"Alltagstief"

Hallo erstmal (:

Also, ich bin jetzt mittlerweile seit 5 1/2 Monaten hier in den USA, und eigentlich geht es mir hier echt super. Jaa, eigentlich.
Erst einmal zum positiven: Ich habe die wahrscheinlich beste Gastfamilie der Welt! Hier gibt es echt nette Leute, und ich habe schon so viele tolle neue Erfahrungen gemacht, mich schon sehr positiv weiterentwickelt/veraendert und so. Es laeuft also eigentlich richtig gut.

Hier das aber…: Jetzt, wo ich schon so eine lange Zeit hier bin und wirklich RICHTIG im Alltag drin bin, falle ich manchmal in so eine Art Loch. Und zwar habe ich manchmal dass Gefuehl, ich nutze meine Zeit nicht so richtig aus…
Ich weiss ja selber, dass das so sein soll. Man soll hier leben, wie alle anderen amerikanischen Teenager auch, man soll so richtig einen Alltag haben und so weiter. Und ich weiss auch, dass ein Austauschjahr kein Abenteuerurlaub sein soll; man unternimmt eben nicht jede Woche etwas unglaublich tolles.

Ich wurde ja darauf vorbereitet, dass man wegen dem Alltag schonmal Heimweh haben kann. Und dazu muss ich sagen, dass ich hier noch nie richtig Heimweh habe, ich habe nur manchmal Phasen, in denen ich ein sehr komisches Gefuehl im Magen habe und dann oefters mal an zu Hause denken muss. (War aber nie so schlimm, dass ich weinen musste oder so, und richtig nach Hause will ich auch noch nicht, es gefaellt mir ja hier… )

Was ich brauche ist glaube ich eine „virtuelle Umarmung“: Jemand, der mir sagt, dass meine Gefuehle wirklich normal sind (wobei ich mir ja eigentlich sicher bin, jedenfalls hoffe ich das :D) und dass ich nicht die einzige bin, die sich ab und zu so fuehlt.

Also, danke fuer eure Unterstuetzung schonmal (: Ich versuche einfach, mich so gut es geht abzulenken, wenn ich wieder mal so eine „Laune“ habe. Und noch eine wunderschoene zweite Halbzeit hier in den USA zu haben. Und da bin ich mir sicher, die wird es (:

Danke und LG, Caro (:

Den Text hast du echt schön geschrieben!
Habe nicht zu große Erwartungen. Nutze einfach die Chancen die sich dir bieten und ich bin mir sicher du wirst noch ein wunderschönes halbes Jahr haben.
Manchmal merkt man auch erst nachher wie schön es eigentlich war!

Vieleicht magst du auch schon über schöne Erlbenisse berichten?
Manchmal hilft es an Schönes zurück zu denken um bessere Laune zu bekommen.

Ganz, ganz liebe Grüße.

Hi Caro,

mir geht es genauso und man denkt echt total oft daran was man gerade schoenes in deutschland machen koennte. Aber diese zeit wird schon noch kommen, fuer uns beide ist es nur noch weniger als ein halbes jahr. Erfreu dich an den kleinen dingen und an denen, die du in deutschland nie hattest, aber echt gut findest. Da gibt es bestimmt etwas! Setz dich ncith zu sehr unter druck, du musst die zeit hier nicht voll ausnutzen, du hast sicherlich schon eine riesenmenge gelernt fuers leben. Und ganz wichtig: orientier dich nicht an anderen austauschschuelern, die wahrscheinlich alle irre tolle erfahrungen machen und alles ausprobieren duerfen und man selbst hat nicht das glueck. Du bist gluecklicher, wenn du siehst was du selbst hast. Halt die Ohren steif!

lg aus NC

Vielen lieben Dank euch beiden (:
Mir geht es tatsaechlich schon besser, jetzt, da ich mir das von der Seele geschrieben habe und eure Antworten gelesen habe (:

Ich habe hier wirklich schon sehr schoene Sachen erlebt… Erstmal Amerika an sich, die Mentalitaet der Menschen und der wunderbare schoolspirit, den ich bestimmt zu Hause in Deutschland vermissen werde… Ich war mit meinen beiden Gastschwestern in Chicago, dass war so toll! Ich habe lustige Sachen mit Freunden erlebt! Ich war schon an zwei amerikanischen Unis/Colleges! (Ich will ja so wahnsinnig gerne hier studieren!) In der ersten Zeit hier habe ich im Volleyballteam mitgespielt, dass hat auch superviel Spass gemacht! Ich habe ein American Christmas gefeiert!
Das sind nur ein paar Bespiele, es gibt noch sooo viele andere tolle Sachen, die ich erlebt habe! Du hast Recht, es tut sehr gut, daran zu denken (:

Also nochmal vielen Dank (:
LG, Caro (:

ihr zwei seid nich die einzigen… (:
mir gehts genauso. bevor ich hier her gekommen bin war ich doch nen bisschen NAIV… hab von mehreren keuten gehört dass man auch nur ein ganz normales leeben lebt aber ich hab mir immer gesagt dass ich das dann ef ändere wenn die leute hier im alltagstrott sind…
und jetz… ich bin mitten drinnen… alltag eines amerikanisches teenagers und jetz auch meiner: schule training hausaufgaben… jeden tag das gleiche… und an den tagen wo keine schule is kirche oder mehr training… und schlaf nachholen den man unter der woche nicht bekommt…
also es is genau das was man vor abreise erfolgreich ausgeblendet hat!!!
ich denke mal das kommt aber ef mit amerika… man sagt ja: amerika das land der freiheiten und unbegrenzten möglichkeiten… in ner gewissen hinsicht stimmt das aber definitiv nich in der die der deutsche teenager hat…
ABER!!! es war auf jeden fall die richtige entscheidung… man lernt ef soo viel… über sich selbst… ich bin jetz viel ehrlicher mit mir… und man macht ef gute erfahrungen… und was für mich ganz groß is… ich habe mein leben zu hause schätzen gelernt… und vor allem meine familie…
ich bin absolut nich traurig hier oder haben keinen spaß… aber das gefühl im magen das man bekommt wenn man an zu hasue denkt… ich weißß ganz genau wovon du redest.
mit sicherheit gibt es die leute die hier ef ein super jahr haben und am liebsten nicht zurück wollen… und das sind natürlich die mit denen die organisationen werben… aber ich denke die mehrhheit macht eine andere erfahrung… wir leben in einem anderen land… haben keine probleme… integrieren uns. aber wir haben unsere wurzeln die wir nich vergessen.

das is meine sicht des ganzen… ich habe eine wundervolle gastfamilie für die ich eine tochter bin… cih fühl mich wohl in der schule… habe jede menge freunde… keine probleme… ich fühl mich fast schlecht weil ich mich auf zu hause freue aber meine leute hier mich nich gehen lassen wollen…

aber trotz allem ich freue mich definitiv rießig auf zu hause… meine familie mit de rich auf jeden fall jetz mehr zeit verbringen will… die wochenenden mit meinen besten freundinnen und auf mein großstadtleben!!! (:

grüße. freda

Auch dir vielen vielen Dank (:

Ich habe es jetzt geschafft, aus diesem Tief heraus zu klettern und mich auf die tollen Dinge zu konzentrieren!
Es tut immer gut zu hoeren, dass man nicht alleine ist.
Und ausserdem soll es ja eigentlich so sein: Man soll hier drueben ein Leben, sprich, einen Alltag haben.

LG (: