Auslandsjahr trotz Integrationsstatus/Handicap?

Hallo,
unser Sohn ist in der 9. Klasse eines Gymnasiums als Integrationsschüler. Er interessiert sich sehr für ein Austauschjahr nach der 10. Klasse (als Zwischenjahr).
EF hat ihn bereits nach einem 1. Telefonat (mit mir) und Erläuterung seines Handicaps abgelehnt. Das hat mich sehr schockiert. EF wollte ihn noch nicht einmal zum Kennlerngespräch einladen, um sich selbst ein Bild von ihm zu machen.
Er braucht keinen Rollstuhl oder andere Hilfsmittel, sondern hat eben schon viel durchgemacht und braucht lediglich ein aufgeschlossenes Umfeld, dass nicht vom äußeren auf die inneren Werte schließt.
Daher frage ich hier mal in die Runde; welche Organisation ist euch bekannt, die auch „andere“ Kinder für ein Austauschjahr vermittelt? Hat jemand bereits sein Kind trotz Handicap dieses Abenteuer zugetraut und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungsberichte freuen.

Wo soll es denn hingehen?

Es geht ja da rum eine Familie zu finden, die sich dem annehmen kann. Ist es eine psychische Erkrankung wie Depression oder worum handelt es sich.
Ich würde einfach mal einige Agenturen anrufen und einfach die Frage stellen, ob es überhaupt möglich ist.
Es nicht zu erwähnen, wäre fatal von den Folgen. Die Freundin meiner Tochter hatte nicht erwähnt, dass sie schon in Therapie war und grosse Probleme mit ihrer Figur hat obwohl sie nicht wirklich zu füllig ist, musste nach einigen Monaten die Familie wechseln weil sie eine Störung hat, mit dem Essen und nur annahm. Normalerweise muss die Familie dafür einiges an Wissen haben. Aber wie bereits geschrieben, Agenturen anrufen und einfach erklären worum es geht und dann wird man sehen ob es funktionieren könnte.
Ich drücke die Daumen.

Hallo,

ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten, da ich selbst 2018/19 ein Jahr in den USA war. Zunächst einmal: Die oben genannte Organisation kann ich nicht weiterempfehlen, da ich schon einige schlechte Erfahrungen anderer ehemaliger Austauschschüler gehört habe.

Mit einem Handicap sehe ich erstmal kein Problem, im Gegenteil es ist eine sehr schöne Erfahrung, die ich unbedingt unterstützen würde. Allerdings lässt sich im Voraus nicht garantieren, dass das dortige Umfeld aufgeschlossen ist weil Austauschschüler i.d.R. den ersten Schritt machen müssen, also auf die Leute aktiv zugehen und somit neue Leute kennenlernen. Dann sind die Mitschüler (so meine Erfahrung) sehr aufgeschlossen und auch an der anderen Kultur interessiert. Man darf aber nicht davon ausgehen, dass diese zu Beginn auf einen zugehen, den Schritt muss man oft selbst machen.

Bei der Organisation sollte man darauf achten, dass diese sich auch wirklich um Austauschschüler kümmern (Partnerorganisation beachten). Durch Corona ist es momentan schwierig, die einzelnen Organisationen persönlich kennenzulernen, daher würde ich zumindest im Internet nach Erfahrungen ehemaliger Austauschschüler suchen. Ich kann kleinere/mittelgroße Organisationen empfehlen, aber am besten ist es immer, sich bei mehreren zu bewerben und dann (bestenfalls) eine Wahlmöglichkeit zu haben. Vorsichtig wäre ich, wenn eine Organisation jeden annimmt, da eine individuelle Eignung der potentiellen Austauschschüler bei guten Organisationen geprüft wird in einem persönlichen Gespräch.

Ich würde einfach mal bei verschiedenen Organisationen nachfragen wie das aussieht, wenn dann alles korrekt angegeben wird (damit sich auch Gastfamilie, High School bestmöglich auf den individuellen Austauschschüler einstellen können) sollte das passen. Bei weiteren Fragen kannst du gerne schreiben!

Hallo,
er hat mehrere Fehlbuchungen, die auch offensichtlich sind, jedoch seinen Alltag kaum einschränken. Er kann nicht jede Sportart ausüben, ist aber trotzdem gern aktiv, liebt zu. B. Fußball und powert auch dort gern aus.
Er hat im Gymnasium einen Integrationsstatus und besitzt auch einem Schwerbehindertenausweis. Er hat gute Noten, ist sehr ehrgeizig, aber Probleme mit der Konzentration. Natürlich nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag etwas „verpeilt“. :wink:
Er ist sehr lebensfroh, selbstbewusst und möchte unbedingt das Austauschjahr machen.
Wir werden uns definitiv weiter informieren und mehrere Agenturen kontaktieren und wollen auch offen mit seinem Handicap umgehen. Denn auf keinen Fall, soll er aufgrund fehlender Vorbereitung der Gasteltern/Schulauswahl schlechte Erfahrungen machen müssen.
Wenn jemand hier mitliest und bereits berichten kann, welche Agentur empfehlenswert ist, sind wir dankbar für Tipps.
Vielleicht findet sich sogar jemand, der auch mit kleinem oder größerem Handicap ein Auslandsjahr gemeistert hat und und auch praktische Erfahrungen mitteilen kann?!
VG

Ach so, es soll ein englischsprachiges Land sein.
Momentan sprechen wir über Irland…kann aber auch sein, daß es was anderes wird.

Hallo Nicole,

ich selber war mit Youth For Understanding e.V. (YFU) im Ausland und bin seither ehrenamtlich aktiv. Ich weiß, dass wir da grundsätzlich erst mal keinen Unterschied machen und es bereits Teilnehmer*innen mit Handicaps bei uns im Programm waren, die ich bei Veranstaltungen gesehen habe.

Über genauere Details und Regelungen weiß ich aber nicht so gut Bescheid.
Am besten schaust du da einfach mal auf der Homepage vorbei oder rufst bei der Geschäftsstelle (+49 40 22 70020) an. Die können dir bestimmt besser helfen.

Viel Erfolg!

Hallo Charlotte2000,
Vielen Dank für die Empfehlung,
ich werde gleichmal Kontakt aufnehmen :wink:

Zum besseren Verständnis von EF. Dieser Anbieter sieht in Abweichungen von der Norm einen Kostenfaktor. Das bedeutet, dass für EF die Gastfamiliensuche teurer werden könnte und auch Gastfamilienwechsel wahrscheinlicher werden. Ich habe übrigens noch sehr selten von GF-Wechseln bei EF gehört, die gut verlaufen sind.

Nochmal zur Klarheit: EF investiert jedes Jahr einen achtstelligen Betrag in ein professionales Radsport Team! Andere große Teams werden von Diktaturen wie Bahrain, VAE und Kasachstan betrieben. Dazu kommen noch Teams von Energieversorgern, Banken und staatlichen Glückspielanbietern. Auch bei EF muss diese Summe irgendwo herkommen. Das geht nur über Gewinnmaximierung zum Nachteil der Programm-Qualität (Bildungsangebot, Betreuung, Marketing in der GF Suche bei GF-Wechseln).

Ich kann wie meine Vorredner also nur davon abraten EF auch nur in Betracht zu ziehen. Es gibt auch viele die gute Erfahrungen mit EF gemacht haben. Das ist im Fall von EF aber Zufall bis Glück gehabt.

Hallo zusammen,
ein kurzes Feedback von mir;
nach der ersten Enttäuschung vor ein paar Wochen mit EF haben wir inzwischen für unseren Sohn 2 Angebote für je ein Auslandsjahr vorliegen. Und das trotz unserer offenen und ehrlichen Kommunikation zu seinem Handicap!
Wir sind sehr erleichtert, dass er nun doch die Chance auf das Auslandsabenteuer hat :slight_smile:
Momentan steht lediglich die Qual der Wahl zu Anbieter und Zielland aus. :joy:

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