Hilfe-mein Sohn geht in 4 Wochen

Hallo zusammen-mein Sohn geht in 4 Wochen in die USA/Nebraska:( und ich stehe mit meinen Gefühlen alleine da…loslassen kann ja soooo schwer sein! Suche auf diesem Weg einen Erfahrungsaustausch. Wir als Eltern verwaisen ja ein wenig in den ganzen Vorbereitungen. Kann mir jemand etwas positives für mich sagen? Mir ist ja klar, daß es für mein Kind eine tolle Zeit wird-ich “belämmer” meinen Sohn auch nicht damit, doch wer denkt an die Mütter?Wie seid ihr mit euren Herzen umgegangen?

Ich kann dich verstehen, aber die Zeit vergeht sooooo schnell und ehe du dich versiehst, sind die Kids wieder da.
Wenn die Schule angefangen hat, ist schon bald Homecoming, dann kommt Thanksgiving und schon ist Weihnachten. Und ab Januar rennt die Zeit sowieso!

Lass den Kopf nicht hängen und hier im Forum kannst du deinen Kummer loswerden, wann immer dir danach ist.

Viele Grüsse

Kirsten

Na, dann danke ich erstmal-bin ja nicht die erste Mutter;),aber die einzigste in meinem Umfeld-ich werde hier mal öfter reinschauen,vielleicht geht es ja auch besser als ich denke…bestimmt sogar!

Meine Tochter fliegt auch - in 4 Wochen und 5 Tagen nach Indiana/USA.
Ich kann verstehen, wie es dir geht; in unserem Bekanntenkreis ist sonst auch niemand in einer vergleichbaren Situation. Und irgendwie verstehen es auch viele nicht. Da kommen dann so Kommentare wie: “Habt ihr euch das gut überlegt? Also, ich könnte das nicht, mein Kind fremden Leuten anvertrauen.” Da fühle ich mich dann oft alleine. Obwohl ich eigentlich felsenfest hinter dem ATJ stehe.
Natürlich quälen auch mich manchmal Ängste. Aber das geht wohl jedem von uns so. Und manchmal, sehr selten Gott sei Dank, gibt es auch die Momente, wo meine Tochter einfach nur ein Kotzbrocken ist und ich dann denke: Soll sich doch jemand anderes mit ihr rumärgern (bitte jetzt keine Protestschreie, ich weiß, das geht niemandem außer mir so, ihr habt bestimmt alle lauter Engel als Kinder):smiley:
Aber für all diese Momente hat man ja das Forum. Ich denke, wir werden ein Jahr miteinander verbringen.
Liebe Grüße
Ili

Mein Sohn fliegt in 30 Tagen - nicht mehr viel Zeit, zumal er noch bis Ende des Monats einen Job hat.
Heute sind wir gemeinsam in die Stadt gefahren für einige Einkäufe, die noch erledigt werden mussten. So langsam merkt mein Sohn auch, das er sich allmählich kümmern muss :smiley:
Ich selber habe mir - nach der doch recht intensiven Zeit seit der Bewerbung, natürlich mal mehr und mal weniger - vorgenommen, wenn er weg ist mir einfach mehr Zeit für mich, meine eigenen Interessen und Vorlieben zu nehmen. Das ist nämlich in letzter Zeit ganz schön zu kurz gekommen und so will ich die Gelegenheit (und die fehlende Ausrede “Ich muss ja da sein” :confused:) nutzen. Ich denke das ist ganz gut, denn er wird sicherlich auch verändert zurückkommen und so können wir dann gemeinsam unsere jeweiligen Veränderungen kennen lernen.
Aber es wird sicherlich auch schmerzliche Zeiten/Tage im kommenden Jahr geben, wenn ein Familienmitglied fehlt :mad: - aber auch das gehört dazu.

schmetterblau

Möchte gar nicht wissen, wie viele Tage es noch bis zur Abreise sind. Da wird mit immer schlecht, wenn unsere Tochter nachrechnet.
Aber das mit dem Kotzbrocke trifft auch manchmal zu :wink:
Ich gönne ihr das ATJ allerdings von ganzem Herzen und bin auch ein bisschen neidisch.
So lange alles gut geht, werden wir die Trennung sicher verkraften.

Mein Sohn geht schon in weniger als zwei Wochen!! Und wir haben gar nichts mehr von ihm, da er noch vor Schuljahresende hier abreisen muss, da sein Schuljahr in Kalifornien schon am 27. Juli beginnt. Ich dachte mir eigentlich wir hätten noch etwas gemeinsame Ferien um noch etwas gemeinsam zu machen. Das war wohl nichts! Er ist noch im Schulstress und ich im Vorbereitungsstress!!

Einerseits habe ich großes Vertrauen, dass er das ganz toll macht und wirklich viel Spass haben wird, andererseits habe ich etwas Angst vor einer etwaigen Entfremdung. Mir ist es schwer ums Herz und ich werde in doll vermissen, aber ich versuche mich damit zu trösten, dass ich dann etwas mehr Zeit für die anderen beiden Kinder haben werde. Ich habe eher noch so blöde Gedanken wie: “Hoffentlich duscht er auch oft genug”, “Kann er seine Sachen auch selber bügeln”, “Geht er auch auf andere zu, oder vergräbt er sich nur hinter dem Computer”. Und dann habe ich noch ein ganz kleines bißchen Angst, dass es ihm so gut gefällt, dass er gar nicht mehr nach Hause kommen will…(weil er es wirklich ganz toll erwischt hat!)

So geht es mir auch. Und ich glaube, dass tatsächlich die meisten Kinder erst mal gar nicht zurück wollen und hier kreuzunglücklich sind. Das wird sich sicher recht schnell wieder legen. Ich weiß nur nicht, ob ich so souverän damit umgehen kann oder doch sehr verletzt reagieren werde, wenn´s denn tatsächlich so kommt …
Liebe Grüße
Ili

…und mir geht es auch so…mein Sohn war letztes Jahr 3 Wochen in Florida und kam da schon total deprimiert nach Hause-ich stand freudig am Flughafen und er hatte ne totale Krise…habe halt etwas gebraucht bis ich das verstanden habe.Ich habe ihn wirklich erstmal in Ruhe gelassen und nach einiger Zeit hat er dann erklärt, daß in Amiland eben „alles“ viel freundlicher war-Servicewüste Deutschland eben-und er dort auch viel eher Kontakt hatte und der Umgang miteinander freundlicher wäre…selbst beim einkaufen…naja ich habe ihm dann gesagt, daß es ja sein Part hier sein kann diese Dinge eben hier in Deutschland für sich selber einzuführen, nur die Resonanz ist nicht so da…er musste jetzt in seiner Klasse feststellen, daß auf Grund seines ATJ viele Neider da sind und wurde von vielen gemieden. Aber auch das muss klar sein: in einem Jahr trennt sich die Spreu vom Weizen-das sind,glaube ich, wichtige Erfahrungen für unsere Kinder! Ich bin nur froh, daß sich mein Sohn darüber bewusst ist.Jetzt bin ich aber etwas abgeschweift vom Thema: Ich wollte eigentlich nur sagen: Wir sind und bleiben Mama und Papa und daran wird sich nichts ändern-diese „Abweisung“ hat nichts mit unserer Person zu tun, sondern mit den Umständen!

nach einiger Zeit hat er dann erklärt, daß in Amiland eben „alles“ viel freundlicher war-Servicewüste Deutschland eben-und er dort auch viel eher Kontakt hatte und der Umgang miteinander freundlicher wäre…selbst beim einkaufen…

Dem stimmt Sabrina in allen Punkten zu!!!
Das war auch das erste, was sie uns letztes Jahr nach ihrem Aufenthalt in Oklahoma erzählt hat.

Viele Grüsse

Kirsten

Ich glaube ein Hauptgrund warum der Umgang in den USA viel freundlicher ist, dass sie kein “Sie” und “Du” haben.
Es ist einfach alles “you”
und ich finde das könnten sie in Deutschland auch mal einführen.
Das ist einfach viel schöner, und nicht so verklemmt.

Oder sehe ich das falsch? ;D

Unsere Tochter war zwar noch nie ein Kotzbrocken, ganz im Gegenteil, trotzdem dachte ich damals sehr oft „Wie gut dass sich jetzt ein(e) Andere(r) kümmert, fährt, kocht, wäscht, organisiert, berät, sorgt, tröstet…!“ Noch heute (4 Jahre später) bin ich - ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben - den Gasteltern dankbar, dass sie mir einen Teil Mutterpflichten abnahmen und ich mich eine Zeit lang um ein Kind weniger zu kümmern brauchte.
In diesem Sinne: Lasst eure Kinder los, genießt die Zeit, macht euch nicht zu viele Gedanken - schon gar keine negativen und verlasst euch darauf, dass diese zehn Monate wie im Fluge vergehen werden.

Liebe Grüße
Birke

Ich kann Birke nur zustimmen. Hatte 2 Kinder im ATJ, die “Kleine” ist vor 2 Wo. wieder gekommen und bei beiden war es wie vorher und das Einleben lief ohne Probleme. Ich bin der Meinung wenn sie vor dem ATJ hier gute Freunde hatten und das Verhältnis zu den Eltern gut war, ist es nach der Rückkehr ganz einfach auch wenn das ATJ toll war und sie ihre neu gewonnenen Freunde in den USA in der ersten Zeit vermissen.

Für uns Eltern geht ja schließlich das Leben auch weiter, zumal wenn man berufstätig ist u. evtl. noch weitere Kinder hat.

Ich von meiner Seite kann nur sagen , das Jahr verging wie im Flug !

Das soll nicht heißen, dass ich sie nicht vermisst hab aber jeder ist emotional anders veranlagt und deshalb ist es ja gut dass es dieses Forum gibt, da kann man sich mal, wenn einem danach ist, “ausheulen” oder Rat einholen.

Annette

Das ist genau die Art Protestgeschrei, die ich gehofft habe, hier nicht zu finden. Wenn dem wirklich so ist, wie du schreibst, dann wäre das für MICH eine ziemlich fade Beziehung.
Trotzdem fühle ich mich jetzt als Rabenmutter, weil ich ehrlich war. Ich weiß nicht, ob das deine Absicht war, aber es ist dir jedenfalls gelungen.
Das war dann vermutlich auch mein letzter Beitrag, der irgendwas mit meiner Gefühlslage zu tun hatte.
Ili

Ili, das sehe ich nicht so! Es ist doch völlig normal, dass die Kids manchmal Kotzbrocken sind, andere wiederum sind es nicht. Bei Sabrina kann ich mich auch nicht beklagen, sie ist kein Kotzbrocken, bei unserer jüngsten Tochter sieht es ganz anders aus. Sie ist mitten in der Pubertät und der absolute Kotzbrocken ;). Deswegen muss man sich doch nicht schämen.
Schreibe ruhig weiter, was du denkst und fühlst :).

Viele Grüsse

Kirsten

Hallo Ili und Ihr Anderen,

lass dich doch nicht von so einer (bestimmt nicht böse gemeinten) Bemerkung
verunsichern und vrekrabbel dich bloss deshalb nicht in eine Ecke.
Für meinen Sohn geht es auch schon am 19.07. los. Sicherlich ist es wichtig und eigentlich sogar das Wichtigste, dass unsere Kids sich freuen und total gespannt sind auf ihr Abenteuer, aber es stimmt, meine Gefühlslage ist auch sehr chaotisch. Einerseits freue ich mich sehr für ihn und bin sehr stolz, weil ich auch glaube er packt das super, andererseits habe ich große Angst vor der Leere zuhause (ich habe nämlich nur dieses Kind!!). Einmal könnte ich so losheulen, wenn ich mir den Moment des Abschieds vorstelle, andererseits freue ich mich ein bisschen auch, wenn ich mir den Tag so einteilen kann, wie ich es möchte, ohne Mittagessen machen, ohne rumkutschieren und zu bestimmten Zeiten irgendwas machen zu müssen. Ich habe mir viel vorgenommen, viel Sport, Pilates ausprobieren, mal wieder Spontanbesuche bei Freunden usw., usw. Mal sehen ob es klappt mit dem Umsetzen. Ach ja, ich will das Zimmer von Tim mal richtig, richtig saubermachen!
So, nun habe ich mir genug eingeredet, jetzt kann ich wieder weiterheulen…

P.S.: ich freue mich übrigens, dass es euch ähnlich geht wie mir und werde mich hier bestimmt in den nächsten Monaten öfter melden.

LG
Bine

Was hast um Himmelswillen hast du denn für ein Problem?
Noch nie bemerkt, dass Jugendliche unterschiedlich sind und unterschiedliche Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern herrschen?
Meine Tochter ist eine Liebe, die kaum Zicken machte in der Pubertät und sehr um Harmonie in der Familie bemüht ist… Na und? Solche Kinder gibt es eben auch! Was ich geschrieben habe ist völlig neutral. Ich habe weder deine Tochter abgewertet, noch meine auf den Olymp gehoben!

Birke

Empfindsame Seelen sind wir halt-Gefühlschaos hoch 10-bleibt mal alle weiter so ehrlich-das fehlt sonst. Ich finde es gut wenn man irgendwo die Möglichkeit hat auch mal Dampf abzulassen!!! Mein “Kotzbrocken” bleibt nämlich bei mir und mein “Harmony” geht, also was ist schlimmer:D? Wobei mein Kotzbrocken nicht Kotzbrocken heißt sondern Troublemaker-ist ein Begriff den ein amerik. Geschäftspartner meines Bruders über meine Nichten in unserer Familie geprägt hat und bei uns passt dieses auf den Punkt!! Wenn also Troublemaker fahren würde, würde ich genauso “froh” sein und sagen: Sollen sich mal andere Mütter das um die Ohren schlagen (schäm),ne, das ist gar nicht peinlich-diese Kinder sind manchmal peinlich…volle Pubertät halt!
Also, Ili glaub ich war es, bleib mal schön da, habe nämlich über deine Ehrlichkeit schmunzeln müssen, da gibt es nämlich wenige von, die mal einfach sagen wie es wirklich ist! Bist du auch eine die an Elternabenden manchmal aneckt? Jetzt kommen wir aber vom Thema ab, ging hier ja doch eher ums ATJ-gut das wir in dem Jahr von eben solchen befreit sind:rolleyes: