Ich weiß, es gibt schon viele Themen über Heimweh, aber ich brauch eure Hilfe.
Ich bin jetzt gerade mal eine Woche hier und mir gehts verdammt schlecht. Ich weiß, ich muss mir Zeit lassen und darf nicht zu viel erwarten, aber ich kann nicht mehr. Heut ist es besonders schlimm, es wird schlimmer statt besser.
Mein Problem ist, das mein Heimweh auch sehr körperlich ist. Ich hab das ganz normale Heimwehgefühl, kann nix essen ( das schon seit einer Woche nicht), fühl mich krank, hab Kopfweh, heul die ganze Zeit, gestern hatte ich sowas ähnliches wie Herzrasen und ich hab das Gefühl, ich hab ein Band um die Brust, das mir die Luft abschnürt, deshalb hab ich vorhin fast angefangen zu hyperventilieren.
Mir gehts total schlecht, ich will einfach nur Heim.
Meine Familie ist zwar sehr nett und auch die Schule ist ganz okay (ich hatte erst zwei mal und es war etwas langweilig, weil wir das meiste schon hatten), aber es wird nicht besser. Die einzige Zeit, in der ich mich halbwegs wohl fühle, ist wenn ich mit meinen Eltern telefoniere. Ich weiß, dass ich das nicht soll, aber anders halt ichs einfach nicht aus.
Ich hatte früher nie Probleme mit Heimweh, allerdings mochte ich nie Veränderungen und war ein starkes Mamakind, ich dachte aber, das hätte sich geändert.
Im Moment denk ich übers abbrechen nach, ich kann einfach nicht mehr und mir gehts so schlecht.
Weiß jemand, ob das in meiner Situation sinnvoll wäre?
So schwer es ist - so bist erst sieben Tage (!) dort ! Nach einer so extrem kurzen Zeit solltest du auf keinen Fall schon abbrechen !
Es ist VÖLLIG NORMAL, dass es einem anfangs nicht gut geht. In den ersten Tagen in Neuseeland ging es mir körperlich auch sehr schlecht, ich habe fast gar nichts gegessen und auch nur wenig Wasser getrunken. Richtig gut ging es mir körperlich erst nach mehreren Wochen. Und ich habe in den ersten Tagen auch sehr viel mit meiner Mutter telefoniert, das ist auch ganz normal.
Ich denke, du solltest dir noch viel mehr Zeit geben, dich einzugewöhnen, auch wenn dir das im Moment gerade unmöglich erscheint.
Wenn es dir körperlich wirklich richtig schlecht geht und das auch nicht weggeht, dann geh am besten mit deiner Gastfamilie zum Arzt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass du es bereuen würdest, nach nur einer Woche (!) abgebrochen zu haben, ist sicherlich recht groß, denke ich. Hier im Forum gibts viele Beiträge von Leuten, denen es anfangs schlecht ging und die dann ein super Jahr hatten.
Also so schwer es alles im Moment für dich - halte durch und gib nicht nach einer so kurzen Zeit schon auf !
Ich bin jetzt seit nem Monat hier und Mir geht es auch nicht blendend. Aber besser als am anfang.
Mir gings Anfang ähnlich. Hab manchmal so sehr geweint, dass ich fast keine Luft mehr bekommen habe.
Und das wirst du oft hören, aber warte ab,lass dir Zeit.
Ich persönlich hab mich immer richtig in meinem Heimweh gesuhlt und das vorm Schlafen gehen. Aber am nächsten Tag hab ich mir gedacht, Versuch es wenigstens. Versuch einbischen positiv zu sein.
Es ist schwer. Ich weiß.
Mir geht es nicht gut, aber ich hab nicht mehr diese Anfälle.
Ich überlege auf ein halbes Jahr zu verkürzen, aber ein halbes Jahr bleibe ich unter allen Umständen.
Vielleicht hilft es dir auch dir ne Zeitspanne zu setzen wie lange du auf jeden Fall bleibst und zum Schluss kannst du stolz darauf sein es bis dahin geschafft zu haben.
Du musstdir ja nicht gleich wie ich ein halbes Jahr setzen, aber 2 Monate oder 3 vielleicht? Und danach wenn du dann nach Hause fliegst, hast du kein schlechtes Gefühl dir selbst gegenüber, weil du das geschafft hast!
Ich hoffeich konnte dir helfen
… und muss zugeben, dass es wirklich schrecklich ist. Man fühlt sich, als könnte man sich kaum noch bewegen vor Schmerz, stimmt’s?
Ich hab das damals in meinem ATJ ausgehalten und muss jetzt, nach dem Jahr, sagen, dass ich froh darüber bin, durchgehalten zu haben, da ich noch so viel Schönes erlebt habe. Vieles stellt man sich, denke ich, im Voraus anders vor und dann ist der Anfang eben oft schwer.
Geb dir noch ein bisschen Zeit. Dieses Gefühl mag schrecklich sein, aber ich denke nicht, dass ein Abbruch alle deine Probleme lösen würde. Denn dann würdest du dich sicher immer fragen, was gewesen wäre, wenn du geblieben wärst und irgendwann kämen mit Sicherheit auch Vorwürfe.
Versuche dich, so gut es geht, abzulenken und dich an den kleinen Dingen im Leben zu freuen. Z.B. könntest du in einem Buch jeden Tag die schönen Sachen, die dich am Tag glücklcih gemacht haben, aufschreiben. Oder allgemein Tagebuch schreiben hilft, finde ich, auch. Wenn es nach zwei Monaten kein bisschen besser geworden ist, kannst du immer noch darüber nachdenken, früher heim zu fahren. Aber nach einer Woche ist zu früh. Denke dran, dass es vielen anderen ATS genauso geht bzw. ging und die meisten von ihnen es geschafft haben. Sag dir, dass du stark bist und das schaffen wirst - irgendwann wirst du darauf stolz sein. Mache dir klar, dass schwere Zeiten zum ATJ dazugehören und sie dich stark machen, vielleicht mehr als die guten.
hey sina,
ich weiß genau wie du dich fühlst! Ich bin jetzt seit fast drei Wochen bei meiner Gastfamilie in den Usa und ich habe genau die selben Probleme wie du!! Es ist wirklich krass, wie sehr dein bericht mit mir übereinstimmt! Ich habe immer Bauchschmerzen und panikattacken, bei denen ich keine Luft mehr kriege. Aber ich will nicht aufgeben. Ich will zwar im Moment unbedingt zu meiner Familie und in meine gewohnte umgebung, aber ich weiß, dass ich mich später für diese entscheidung hassen würde. Das hier war immer mein Traum! Den kann ich doch nicht einfach wegschmeißen, auch wenn ich zwischendrin manchmal schwach werde.
Ich hoffe, dass es dir inzwischen besser geht und dass du eine ganz tolle zeit hast!
Aufmunterte Grüße aus den Usa, Toni
Größter fehler den man bei Heimweh machen kann:
Zu viel Kontakt nach Hause!!!
So schwer wie das auch klingen mag, umso öfter du nach hause telefonierst, umso weniger wirst du das Heimweh abschütteln können.
Suche dir Beschäftigung, sitzte nicht zu Hause rum und denke die ganze Zeit „Scheiße, ich habe Heimweh“.
Frag deine Eltern, suche dir einen Verein, je nach deinen Hobbies.
Liest du gern: Dann melde dich in einer Bibliothek an und lese. Das fördert zu dem auch gleich noch deine Sprache
Bist du religiös: Nehme an Kirchenaktivitäten teil. Deine Eltern oder Schulkameraden können dir da sicher helfen.
In der Schule: Erkundige dich, vielleicht darfst du ja nachmittags Tickets fürs Football Spiel verkaufen oder deine Schule hat vielleicht eine Theatergruppe oder etwas anderes.
Gemeinnützig: Es gibt viele gemeinnützige Stätten. Vom tierheim bis zum Altersheim. Sie alle suchen gerne junge Leute die helfen.
Umso mehr du dich mit deinem Leben im Austauschland beschäftigst, umso schneller geht das Heimweh weg. Weil du garkeine zeit mehr hast an zu Hause zu denken.
Außerdem führt das alles schnell dazu die Sprache zu lernen und Freunde zu finden.
Und ich kanns nur immer wieder betonen: Nicht ständig zu Hause anrufen!!! das holt dich immer wieder zurück in dieses hilflose Gefühl.