Uni für alle - Harvard für alle Welt

Uni für alle - Harvard für alle Welt
Das Internet revolutioniert die Bildung. Onlinekurse bieten die spannendsten Vorlesungen der berühmtesten Professoren an – weltweit und zum Nulltarif

An den Universitäten von heute geht es zu wie vor 500 Jahren. Damals, vor der Erfindung des Buchdrucks, las ein Gelehrter aus einem der seltenen handgeschriebenen Bücher vor, und die Studenten kritzelten eifrig mit. Es gibt Fresken aus jener Zeit, die illustrieren, dass schon im Mittelalter Studenten in der letzten Reihe während der Vorlesung ihres Professors einnickten. Und auch heute kommt das gerne vor. Die Vorlesung ist nach wie vor die dominierende Lehrform, manchem Dozenten gelingt es dabei, sein jugendliches Auditorium zu fesseln und mitzureißen. Bei anderen macht sich das Gähnen breit: Das sind jene, die seit zehn Jahren die gleichen Vorträge herunterbeten und garantiert immer an denselben Stellen dieselben Scherze einbauen. Diese Professoren bekommen jetzt Konkurrenz. Nicht durch eine ehrgeizige Neuberufung an der eigenen Hochschule, sondern durch Koryphäen aus dem Internet: Die Konkurrenz spricht nicht leibhaftig zu den Studenten, sondern über den Bildschirm. Ihr lauschen nicht nur die 200 angehenden Akademiker, die in einen Hörsaal passen, sondern 20000 Hörer und mehr. Die Studenten sitzen auch nicht mehr in einem Hörsaal beisammen, sondern sind über die ganze Welt verteilt. In Lima und San Francisco, in Johannesburg und Moskau haben sie vor ihren Computerbildschirmen Platz genommen. Sie schauen sich das Unterrichtsvideo auch nicht alle gleichzeitig an, sondern jeder dann, wann er Lust hat. Hat er etwas nicht verstanden, spult er einfach zurück. So ist das Internet dabei, nicht nur das gesamte Kommunikationsverhalten auf dem Planeten zu revolutionieren, sondern auch die höhere Bildung. Und die Universitäten machen mit – die besten Hochschulen der Welt stellen die besten Vorlesungen und Seminare ihrer besten Professoren ins Netz, und überall rund um den Globus können Wissbegierige nun die Kurse verfolgen, ihren Lernfortschritt mithilfe von Tests bemessen und zuletzt sogar ein Zertifikat erwerben. Diese neue Form der Vorlesung firmiert unter dem wenig attraktiven Kürzel Mooc (sprich: »Muhk«) und steht für massive open online courses. Jeder Interessierte findet problemlos Zugang zu diesen Kursen – und es kostet ihn kein Geld. Bildung findet künftig unabhängig vom Besuch einer Universität statt. Was ist da los? Eliteanstalten, bei denen die Ausbildung eine sechsstellige Dollarsumme kostet, geben plötzlich ihre wertvollsten Schätze umsonst her. Droht den Hochschulen jetzt die Pleite? Oder wird da gerade eine Erfolgsstrategie sichtbar, die der Welt – nach dem Vorbild von Google und Wikipedia – massenhaft Wissen verfügbar macht? Tatsache ist: Es herrscht Goldgräberstimmung bei den Unternehmen der Onlinebildung. Venture-Kapitalisten investieren Millionensummen, aber auch die altehrwürdigen Universitäten, zunächst vor allem in den USA, stecken Geld in den neuen Trend. Ein Grund, die Protagonisten dieser Bildungsrevolution einmal aufzusuchen.

Der YouTube-Pionier
Als Auslöser der Mooc-Welle gilt der ehemalige Hedgefondsmanager Salman Khan. Sein Büro liegt in Mountain View im Silicon Valley, gleich um die Ecke vom Google-Campus. Während des Interviews balanciert der 37-Jährige auf einem Gymnastikball. Er kann nicht still sitzen. Ständig ist er in Bewegung. »Ich bin da ganz naiv reingestolpert«, sagt er. Und im Grunde gehe er die Sache nach wie vor naiv an. Seine Cousine hatte im Jahr 2006 in der Schule Probleme mit der Mathematik. Khan, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) studiert hatte, produzierte für sie kleine, unterhaltsame Nachhilfevideos. Später stellte er die Filme auf die damals noch in den Kinderschuhen steckende Videoseite YouTube. Heute leitet Khan seine eigene Onlineakademie, über 250 Millionen Mal sind seine Videos bereits abgerufen worden. Die Khan Academy hilft immer noch vor allem Schülern, sie bietet Kurse in allen Fächern an. Khans Prinzip – auf dem inzwischen alle Moocs beruhen – ist der flipped classroom: Anstatt seinen Schülern Frontalvorträge zu halten, filmt sich der Dozent in seiner Unterrichtsstunde ab und stellt das Video ins Netz. Die Schüler können es sich zu Hause ansehen und die gemeinsame Zeit mit dem Lehrer dann für intensive Arbeit an Aufgaben nutzen. In 20000 amerikanischen Klassenzimmern wird bereits mit Khans Videos gearbeitet. »Dieser flipped classroom war nicht meine Idee, und ich war auch nicht der Erste, der Videos gemacht hat«, stellt Khan klar. Aber er war es, der die Chance zur Skalierung sah: Ob ein Video von zwei Usern oder von zwei Millionen abgerufen wird, ist auf der Kostenseite kein großer Unterschied. Schon 2008 hatte Khans Website mehr Nutzer als alle anderen Onlinebildungsangebote zusammen. »Es gibt auf dem Bildungsmarkt keine Massenmarke wie Coca-Cola«, sagt Khan. Oder besser: Es gab keine – heute ist seine Akademie so etwas wie das Coca-Cola der Onlinebildung.

Der Computerspieler
Im März 2011 war Sebastian Thrun Teilnehmer der exklusiven TED-Konferenz für technologische Ideen, die im kalifornischen Long Beach stattfand. Dort trat Salman Khan als Redner auf. Eigentlich hatte Thrun schon genug zu tun als Professor für Künstliche Intelligenz (KI) an der Universität Stanford und als Leiter der Forschungsabteilung von Google. Aber Khans Erfolg wurmte ihn doch. »Ich habe in einem Stanford-Kurs 150 bis 200 Studenten«, sagt Thrun. »Und dieser Salman Khan hat zehn Millionen!« Thrun, der aus Solingen stammt, wollte das mit der Onlinelehre deshalb auch probieren. Seinen Kurs bot er zunächst über eine fachwissenschaftliche Mailingliste an. Voll Zuversicht rechnete er mit 10000 Teilnehmern. »Aber die E-Mail verbreitete sich wie ein Virus, es haben sich an jedem Tag 5000 weitere Teilnehmer angemeldet.« Schließlich waren es 160000. Thrun hatte einen der größten akademischen Onlinekurse erschaffen. Jetzt verzichtete Thrun auf sein gesichertes Stanford-Gehalt, er reduzierte seine Anwesenheit bei Google auf einen Tag pro Woche und gründete die Firma Udacity, mit ihr bietet er Moocs vor allem in Mathematik und Computertechnik an. Er bemüht sich darum, die Vorlesungen nicht bloß abzufilmen, sondern an die Sehgewohnheiten einer Generation anzupassen, die mit Computerspielen aufgewachsen ist. »Sehen Sie sich nur das Onlinespiel Angry Birds an, da lernt der Spieler etwas. Er wird ständig bewertet, kriegt die Ergebnisse sofort und bekommt neue Aufgaben, die exakt dem persönlichen Lernniveau entsprechen«, sagt Thrun. »Wenn man diese Mechanismen auf die Vorlesung im Netz überträgt, hat man den Heiligen Gral der höheren Bildung gefunden.«

Der Marktführer
Zur selben Zeit hatten am selben Stanford-Institut zwei weitere Professoren eine ähnliche Idee. Auch Daphne Koller und Andrew Ng hatten schon ein paar Semester mit Onlinevorlesungen experimentiert, als sie die Firma Coursera gründeten. Coursera schließt Verträge mit einzelnen Hochschulen ab, die daraufhin mit der Coursera-Software ihre Kurse erstellen können. Im Zentrum des Büros, ebenfalls im Silicon Valley, hängt eine Weltkarte an der Wand, auf der von Kalifornien aus ein Wollfaden zu jeder kooperierenden Universität gespannt ist – gerade sind wieder ein paar neue Fäden dazugekommen. 62 Partner sind es mittlerweile, darunter auch die beiden Münchner Universitäten. Coursera führt den Mooc-Markt mit Abstand an, die Nutzerzahlen sind schneller gewachsen als die von Google und Twitter in ihrer Anfangsphase. Während Sebastian Thrun und Salman Khan sich mit ihrer von Superlativen strotzenden Redeweise als typische Silicon-Valley-Gewächse präsentieren, erfüllt Andrew Ng, der chinesischstämmige Coursera-Gründer, keines dieser Klischees. Der 36-jährige Computerwissenschaftler spricht leise und entschuldigt sich fast dafür, ein gewinnorientiertes Unternehmen zu leiten. Die Einwerbung von Spenden habe einfach nicht funktioniert. »Meine Inspiration war eigentlich Wikipedia«, sagt Ng. »Aber immer wenn man die Seite besuchte, sah man das Bild des um Geld bettelnden Gründers. Das wollte ich nicht.« Sobald er und seine Geschäftspartnerin auf Gewinnorientierung umschalteten, sprudelten die Gelder der Investoren. Bald waren es 22 Millionen Dollar Startkapital. Auch wenn die Firma natürlich irgendwann ihre Kapitalgeber zufriedenstellen muss (siehe Geld verdienen mit kostenlosen Kursen?, Seite 37), betont Ng, dass die Kurse immer kostenlos bleiben werden. Denn: »Coursera geht es um Bildung, nicht um Profit.« Kann ein Student aus einem Entwicklungsland die bescheidene Gebühr für eine Prüfung nicht aufbringen, wird sie ihm ohne große Nachfragen erlassen.

Die Etablierten
An der amerikanischen Ostküste ist man auf einem anderen Weg. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge hatte bereits vor zehn Jahren unter dem Namen Open Courseware Unterrichtsmaterialien kostenlos ins Netz gestellt. 120 Millionen Menschen in aller Welt haben sich seither daraus bedient. Herausgefordert durch die neu gegründeten Firmen in Kalifornien, möbelte man dieses alte Angebot mit moderner Technik auf. Das MIT und der Lokalrivale Harvard investierten 60 Millionen Dollar und gründeten ein Non-Profit-Unternehmen namens edX für die Vermarktung ihrer Onlinekurse. Inzwischen prangen die Logos zwölf renommierter Universitäten auf der edX-Homepage. Betritt man das wirkliche edX-Office, fällt der erste Blick auf einen gewaltigen Bildschirm, auf dem eine Dia-Endlosschleife die »Revolution der Bildung« anpreist. Bis vor Kurzem war der indisch-amerikanische Informatikprofessor Anant Agarwal der oberste Computerwissenschaftler am MIT. Jetzt leitet er mit Enthusiasmus dieses etwas andere Start-up, führte selbst den ersten Onlinekurs durch (siehe Eine Riesenchance…, Seite 37). »Jahrhundertelang hat sich die höhere Bildung nicht verändert«, sagt er, »jetzt kommt der Wandel.« Alle Universitäten müssten plötzlich darüber nachdenken, was sie Besonderes leisten könnten. Jeder dritte amerikanische Student belegt schon heute Onlinekurse. Anstatt sich um acht Uhr früh in den Hörsaal zu quälen, rufen selbst MIT-Studenten die Vorlesungen gern im Computer ab – bevorzugt zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens. Die nächste Generation werde schon vor dem Uni-Besuch einige Kurse online absolviert haben und brauche dann fürs College nur noch zwei oder drei Jahre – statt wie bisher vier, vermutet Agarwal. Es folgt das lebenslange Onlinelernen. »Und lassen Sie mich träumen: Forschungen nehmen größeren Raum ein, handwerkliche Tätigkeiten auch. Die Professoren haben Zeit und können als Gelehrte wie vor Tausenden von Jahren kleine Gruppen von Studenten um sich scharen.« Bleibt die Frage: Werden diese Studenten der Zukunft noch die horrenden amerikanischen Studiengebühren zahlen wollen? Harvard, Princeton und Stanford bieten neben erstklassiger Bildung auch eine Eintrittskarte in die besseren Kreise. Der Job, den man mit Harvard-Diplom bekommt, so die Rechnung, macht es einem leicht, die im Studium angehäuften Schulden später abzutragen. Für die Absolventen der weniger prominenten Colleges, die nur unwesentlich billiger sind, geht die Rechnung oft nicht auf. Die Studiengebühren haben sich in den USA seit 1985 fast versechsfacht, die Jobaussichten sind gleichzeitig gesunken. »Früher war die Collegeausbildung ein Weg, um in die Mittelklasse aufzusteigen«, ätzt der Internetexperte Clay Shirky, »heute braucht man sie, um nicht aus der Mittelklasse herauszufallen.« Die Moocs sind hier die günstigere Alternative. Und oft auch die qualitativ bessere. Gegner des neuen Onlinetrends bemängeln, ein paar Zertifikate aus dem Netz könnten nicht die Persönlichkeitsbildung eines Colleges und die Erziehung zum kritischen Denken ersetzen. Doch das gilt nur für Eliteschulen, nicht für Massenhochschulen, an denen der Einzelne untergeht. Die werden sich von ihren Studenten fragen lassen müssen, was sie denn noch bieten. Insbesondere, wenn sie auf die Onlinekurse namhafter Unis als multimediale Lernvorlagen zurückgreifen. Die staatliche Universität von San Jose in Kalifornien schaffte es mit Agarwals Elektronikkurs, die Durchfallquote von 40 auf 9 Prozent zu senken. Die traditionellen Universitäten können längst nicht mehr den Bedarf an exzellentem Nachwuchs befriedigen. Die Studienplätze an diesen Institutionen sind eine künstlich verknappte Ware. Schon heute nimmt Harvard nur sechs Prozent der Bewerber an, die alle intellektuellen Voraussetzungen für einen Studienplatz erfüllen. Und in Sebastian Thruns Onlinekurs über Künstliche Intelligenz, an dem auch die Studenten seiner eigenen Uni teilnahmen, landete bei der Abschlussprüfung der beste Stanford-Student auf Platz 412.

Die Zukunft
Inzwischen gibt es sogar schon Pläne, die Skalierbarkeit der Onlinebildung mit der Idee des klassischen Colleges zu verbinden. Das Minerva-Projekt in San Francisco soll ab Herbst 2015 eine neue Elite-Uni werden, mit Studenten, die rings um den Erdball verteilt leben, allein oder in kleinen Gemeinschaften, und sich nur online zu Seminaren treffen. Kostenpunkt: 10000 Dollar pro Jahr. Es wäre die erste Neugründung einer amerikanischen Elite-Uni seit 100 Jahren. Sebastian Thrun sieht seine Firma Udacity dagegen als eine Art »Ikea der Bildung«. Die Onlinerevolution werde zu einer Entwicklung führen, die nur wenige Institutionen überlebten, glaubt er. In 50 Jahren werde die Hälfte des akademischen Marktes von zehn Institutionen abgedeckt. Der Coursera-Gründer Andrew Ng hält nichts von solchen Visionen: »Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich dem widerspreche!« Coursera biete jetzt schon Kurse von Universitäten aus vier Kontinenten an. Er ruft im Computer einen chinesischen Kurs auf über die exotische Kunst der Kunqu-Oper – Beweis dafür, dass Bildung der Zukunft kein McDonald’s-Einheitsfraß sei, sondern im Gegenteil eine Chance für kulturelle Vielfalt. Es ist kein Zufall, dass die vier amerikanischen Bildungsrevolutionäre alle Einwanderer in der ersten oder zweiten Generation sind. Ihnen geht es nicht nur um die Reform der US-Hochschulen, sie begreifen Bildung als internationales Menschenrecht. Salman Khan ist der Blick in die Welt wichtiger als eine elitäre Ausbildung in ehrwürdigen Gemäuern: »Meine Kinder bilden sich mehr, wenn sie ein Jahr mit dem Rucksack durch Europa reisen und dort die Klassiker lesen, als wenn sie sich in einer amerikanischen Studentenverbindung betrinken.«

[SIZE=“1”]Quelle: DIE ZEIT vom 14. März 2013[/SIZE]

So funktioniert die Online-Uni - Was man wissen sollte, bevor man sich in die Welt der Moocs stürzt

Sind Moocs nur abgefilmte Vorlesungen?
Vorlesungsmitschnitte im Netz gibt es schon länger – ein Mooc aber ist mehr. Er besteht aus einer Kette von Videoschnipseln, in denen der Kursleiter etwas erzählt oder erklärt, unterbrochen von kleinen Tests, die ein Computer sofort bewertet. Dazu kommen je nach Fach noch weitere Unterrichtsmaterialien, die man herunterladen kann. In den Videos steht der Kursleiter auch nicht zwangsläufig im Hörsaal, er sitzt oft am Schreibtisch oder tritt gar nicht in Erscheinung – man hört nur seine Stimme, während die Inhalte in Grafiken oder Animationen vermittelt werden. Die Videos haben auch nur selten Vorlesungslänge, meist sind sie nicht länger als eine Viertelstunde. Es hat sich gezeigt, dass kürzere Einheiten dem Lern- und Surfverhalten vieler Teilnehmer entgegenkommen.

Sind Moocs nur für naturwissenschaftliche Fächer geeignet?
Auch wenn die ersten Moocs von Computerwissenschaftlern ins Netz gestellt wurden – grundsätzlich ist die Form für alle Fächer geeignet. Inzwischen werden Kurse mit einem breiten Spektrum angeboten, angefangen von »Organischer Chemie« über »Die Zukunft der Menschheit« und »Ägyptologie« bis hin zu »Songwriting«, auch wenn Kurse zu Informatik, Internet und Computertechnik immer noch dominieren. Sie haben den Vorteil, dass sich die Inhalte besser standardisiert abfragen lassen als beispielsweise die Motive der Protagonisten in Shakespeares Macbeth.

Bestehen die Prüfungen nur aus Multiple-Choice-Tests?
Ein Professor, der 50000 Studierende hat, kann nicht alle Tests selber korrigieren, deshalb suchen die Mooc-Veranstalter nach Testmethoden, die sich automatisieren lassen. Der edX-Chef Anant Agarwal, der selber über künstliche Intelligenz forscht, verspricht zwar, dass Computer bald auch frei verfasste Aufsätze korrigieren können, aber noch ist es nicht so weit. Deshalb sind Multiple-Choice-Fragen immer noch die verbreitetste Prüfungsform in Moocs – zumal auch an normalen Universitäten in vielen Fächern auf diese Weise geprüft wird. Bei geisteswissenschaftlichen Fächern wie Literatur oder Philosophie müssen auch Mooc-Studenten Essays schreiben. Dort wird oft die Methode des »Peer Gradings« angewandt: Die Studierenden benoten sich gegenseitig, jeder bewertet mehrere Essays und erhält selbst mehrere Bewertungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Durchschnittsnoten, die so zustande kommen, ganz nahe bei jenen Zensuren liegen, die auch die Professoren für die betreffenden Texte vergeben hätten.

Kann man am Computer nicht unbegrenzt schummeln?

Abgesehen davon, dass auch im wirklichen Leben viel betrogen wird: Die Veranstalter mühen sich, für die kostenpflichtigen zertifizierten Prüfungen betrugssichere Lösungen zu finden: So geht der Prüfling beispielsweise in ein Testcenter in seiner Nähe, wo er unter Aufsicht an einem Computer sitzt. Die Firma Coursera bietet auch Prüfungen für zu Hause an: Der Student identifiziert sich über seine Computerkamera mit einem Ausweis plus Foto, und per Software können die Tester feststellen, ob er etwa nebenbei noch ein Wikipedia- oder Google-Fenster geöffnet hat.

Ist ein Internetzertifikat überhaupt etwas wert?
Kommt drauf an. Ein beglaubigtes Zertifikat, für das man einen Identitätsnachweis erbracht hat, ist mehr wert als eines, für das man sich nur online registriert hat. Doch letztlich kommt es auf den Kurs an. Grundlegende Einführungsvorlesungen werden inzwischen von einigen amerikanischen Universitäten schon als Anfänger-Credit anerkannt – so kann sich der Student ein teures Semester am College sparen. In der Computerbranche sind die Inhalte so schnelllebig, dass ein Online-Zertifikat für eine neue Programmiersprache, die an der Universität noch gar nicht gelehrt wird, den Ausschlag bei der Bewerbung auf eine Stelle geben kann.

Gibt es wirklich so etwas wie eine globale Lerngemeinschaft?
Von Nowosibirsk in Russland bis Buenos Aires in Argentinien: Die Teilnehmer der Kurse verteilen sich tatsächlich über die ganze Welt, auch wenn die Mehrzahl, etwa 40 Prozent, aus den USA kommt. Ein Gemeinschaftsgefühl entsteht nicht nur dadurch, dass alle zur gleichen Zeit den Kurs machen. In Foren tauschen sich die Teilnehmer auch untereinander über den Lernstoff aus, je nach Kurs schwankt die Beteiligung allerdings stark. Manchmal gründen sich auch lokale Lerngruppen, sogenannte Meetups, in denen sich die Teilnehmer persönlich treffen. Das funktioniert allerdings nur in größeren Städten.

Kann man schon ein komplettes Studium im Netz absolvieren?
Im Moment hat keiner der Mooc-Anbieter den Anspruch, ein vollständiges Hochschulstudium zu ersetzen. Auch wenn die Zahl der Kurse eindrucksvoll klingt, es ist doch immer nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Angebot einer Universität. Am weitesten kommt man noch in der Informatik, da kursieren inzwischen Listen, mit denen man sich die Inhalte des gesamten Grundstudiums aus dem Netz holen kann. Aber auch die neuen Bildungsfirmen geben zu, dass Studieren mehr ist als das Ansammeln von Wissen. In ihren Augen spielen die Moocs eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Studiums, beim lebenslangen Lernen nach dem Abschluss – und dort, wo der eigene Professor die Materie nicht so gut erklären kann wie die Koryphäen im Netz.

Gibt es Moocs auch in Deutschland?
Zwei deutsche Universitäten bieten bereits Kurse auf ihren eigenen Seiten an: Das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam lehrt im Bereich Internet und Informatik, nach drei englischen Kursen kommt im April jetzt der ersten deutsche. An der Leuphana-Universität in Lüneburg entwerfen Onlinestudenten zusammen mit dem Architekten Daniel Libeskind die ideale Stadt des 21. Jahrhunderts. Seit ein paar Wochen sind die Technische Universität und die Ludwig-Maximilians-Universität in München mit Kursen beim Anbieter Coursera vertreten, weitere Universitäten dürften bald folgen. Auch eine neue Ausschreibung des Portals Iversity und des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft zeigt, dass man hierzulande so schnell wie möglich aufholen will: Seit Montag dieser Woche können sich Professoren, die innovative Onlinekurse entwickeln wollen, um Produktionshilfe bewerben – zehn Ausgewählte sollen je 25000 Euro erhalten.

[SIZE=“1”]Quelle: DIE ZEIT vom 14. März 2013[/SIZE]

Geld verdienen mit kostenlosen Kursen?

Modelle gesucht
Im Moment geht es vor allem um Besucherzahlen: Die Mooc-Firmen überbieten einander darin, Universitäten und Professoren auf ihre Plattformen zu locken. Das Unternehmen Coursera führt die Rangliste mit 2,7 Millionen Studenten und 62 Partneruniversitäten an. Der Konkurrent Udacity zehrt immer noch von dem legendären Rekord-Mooc seines Gründers Sebastian Thrun, an dem 160000 Menschen aus 190 Ländern teilnahmen. EdX konzentriert sich auf die Rekrutierung von Unis mit großen Namen: Neben Harvard und MIT ist die University of California in Berkeley dabei, vom nächsten Jahr an auch Unis in Montreal, Lausanne und Delft. Finanziert wird die Arbeit noch aus dem üppigen Startkapital diverser Investoren. Irgendwann sollen sich die Firmen aber selbst tragen (wie das gemeinnützige edX) beziehungsweise Rendite für Kapitalgeber abwerfen (wie Coursera und Udacity). Wie kann das funktionieren, wenn die Kurse kostenlos bleiben sollen? Derzeit werden verschiedene Geschäftsmodelle durchgespielt. Einige bringen schon Geld.

Prüfungsgebühren
Die Veranstalter bieten neben den kostenlosen »Plaketten«, die man sich im Netz erarbeiten kann, zunehmend kostenpflichtige Prüfungen an (siehe »So funktioniert die Online-Uni«, links). Die Preise sind für den Prüfling erträglich, liegen unter 100 Euro pro Zertifikat. Für den Anbieter soll so aus vielen kleinen Beträgen ein Gewinn werden.

Lizenzierungen
Die Software erlaubt es, Versionen der Kurse auch für einen engeren Nutzerkreis zu erstellen. So kann eine Universität oder eine Firma gegen Gebühr einen Kurs lizenzieren, um ihre Studenten oder Mitarbeiter gezielt zu schulen. Dafür gibt es – als Gegenstück zu Mooc – das Kürzel Spoc (»small private online course«). Der Lehrende hat dann Zugang zu allen Studentendaten und kann mit ihnen persönlich online zusammenarbeiten.

Jobvermittlung
Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel sind Firmen oft an den Daten von Absolventen interessiert. Alle drei großen Mooc-Anbieter machen Geschäfte mit diesen Daten, allerdings nur, wenn die Studierenden eingewilligt haben. So könnte sich dann eine deutsche Firma Adressen von Absolventen eines bestimmten Kurses im Großraum München besorgen und online deren Lebenslauf abrufen. Bezahlt wird nach erfolgreicher Vermittlung.

Firmen-Sponsoring
Die geeigneten Arbeitskräfte kann sich ein Unternehmen auch gezielt ausbilden lassen. Udacity richtet auf Wunsch von Firmen spezielle Kurse ein. Wenn etwa Google feststellt, dass zu wenige Webprogrammierer den HTML5-Standard beherrschen, entwickelt Udacity gegen Bezahlung einen entsprechenden Kurs. Der ist dann offen für Teilnehmer aus aller Welt – Google aber hat den ersten Zugriff auf die Daten der Absolventen.

Langer Atem
Ob all dies zu einem großen Geschäft führen wird, ist im Moment nicht absehbar. Die Investoren werden Geduld haben müssen. Und die Universitäten, die eine Partnerschaft mit einem der privaten Anbieter eingehen, dürfen ohnehin nicht auf das große Geld hoffen: Die Firma Coursera zum Beispiel tritt von allen Erlösen, die sie mit einem Kurs macht, maximal 20 Prozent an die Universität ab.

Zum Ausprobieren:
Schüler:
Khan Academy https://www.khanacademy.org/ Math, American History, Biology
HippoCampus http://www.hippocampus.org/ Math, History, Biology
InterAct Math http://www.interactmath.com/ Math
Purplemath http://www.purplemath.com Math
Class Zone http://www.classzone.com Find your textbook online to help you study

Studenten:
Udacity https://www.udacity.com/courses
Coursera https://www.coursera.org/courses
EdX https://www.edx.org/courses
Open HPI https://openhpi.de/courses

Fürs Fernstudium: 35 Quellen für tausende Online-Vorlesungen http://www.fernstudi.net/blogs/fuers-fernstudium-35-quellen-fuer-tausende-online-vorlesungen

[SIZE=“1”]Quelle: DIE ZEIT vom 14. März 2013[/SIZE]

Habt ihr weitere Links? Dann her damit!

Das ist aber ein langer Werbeartikel :wink:

Ein interessanter Artikel. Dem Autor sollte allerdings nahegelegt werden, auch mal an einem Uni-/Allgemeinwissen-/Geschichtskurs teilzunehmen, wenn ihm noch nicht einmal bekannt ist, dass Gutenberg vor rund 600 Jahren den Buchdruck erfunden hat. :wink:

In dem Abschnitt “Kann man schon ein komplettes Studium im Netz absolvieren?” ist bezüglich des Studiegangs Informatik die Rede von “Listen, mit denen man sich die Inhalte des gesamten Grundstudiums aus dem Netz holen kann”. Hat jemand eine Ahnung, wo man diese Listen findet? Google hat mir irgendwie nicht weiter geholfen.

Okay, erste Frage: Gab es schon Internet, als der/die Autor/in des Artikels studiert hat?

Ich habe den Artikel (eher einen ähnlichen, wo es vor allem um den google-Typen (den Sebastian Thrun) ging) schon vor ein paar Wochen gelesen, und ich habe mich da schon gefragt: Wen interessiert das eigentlich?

Die aller-allermeisten Leute, die sich da registrieren, machen das doch mal eben aus Spaß, und nicht, weil sie meinen, sie studieren jetzt ernsthaft in Harvard.

Ist das darum so ein Hype, weil es das tolle Harvard ist, Harvard, Harvard, Harvard?
Oder warum tun die jetzt so als hätte Harvard gerade das Rad der Fernuni neu erfunden?

In Deutschland gibt es das Telekolleg, wo man (so man in Bayern oder Brandenburg wohnt) sein Fachabi aus dem Fernsehen bekommt; die größte Uni Deutschlands ist die Fernuniversität Hagen, und an meiner Uni machen auch einige Professoren Podcasts in guter Qualität, die fast direkt nach der Vorlesung ins Internet gestellt werden.

In Deutschland wohnen muss an für solche Angebote nicht; Kinder von Deutschen, die irgendwo im afrikanischen Busch wohnen, können zum Beispiel auch über Fernleistungen ihr Abitur machen.
Und „Deutsch können“ - geschenkt, für die Angebote der Uni Harvard muss man auch Englisch können. Schließt also immernoch nen Haufen Leute aus.

Oder kommt der Hype jetzt daher, dass es eben ein CEO von google ist, dem man da beim Quasseln zugucken kann? Dann bin ich wahrscheinlich auch raus, denn Personenkult (besonders um – hallo – einen Mitarbeiter von google -.- ) geht mir meistens am Allerwertesten vorbei.

Glaubt wirklich irgendwer, dass er durch so ein „Zertifikat“ seinen (potentiellen) Arbeitgeber beeindruckt? Eher ist es doch so, dass die Leute, die einen Arbeitgeber beeindrucken, schon etwas geleistet haben und, und wer noch nichts geleistet hat, dem hilft so ein Schnickschnack auch nicht weiter. In Deutschland wird viel mehr wert auf die wirklichen Abschlüsse gelegt, vielleicht mehr als Amiland; vielleicht führt das „Hire and Fire“ dazu, dass auf das Bewerbungsverfahren nicht so viel Wert gelegt wird wie hier zulande, wenn man zur Not einfach danach den nächsten einstellen kann.

Das hilft vielleicht so viel, wie wenn man seiner Bewerbung eine Bescheinigung über den abgeschlossenen Kurs „Freies Sprechen“ aus dem ILS Ferninstitut beilegt. Vielleicht hilft es, den Arbeitgeber zu überzeugen, dass man lernbereit ist und Spaß an Weiterbildung hat. Kann man also machen, muss man aber nicht. Geht auch anders.

Und überhaupt, was wird dort „unterrichtet“? Physik, Ingenieurswissenschaften, vielleicht ein bisschen BWL? Gerade in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften gilt doch umso mehr, was ich oben geschrieben habe. Wenn du Dipl.-Ing. Bist, vertraut man dir, als neuer Master musst du dich erstmal beweisen, und schon als Bachelor solltest du besser noch ein bisschen an der Uni bleiben. Deutschland hat da den wohl besten Ruf der Welt, und die deutschen Autos baut kein Ingenieur aus Harvard. Darum in dem Fall besser TU München als Harvard University.
Für Betriebswirtschaftslehre habe ich eh kein gutes Wort übrig… sollte man da unbedingt „skills“ brauchen, hilft einem die Investition in ein Buch aber glaube ich am meisten weiter. Zumal das Fach mit Sicherheit in den USA ganz ganz andere Schwerpunkte hat in Deutschland, und hier nach ganz anderen Richtlinien gearbeitet wird. Also lernt man wenn man Pech hat falsch und weiß am Ende garnichts mehr.

Sprich, ich habe eigentlich weniger ein Problem damit, dass alles übers Internet stattfindet, als dass alles in den USA stattfindet.

Noch eine Auswahl der vielen Passagen, die mir doch ziemlich aufstoßen:

Da haben wir das System einer Online-Lerngruppe, wie sie jede Fernuni in Deutschland anbietet, und viele Studenten und Lehrende an Präsenzunis tun sich genauso zusammen. Was ist daran besonders, sagts mir bitte?

Meiner Erfahrung nach ist es so, dass gerade weil die Branche so schnellebig ist, von jedem guten Informatiker ein extremer Teil Eigenarbeit vorausgesetzt wird. Jeder Personaler wird da wissen, dass in den Informatik-Studiengängen der Unis nicht das Know-How gelehrt wird, dass in dieser Stunde das Optimum ist. Aber für viele Informatiker ist die Welt der Computer so selbstverständlich, dass sie sich das alles nebenbei beibringen, ihne das Gefühl zu haben, sie würden jetzt arbeiten oder studieren. Das wisse auch die Leute, die sie einstellen. Darum jemanden nicht einzustellen, weil sein Hochschulabschluss schon 2 Jahre zurückliegt, wäre nur hirnlos. Also ist auch dieses Zertifikat wahrscheinlich wertlos, weil dem anderen Bewerber, der “nur” sagt “ja, die Sprache hab ich mir letzte Woche draufgebracht” in der Branche genauso geglaubt wird (geglaubt werden MUSS, denn wie gesagt funktioniert da das allermeiste über “Selbststudium”)

Also langer Rede kurzer Sinn: Was ist das Besondere daran? Warum kann man das hier lesen? Ein Kommentar dazu wäre schön, aus dem kommentarlosen posten des Artikels, dessen Kopie wahrscheinlich nicht einmal erlaubt ist, werde ich irgendwie nicht schlau.

@domme_nik:
Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe. Ich nehme mal an, du willst Ingenieurswissenschaften studieren und dir die Inhalte des Grundstudiums ansehen und vielleicht etwas davon schonmal lernen.
Dann gehst du auf die Homepage einer Uni deiner Wahl, die das Studienfach anbietet, das dich interessiert. Du suchst das “Modulhandbuch”. Das gibt es als schicke pdf, oder als HTML. Dort steht, welche Kurse das Studium beinhaltet und in Stichworten der Inhalt und das Lernziel der Kurse.
Wenn du dann nach den Stichworten oder einfach den Modulen (sagen wir “Strömungsmechanik”) googlest, wirst du gerade für diese Fächer sehr viel Lernmaterial finden, mit dem du dich sehr gut beschäftigen können wirst.

Edit: Sebastian Thrun unterrichtet übrigens in Stanford. Also nix mit “Harvard für alle”…

Ich habe diese Woche Introduction to Sustainability auf coursera von der U of Illinois angefangen, mal schauen was ich davon in 8 Wochen noch halte :wink: Bisher ists ganz cool, aber ich muss zugeben dass ich noch nicht wirklich viel getan habe.
Bin vor allem gespannt, wie ‘akademisch wertvoll’ das ganze vom Inhalt her wird. Schaden wirds aber sicher nicht, und ich machs auch eher um mich in die Thematik einzuarbeiten (was so sicher einfacher ist als sich alleine kreuz und quer einzulesen). Was ich da am Ende fuer Zertifikate fuer kriege ist mir relativ egal. Wenn ich mich irgendwann mal auf eine Stelle bewerbe, zu der das passt wuerd ichs aber denk ich schon angeben so lange noch Platz auf dem CV ist.

Morgen hab ich mein erstes Quiz :smiley:

Danke für deine Antwort!
Der Hintergrund meiner Frage ist der Folgende:

Habe vor drei Jahren Abi gemacht und wollte anschließend Maschinenbau studieren. Habe mich dabei genauso informiert, wie du es gerade vorschlägst. Mit dem Modulhandbuch und Google. Bin dann zu dem Entschluss gekommen, dass mich das Fach interessiert und hab an der TU München angefangen zu studieren. Mir wurde dann aber recht schnell bewusst, dass mir das Niveau zu hoch ist, bzw meine mathematischen / physikalischen Fähigkeiten nicht ganz ausreichen. Wäre ein sehr zähes Studium geworden und das wollte ich nicht. Das konnte ich aber erst wissen, nachdem ich alle Vorlesungen besucht hatte… das war aus dem Modulhandbuch für mich nicht ersichtlich :wink:

Also hab ich dann zu TUM-BWL (2/3 BWL, 1/3 Maschinenbau) gewechselt. Bin mit dem Studium sehr zufrieden und es fällt mir auch eher leicht. Werde das das auch zu Ende studieren. Nur hatte ich jetzt eben eine Informatik Vorlesung, welche mir sehr gut gefallen hat. Nun spiele ich seitdem mit dem Gedanken nach meinem TUM-BWL Studium noch Informatik oder was ähnliches dranzuhängen.
Das Problem könnte nur wieder das selbe sein: mich interessiert zwar das Fach, aber ich bin evtl. nicht fit genug dafür. Hatte eben auch nie was mit Informatik zu tun, außer jetzt im Studium. Ich könnte mich natürlich in ein paar Informatik Vorlesungen setzen, aber dafür müsste ich bis zum nächsten Wintersemester warten und würde evtl meine Vorlesungen verpassen. Daher wäre es einfach ideal, wenn ich mir die ganzen Grundlagenvorlesungen online anschauen könnte, dann könnnte ich mir ein ordentliches Bild davon machen.

Und hier kommt eben die Stelle aus dem Artikel ins Spiel. Da ist die Rede von Listen, mit denen man sich die Inhalte des gesamten Grundstudiums aus dem Netz holen kann. Wahrscheinlich finde ich mit einem gewissen Aufwand auch selbst die meisten Videos zu den Vorlesungen, aber wenn es schon solch eine Liste schon gibt, wärs damit halt einfacher.

Hoffe das war jetzt verständlicher :wink:

Also, mal ehrlich.
Hier ist der Studienplan des Informatik-Bachelors.
http://www.in.tum.de/fuer-studierende-der-tum/bachelor-studiengaenge/informatik/studienplan/studienbeginn-ab-ws-20122013.html

Da kannst du jedes Modul anklicken, und findest da die Lernziele. Zum Beispiel das Ziel für das “Praktikum Programmieren”: “Der Teilnehmer beherrscht die Programmiersprache Java […].”
Über Java gibt es TONNENWEISE Infos im Internet, Kurse, How-Tos, und super Bücher.
Wie soll es denn NOCH einfacher gehen?

Zudem ist es mehr als wahrscheinlich, dass verschiedene Universitäten verschiedene Schwerpunkte setzten. Das Studium der TUM ist nicht das Studium in Chicago! Wie ich oben schonmal geschrieben habe: Wenn du dir alle Inhalte des Studiums in Chicago anschauen würdest, könntest du das Pech haben, dass es dir im Endeffekt mal überhaupt nichts gebracht hat, weil es einfach ganz anders war.

Außerdem solltest du bedenken, dass es relativ schwierig sein kann, sich englischsprachige Vorlesungen anzusehen, und dann die Inhalte später auf Deutsch wiederzugeben. Ich setze mal voraus, dass du überhaupt genug Englisch kannst, um einfach einer amerikanischen Vorlesung zu folgen, viele meiner Mitschüler, die heute Naturwissenschaften studieren können das ehrlich gesagt nicht.

Ich würde mich an deiner Stelle an den Voraussetzungen deiner Uni entlanghangeln, und nicht irgendwelche Studienpläne vom anderen Ende der Welt durchsehen.

Edit: Um noch ein wenig konstruktiv zu sein: Ich schätze, du hast schon so etwas wie “computer science basic courses list videos” bei google eingegeben? Ich zumindest finde da sehr interessante Sachen :wink:

Also, ich habe diese Artikel hier gepostet, weil ich dachte:

  • Alle Schüler und Studenten, die hier mitlesen, könnten sich dafür interessieren, weil sie genug Englisch verstehen, um diesen Vorlesungen zu folgen
  • Ich dies als Ergänzung / Erweiterung zu einem richtigem Studium / eurem eigenem Studiengang sehe
  • Auch bei den Dozenten ist es oft wie bei den Lehrern: Die einen können gut erklären, die anderen überhaupt nicht. Und wenn ich z.B. Economics bei meinem Dozenten nicht verstehe, verstehe ich es vielleicht besser, wenn ich mir ein passendes Video zu dem Thema von einem anderen Dozenten ansehe
  • Auch hier werden jetzt langsam vermehrt Studiengänge in Englisch angeboten oder viele Studenten weichen ins nahe Ausland (z.B. Holland) aus und studieren dort auf Englisch

Diese Artikel waren nicht als Werbung gemeint!

Viele Grüsse

Kirsten

Auch wenn ich dir nicht bei allem ganz zustimme, aber da hast du wirklich Recht, ich werde das wohl nicht von Chicago an die TUM übertragen können. Das habe ich bisher nicht wirklich bedacht. Wird wohl kein Weg dran vorbei führen, mich mal hier vor Ort in ein paar Vorlesungen zu setzen.

Und dein Google Suchbegriff ist tatsächlich sehr hilfreich, danke dir!

Ja-ha, googlen kann ich ^^

Wie wäre es mit diesem hier: http://www.fernstudi.net/blogs/fuers-fernstudium-35-quellen-fuer-tausende-online-vorlesungen