Tochter fühlt sich in Frankreich nicht wohl

Unsere Tochter ist seit 1 Monat in einer Gastfamilie in Frankreich. Zuvor hatten wir deren Tochter für 3 Monate bei uns zu Besuch.
Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben und viel Zeit aufgewandt, um es unserem Gast angenehm zu machen. Das scheint dort ganz anders zu sein und die Gastmutter ist ausgesprochen unfreundlich zu unserer Tochter.
Sie scheint sich falsch zu verhalten, weiß aber nicht warum und keiner erklärt es ihr.
In der Schule kommt sie wohl gut klar.
Gibt es hier Eltern mit ähnlichen Erfahrungen?

Hallo,
Leider scheint es hier niemand mit ähnlichen Erfahrungen und/oder Lösungsvorschlägen zu geben.

Und, nun ja, was soll man auch dazu sagen? Wenn ausgeschlossen wurde, dass die Unfreundlichkeit der Gastmutter auf einem (sprachlichen) Mißverständnis oder unbewusstem Fehlverhalten Deiner Tochter beruht, vielleicht, dass die Menschen eben unterschiedlich sind und man nicht davon ausgehen darf, dass sich andere ebenso verhalten wie man selbst!

Wie kam denn Deine Tochter mit der Gastschwester zurecht als diese bei euch war? Wenn das Verhältnis der beiden gut ist, müsste es doch möglich sein von ihr etwas über das Problem der Mutter zu erfahren, oder?

Verständlich, dass ihr enttäuscht seid, aber mehr als ein klärendes Gespräch zu suchen, wird man wohl nicht machen können.

Liebe Grüße
Birke

Meine Tochter war 2006 für 8 Wochen in Frankreich bei ihrer Austauschpartnerin, die vorher 8 Wochen bei uns war.
Das Leben ist dort ein ganz anderes. Bei den meisten Familien arbeiten beide Eltern, die Kinder gehen den ganzen Tag zur Schule und haben danach noch Hausaufgaben auf. Mittwoch Nachmittag haben die Kinder keine Schule, aber die Eltern arbeiten trotzdem. Jede Woche von Dienstag - Samstag. Dafür haben Montags viele Eltern frei, da sind die Kinder in der Schule. Die Kinder müssen dort schon früh selbstständig sein.
Die Eltern verlangen von den Kindern, dass sie viel lernen. Sie haben wenig Freizeit. Zum Ende der 9. Klasse haben sie ihre großen Abschlussprüfungen, bevor sie auf das Lycee kommen. Sind sie auf dem Lycee, leben sehr viele Kinder dort im Internat. Dort sind die Regeln noch strenger: Lernen bis zum Abendbrot, nach dem Abendbrot Hausaufgaben, duschen von 21 - 22 Uhr und Licht aus nicht vor 23 Uhr.
Meine Tochter hatte keine Probleme mit ihren Gasteltern, sie haben sich sehr bemüht. Nun sprechen sie aber auch ganz gut Deutsch, sodass sie sich im Notfall so verständigen konnten. Aber ich denke, vielleicht ist die Mutter einfach nur gestresst und hat es sich etwas leichter vorgestellt. Oder sie erwartet, dass deine Tochter etwas selbstständiger ist. Nach der Arbeit wird ja noch groß gekocht und erst um 8 oder 9 gegessen. Da müssen die Kinder schon mithelfen.

Viele Grüsse

Kirsten

Hat deine Tochter schon mal versucht, die Gastmutter ganz konkret in einem ruhigen Moment anzusprechen? Etwa so: “Du, hast du einen Moment Zeit für mich? Mir fällt es schwer, mich hier einzuleben. Ich habe das Gefühl, dass ich störe und mich falsch verhalte, weil ich den Eindruck habe, dass du genervt von mir bist. Was kann ich besser machen? Kannst du mir helfen?” - Natürlich kann man das jetzt noch besser formulieren.

Wenn ich eins während meines Austausches gelernt habe, dann ist das, dass man sagen muss, wie man sich fühlt, weil die Hostfam das sonst nicht so mitbekommt. Und wenn man um Hilfe bittet, dann bekommt man sie auch meistens.

Lass deine Tochter das doch mal versuchen
viele Grüße Becks

Hallo,
nach 7 Wochenversucht unsere Tochter nun, die Familie zu wechseln.
Die Gastmutter hat psychische Probleme, war jetzt deswegen auch im Krankenhaus und die Familie hat absolut kein Interesse an unserer Tochter.
Tochters Austauschpartnerin, die ja schon 3 Monate bei uns war und sehr nett ist, leidet auch unter der Situation.
Zum Glück läuft es aber in allen anderen Bereichen gut.
Sollte der Wechsel nicht klappen, kommt sie direkt nach Hause. Das wäre echt schade.