Kleinen, zumindest kommt der jetzt mehr zu Wort!
Außerdem tut gut zu hören, dass sich unser Sohn bei seiner Gastfamilie pudelwohl fühlt. Mit dem Schulalltag, den vielen Tests und den Anforderungen, die vor allem auch auf die Sprache zurückzuführen sind, kommt er inzwischen ganz gut zurecht. Auch hat er inzwischen, vor allem durch seinen Sport, jede Menge Leute kennen gelernt und scheint auch erste Freundschaften zu schließen.
Auch so etwas wie eine regelmäßige Kommunikation über e-Mail und ICQ hat sich eingependelt. Allerdings darf ich keine Fragen stellen, bei dem unser Sohn befürchtet, dass sie eventuell auf eine kritische Bemerkung oder einen fürsorglichen Ratschlag hinauslaufen könnte. Da kommt immer gleich: „Keine Angst, Mama!“, auch wenn ich meine Frage einfach aus Neugier und weniger mit einer bestimmten Absicht stelle.
Eine Sache hat mich dann aber sprachlos gemacht: Unser Sohn ist/war manchmal so unordentlich und uneinsichtig, vor allem was außerplanmäßige Mithilfe im Haushalt betrifft, dass ich mich schon fast schämte, ihn einer anderen Familie zuzumuten. Mein Standardsatz war dann: „Wenn du dich so benimmst, schickt dich deine Gastfamilie in spätestens 4 Wochen wieder zurück.“ Und was höre ich jetzt: unser Sohn hilft, wo er kann: er versorgt den Hund und führt ihn aus, kümmert sich um die Spülmaschine, mäht Rasen, obwohl das bei der Gastfamilie drei Mal so lange dauert wie bei uns, etc.!! Ich fass es nicht! Als ich meinte, dass er das alles auch zu Hause weiter führen könne, war die Antwort: “Wir haben doch gar keinen Hund!“
Was habt ihr inzwischen für Erfahrungen gemacht?
Viele Grüße, Ute
