Hallo, ich bin jetzt seit 2 1/2 Wochen in meiner Gastfamilie, das Heimweh geht immer mehr weg und ich hab mich auch schon ganz gut eingewöhnt. Mein Problem ist, dass ich mich in meiner Gastfamilie nicht wohlfühle, meine Eltern haben ganz viel Geld für diesen Austausch bezahlt und möchten natürlich genau wie ich, dass er mir dann auch gefällt und was bringt. Ich bin mir halt nicht ganz sicher ob es einfach an mir liegt, ob ich zu pingelig bin oder zu große Erwartungen hab.
Die Sache ist die, alle die im Ausland waren und auch meine Organisation haben mir erzählt, dass man sich in die Familie integrieren soll und dass es sich irgendwann anfühlt wie eine zweite Familie.
Meine Familie besteht aus einer Mutter, ihren Kindern (6, 9 und 10) und aus zwei asiatischen Jungs die so eine Art Studium machen. Die beiden Jungs reden selten und man sieht sie nur beim Abendessen. Mit den Kindern beschäftige ich mich immer, wenn ich zuhause bin. Ich hab mich von Anfang an immer zu ihnen gesellt und probiert eine Beziehung aufzubauen (ich hab zuhause zwei ältere Geschwister).
Das ist alles soweit gut… Dann kommt aber die Mutter die manchmal wirklich einen ganz normalen Eindruck macht und sie hat auch keine psychischen Probleme oder so, aber sie lässt sich nicht auf mich ein, behandelt mich wie eine Fremde, lässt mich spüren, dass ich nur eine Last bin die sie durchfüttern muss. Sie streitet sich sehr oft mit den Kindern, sodass ich es zwei Etagen weiter oben noch hören kann, sie lässt mich in der Woche bis 18 Uhr und am Wochenende bis 22 Uhr raus (Was für mich echt ganz schlimm ist da ich zuhause SEHR viel Freiraum und Vertrauen von meiner Mutter bekommen hab, natürlich wusste ich, dass das hier nicht ganz so einfach ist), ich darf mich nur für das Frühstück in der Küche bedienen und kriege noch ein Abendessen (Am Kühlschrank hängt ein fetter Zettel, dass wir da nicht drangehen dürfen), für W-LAN muss ich 10$ die Woche zahlen, es gibt keinen Fernseher und keine Kaffeemaschine (klar ist nur Nebensache und sollte den Austausch nicht ausmachen aber trotzdem
sind halt so Kleinigkeiten).
Also was mich am meisten stört ist das Essen wie gesagt Frühstück darf ich mir machen und ich kriege auch Abendessen… Leider gibt es hier zum Frühstück nur süßes (ich bin in Australien hab gehört das ist hier normal) und das Abendessen ist um 18 Uhr, mir ist das zu wenig und zu ungesund für einen ganzen Tag so dass ich mir jetzt angefangen hab etwas Obst und Snacks wie Nüsse und Salzstangen zu kaufen.
Was mich auch noch sehr stört ist, dass ich nicht als Mitglied der Familie, sondern wirklich als eine Person , die einen Teil vom Haus einnimmt angesehen werde, mich also überhaupt nicht zuhause und wohl fühle… Dabei probiere ich ihr immer zu helfen: Ich decke den Tisch und räume auch die Sachen der Kinder immer mit ab und bringe sie in die Spülmaschine, bei Gelegenheit räume ich sie auch immer vollständig aus, außerdem spiele ich ständig mit den Kindern… (Klar sind jetzt keine besonderen Taten, aber ich probier wenigstens dazuzugehören) Ich probiere pünktlich zuhause zu sein obwohl ich die Zeiten echt nicht fair finde (meine Freundinnen durften bei ihrem Austausch in der Woche bis 20/21/22 Uhr raus und Am Wochenende bis 12/1 Uhr manchmal sogar noch länger wegbleiben).
Mir fehlt halt es halt echt dass sich jemand für mich interessiert und sich darum kümmert wie es mir geht und stört es wenn ich mir noch nichtmal nach dem Abendessen eine Banane nehmen darf sondern mir das selber kaufen soll… Was meint ihr dazu?