Für was ist eigentlich das ganze Geld?

Hallo zusammen,
bisher dachte ich ja eigentlich, dass ein Großteil des Geldes die Schule erhält, da auf der Rechnung, wie in meinem Fall
Ein Schuljahr in den USA ab Sommer 2012 für 7990,-- EUR steht.

Nun habe ich aber erfahren, dass auch die Schule, genau so, wie die Gasteltern keinen einzigen Cent erhalten.

Die anderen Posten verstehe ich ja.
Nun wird mir 250,-- EUR für den selbst organisierten Flug erstattet.
Also werden wohl dann beide Flüge 500,-- EUR kosten. Wird wohl mehr sein, sagen wir das Doppelte.
Da verbleiben dann doch noch 7000,-- EUR.
Die Schule erhält keinen Cent, die Gasteltern erhalten keinen Cent.
Sämtliche Versicherungen, Servicegebühren, Regionalwahlen und Extra-Sportversicherungen und und und, werden detailliert Aufgeschlüsselt und kommen selbstverständlich oben drauf…

Meine Frage: Wofür sind die 7000,-- EUR ??? Alles für die Organisation?

Wer kann mich da bitte aufklären.

Vielen Danke und viele Grüße

Oliver

Das solltest du sinnvollerweise deine selbstgewählte Organisation fragen, um nicht auf Vermutungen anderer Eltern angewiesen zu sein

Für den Flug werden ca. 1.000 - 1.200€ berechnet.
1.500 bis 2.000€ wird die deutsche Organisation pro Teilnehmer bekommen und der Rest geht in die USA.
Wofür dort, weiß keiner!

Ich frage mich auch grade, ob ich soviel Geld für mein Kind bezahlt habe, damit sie ins “Boot Camp” kommt …

Viele Grüsse

Kirsten

Hallo Oliver,
Ich kann dir gern mal die Statistik von EF Deutschland schicken, was hier (d.h. wenn ein Schüler aus Übersee nach Deutschland kommt) prozentual wofür verwendet wird? Allgemein lässt sich folgendes sagen:
[LIST]
[] Jede Organisation bietet den Schülern rund-um-die-Uhr einen Ansprechpartner im Gastland. Dafür müssen Mitarbeiter entsprechend geschult und auch bezahlt werden.
(Und es gibt natürlich auch eine Technik-Abteilung, die z.B. für den Webauftritt verantwortlich ist, etc.)
[
] Jede Organisation braucht Büros, die gewisse Unterhaltskosten haben (Miete/Versicherung/Bürobedarf (Telefon, Internet, Papier, Tinte,…) /Einrichtung).
[] Papier- und Portokosten sind ein wesentlicher Faktor, der kaum vorstellbar ist. Es werden Unterlagen an Schüler geschickt, unabhängig davon, ob diese sich später für ein ATJ entscheiden, oder nicht. Oder mit einer anderen Orga gehen. Die Visa-Unterlagen der Schüler müssen vielerorts vom Gast- und Heimatland ausgefüllt werden, und dann zT aufgrund kurzer Fristen als internationaler Expressbrief (versichert) verschickt werden. Da kommen gern mal 80€ (!) und mehr zusammen.
[
] Es werden in lokalen Zeitungen etc. Anzeigen geschaltet, um Gastfamilien zu finden.
[] Gastfamilien werden vorbereitet. Das bedarf Raum, Zeit, und Unterlagen etc.
[
] Betreuer haben Fahrtkosten, um Gastfamilien und Schulen zu besuchen.
[*] Steuern! Wie jedes andere Unternehmen zahlen auch Organisationen eine Menge Steuern.
[/LIST]

Das sind alles nur einige Posten, und es gibt bestimmt einige mehr, die mir spontan nicht eingefallen sind. Es läuft aber ziemlich viel im Hintergrund eines Austauschjahres, von dem man als Elternteil gar nichts mitbekommt. Ich glaube, das kann jeder bestätigen, der es schon mal versucht hat, komplett selbst zu organisieren, in die USA zu gehen…

Liebe Grüße,
Wiebke

Hi, ich finde es trotzdem mehr als happig, mit dieser Meinung bin ich ja wohl nicht alleine. Ich wurde nur stutzig, dass mir der Direktor sagte, dass die Schule gar kein Geld bekommt.
Da war ich wohl die ganze Zeit meinem eigenen Irrglauben aufgesessen.
Ich dachte, der größte Posten geht an die Schule. Daher konnte ich für mich auch irgendwie den Preis verstehen bzw. rechtfertigen.

Besonders folgender Punkt:
“Jede Organisation bietet den Schülern rund-um-die-Uhr einen Ansprechpartner im Gastland.”

war ja difinitiv NICHT vorhanden und das war, so wie ich gelesen habe, kein Einzelfall.

Ich bleibe dabei… es geht hier ausschließlich ums Geld, vergleichbar mit einem Bestattungsinstitut, da fragt auch niemand nach dem Preis. (Für unsere Kinder nur das Beste :smiley:
Die, die die wahren Ausgaben haben (Gasteltern und Schule), bekommen nix. Und bei einer reinen Grundgebühr in Höhe von 7000,-- EUR abzüglich der Flüge, dürften doch genügend Briefe verschickt werden.

Aber danke für die Erklärung. Man könnte auch einfach sagen… Verwaltung.

Viele Grüße

Oliver

Mittlerweile ist es wohl so, dass einige Schulen in den USA Gebühren für die Aufnahme von Gastschülern verlangen (Nicht alle, aber es sollen in den letzten Jahren mehr geworden sein)

Naja - und dann gibt es einige ATS, die an einer Privatschule platziert werden…
Bei mir sind da z.B. meiner Orga 7000 U$D an Kosten entstanden (d.h. bei mir wurde kein “Gewinn” gemacht :wink: )

Hi,
wir haben mal für einen Flug 1300 € bekommen, da wir ihn selbst organisiert haben. Wir mussten allerdings dann auch ein variables Terminticket ( wegen Rückflug nach 10 Mon.) selbst kaufen

Hallo Oliver,
mein Sohn ist seit einem halben Jahr wieder hier und hat gerade sein 1. Halbjahrszeugnis in der Oberstufe erhalten. In der Zwischenzeit habe ich es aufgegeben, nach dem Verbleib meines Geldes zu fragen (habe anfangs genau wie Du versucht nachzurechnen)
Aber der üble Nachgeschmack bleibt, ein zweites Mal bringe ich eine derartige Summe nicht mehr auf - und da das Abitur näher rückt und gleichzeitig die Frage, was passiert danach - frage ich mich immer öfter, ob ich diese Summe nicht vernünftiger hier in die Ausbildung meines Sohnes hätte investieren sollen, entweder um ihn durch einen besseren Schulabschluss, die Chance auf einen Studienplatz zu geben oder auch um ein Studium überhaupt zu ermöglichen, Wartezeit zu überbrücken helfen usw.
Irgendwie stimmen die Relationen nicht…
marieluise

Das ist der von AFS veröffentlichte “Kostenkuchen”:


Rana

Auch wenn das eine sehr persönliche Frage zu sein scheint: Kannst du genauer erläutern, wofür du das Geld verwenden hättest wollen? - Ich meine klar- mit gespartem Geld lassen sich tolle Sachen machen, aber gerade bei Sachen, die du aufzählst, erschließt sich mir das nicht ganz… Wie kommt man denn in Deutschland durch Geld an einen besseren Schulabschluss? Durch ganz viel Nachhilfe oder wie? :confused:

Und warum brauchen Eltern in Deutschland Geld, damit ein Kind “überhaupt” studieren kann? (Also ich studiere und meine Eltern haben kein Geld…)

Und welche Wartezeit kann man mit Geld überbrücken? :confused:
Also ich kenne Leute, die ein Jahr “weltwärts” gehen, was ein ganzes Jahr Freiwilligenarbeit irgendwo auf der Welt ist, und da bezahlt man eine Selbstbeteiligung, die wirklich bezahlbar ist (2000 Euro glaube ich?)
Und eine teure Sprachschule oder einfach Reisen hätten ja ungefähr den gleichen Effekt wie ein Austauschjahr?

Und wenn man studiert bekommt man eh oft geniale Möglichkeiten, günstig ins Ausland zu kommen wie Sommerkurse an ausländischen Unis, Erasmus, Promos- und andere Förderungen des DAAD…

Abgesehen davon dass die Leute in meine Umkreis mit Abi auch so ziemlich alle sich ihre Auslandsaufenthalte selbst finanzieren, was wenn man älter als 20 ist ja auch langsam zu erwarten sein könnte…
(Und die, die wirklich von den Eltern finanziert werden, haben auch häufig ein schlechtes Gewisen deswegen, selbst wenn die Eltern die Kohle wirklich haben.)
Achja, und eine Schulfreundin von mir fühlt sich sogar ab und an von ihren Eltern gekauft… sie hat es abgelehnt, ein geschenktes Auto anzunehmen, weil sie (wohl zu Recht) meinte, dadurch die Pflicht zu haben, häufiger die Wochenenden daheim zu verbringen (mit dem Auto kann man ja ganz schnell mal eben rüberfahren…)

Langer Rede kurzer Sinn: Glaubst du wirklich, du hättest das Austauschjahr-Geld wirklich so sinnvoll in die Ausbildung deines Sohnes investiert, wie du es jetzt getan hast? Was hättest du denn konkret finanzieren wollen?

Naja, bei dem, was Marieluise bzw. ihr Sohn für das viele Geld geboten bekommen haben, kann ich ihre Überlegungen schon verstehen.
Rana

Ich finde es ja schon interessant, dass in diesem Thread geschimpft wird, wofür denn das ganze Geld verwendet würde …dann gibt es eine ganz konkrete Antwort darauf. Und dann ist Schweigen im Walde … ???
Rana

Hm, soooo konkret war die Antwort jetzt noch nicht, fand ich. Also die Grafik zeigt ganz gut, wie sich die Kosten “drumherum” verteilen. Aber die 43,9 % “Kosten im Gastland”, die sind nicht weiter aufgeschlüsselt.

Naja, dass im Gastland Kosten anfallen, ist ja nun nicht so verwunderlich.
AFSer, die z.B. nach Deutschland kommen, haben üblicherweise mehrere Wochenenden mit Übernachtung zum Erfahrungsaustausch und um sich zu treffen. Dann gibt es einen Kurzzeitaustausch im Jan/Feb wo sie in einer anderen Familie in einer anderen Region leben.
Bei schlechten Sprachkenntnissen bekommen sie Zuschüsse zu Sprachkursen. Monatskarten zur Schule können abgerechnet werden usw.

Dann kostet die Betreuung der ATS, die Betreuung der Gastfamilien, die Unkosten und Weiterbildung der Ehrenamtlichen, Service der Geschäftsstelle im Gastland, Reisekosten, Gastfamiliensuche, Krisenintervention usw.

Ich habe sicher noch so einiges vergessen und vielleicht ist so manches nicht mehr ganz uptodate, da ich seit einigen Jahren nicht mehr aktiv dabei bin.
Aber bei 43% Kosten im Gastland kann nicht mehr allzuviel Geld in dunkle Kanäle verschwinden.
Rana

Bei AFS zahlen wir 9200 Euro für die USA. :wink:

Darin sind keine Zubringerflüge, Visumskosten oder Kosten für hier in D bestätigte ärztl. Unterlagen enthalten.