Schüleraustauschzahlen nach Bundesländern

Nach unseren Umfrage-Ergebnissen sieht die Verteilung der Austauschschüler pro Bundesland wie folgt aus:

[LIST]
[]1567 Baden-Württemberg
[
]1354 Bayern
[]1201 Berlin
[
]745 Brandenburg
[]269 Bremen
[
]742 Hamburg
[]995 Hessen
[
]501 Mecklenburg-Vorpommern
[]1585 Niedersachsen
[
]3152 Nordrhein-Westfalen
[]402 Rheinland-Pfalz
[
]157 Saarland
[]702 Sachsen
[
]398 Sachsen-Anhalt
[]983 Schleswig-Holstein
[
]398 Thüringen
[/LIST]

Über die Mobilität kann nun spekuliert werden :slight_smile:

Um der Spekulation weitere Nahrung zu geben und weil man ja sonst nichts zu tun hat(;)), habe ich die Daten mal auf die Einwohnerzahl der Bundesländer bezogen. (Grundlage Harenberg 2008) und entsprechend gerankt. Wie ich finde auch eine interessante Diskussionsgrundlage hinsichtlich Wirtschaftslage, Bildungssituation und Mobilität.

Rang Bundesland Einwohner (in Mill) / ATS / ATS/ 100.000

1 Hamburg 1.74 / 742/ 42.6
2 Bremen 0.66 / 269 / 40.6
3 Berlin 3.40 / 1201 / 35.4
4 Schleswig-Holstein 2.83 / 983 / 34.7
5 Meck-Pomm. 1.71 / 501 / 29.4
6 Brandenburg 2.56 / 745/ 29.1
7 Niedersachsen 7.99 / 1585 / 19.8
8 Nordrhein-Westfal 18.06 / 3152 / 17.5
9 Thüringen 2.34 / 398 / 17.0
10 Sachsen 4.27 / 702 / 16.4
11 Hessen 6.09 / 995 / 16.3
12 Sachsen-Anhalt 2.47 / 398 / 16.1
13 Saarland 1.05 / 157 / 15.0
14 Baden-Württemberg 10.74 / 1567 / 14.6
15 Bayern 12.47 / 1354/ 10.9
16 Rheinland-Pfa 4.06 / 402/ 9.9

Gesamte Bundesrepublik 82.44/ 15051 / 18.3

Schade, ich hätte es gerne übersichtlicher formatiert, aber die Leerstellen werden zusammengezogen
Gruß, Gabi

Mich würde mal interessieren, wie diese Daten, die Sylvia dankenswerter Weise hier reingestellt hat, zu interpretieren sind. Vielleicht finden sich doch noch ein paar Ideen dazu. (Übrigens habe ich keinen Danke-Button, genauso wie sich die Rubrik „Neueste Beiträge“ seit dem letzten Absturz von der Oberfläche verabschiedet hat). Wie sind diese Daten eigentlich entstanden? Sind es „nur“ die Daten der Austauschorganisationen? Seid ihr irgendwie auch an Selbstorganisierer herangekommen? Besser wäre es auch, wenn man die Altersstrukturen in den Bundesländern berücksichtigen könnte. Keine Ahnung, ob es da so große Unterschiede gibt. Immerhin ist bekannt, dass Schleswig-Holstein und Bayern Rentnerhochburgen sind.

Ich werde also mal anfangen (und warte auf Widerspruch;)): Auffällig ist zunächst, dass die Stadtstaaten an erster Stelle stehen. Vermutlich ist hier der Multiplikatoreffekt durch die räumliche Nähe am größten. Man kennt am ehesten Familien, deren Kinder im Austausch waren, und nimmt diese Idee daher leichter auf als das in den Flächenstaaten mit ländlichen Bereichen der Fall ist. Dass Hamburg als reiche Stadt die Reihe anführt, wundert mich wenig, da offenbar die wirtschaftliche Situation es vielen Eltern erlaubt, ihren Kindern den doch teuren Auslandsaufenthalt zu ermöglichen. Überrascht hat mich das Nord-Süd-Gefälle, dass nämlich anders als die absoluten Zahlen suggerieren, nicht die reichen Südstaaten wie Bayern und Baden-Württemberg die Liste anführen, sondern eher als ärmer geltende Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Mecklemburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen. Könnte das an einer größeren Liberalität der Schulen im Norden liegen? Die süddeutschen Gymnasien gelten ja als ausleseträchtiger und schwieriger als die norddeutschen. Bei der G8-Umfrage hier im Forum ist bisher ja noch nicht so viel herausgekommen, aber aus anderen Foren habe ich mitbekommen, dass die Bedingungen, um in den Austausch zu gehen, erschwert werden durch Latinum-Prüfungen, Mittlere Reife und abiturrelevante Zensuren in der 11.Klasse (trotz G9), was sich in Zukunft mit der Profiloberstufe um ein weiteres Jahr vorverlagern wird. Ich hatte den Eindruck, dass diese erschwerten Bedingungen für einen Austausch OHNE Wiederholung einer Klasse eher aus den südlichen Bundesländern zu hören waren. Bitte korrigiert mich, wenn das falsch sein sollte.

Vielleicht tritt ja durch die bundesweite G8-Einführung eine Änderung ein. Allerdings befürchte ich, dass damit nur eine weitere Verjüngung des Austauschalters bewirkt wird und ob das für die Jugendlichen vorteilhaft ist, wage ich zu bezweifeln. Denn es ist bestimmt ein Unterschied, ob man mit 15/16 oder mit 17 ins Ausland geht. Ich könnte mir also sehr gut vorstellen, dass in Zukunft die Austauschzahlen rückläufig sein werden

Liebe Grüße, Gabi

Erhoben worden sind die Zahlen unter den Austauschorganisationen. Bei der letzten Umfrage habe ich mir die Arbeit gemacht und die Austauschschüler pro Tausend Schüler an allgemeinbildenden Schulen ins Verhältnis gesetzt, da hat sich die Reihenfolge gegenüber der absoluten Rangliste schon deutlich verändert.

Nicht dabei sind Rotary Schüler, Selbstorganisierer oder auch der Bayerische Jugendring (vielleicht würde das den Schnitt von Bayern wieder anheben ;)).

Süddeutschland war von je her schon immer weiter unten mit den Zahlen der Austauschschüler. Ich hörte dazu Erklärungen wie

  • wollen gradlinige Ausbildung ohne Gefahr des Wiederholens eines Schuljahres
  • weniger mobil
  • bleiben lieber im Land
  • nicht so weltoffen, konservativer
  • geringerer Migrantenanteil - dadurch weniger Kontakt zu Ausländern

während ich zu Hamburg mit hohem Anteil genau Gegenteiliges hörte

  • weltoffen - Hafen
  • mobilere Eltern, die zu dieser Idee ermuntern
    etc.

Zu Ostdeutschland wurde gesagt, dass viele Eltern Ihren Kindern dort unbedingt einen Austausch ermöglichen wollen, weil das vor Mauerfall unmöglich war, hungrig auf die Welt (siehe auch [SURL=„http://www.schueleraustausch.de/sa/aktuelles/2005/03/26/ostdeutsche.shtml“]hier[/SURL]).

Ja, es wäre toll, wenn noch mehr bei der [SURL=„http://www.schueleraustausch.de/forum/showthread.php?t=1163“]G 8-Umfrage[/SURL] mitmachen könnten, um ein weiteres Stimmungsbild zu bekommen.

Hallo Gabi!

Dass Hamburg als reiche Stadt die Reihe anführt, wundert mich wenig, da offenbar die wirtschaftliche Situation es vielen Eltern erlaubt, ihren Kindern den doch teuren Auslandsaufenthalt zu ermöglichen.

Ich denke, dass liegt an der Förderung eines Austauschjahres durch die Stadt Hamburg, die es nur dort gibt. Kein anderes Bundesland bietet diese Förderung an. Sehr schade :(!

Viele Grüsse

Kirsten

@Gabi
Sehr interessant das Ranking! Herzlichen Dank dafür.

Ich bin ziemlich erstaunt darüber, dass wir Bayern auf dem vorletzten Platz rangieren. :eek:

Ich glaube nicht, dass es an den anspruchsvolleren Schulbedingungen liegt - vielleicht in Zukunft - durch das G8 wird es sicher schwieriger, aber noch nicht zum Zeitpunkt dieser Erhebung. Im Zusammenhang mit der Schule könnte vielleicht ursächlich sein, dass unser Schulsystem und unsere Lehrpläne nicht vorsehen, die Kinder zum selbständigen Denken und Handeln zu ermutigen, und schon gar nicht die Neugierde auf Fremdes wecken, sondern lediglich darauf ausgelegt sind, breitgefächertes Wissen einzutrichtern.
Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass die hiesige ländliche Struktur eine Rolle spielt. Auf vielen Dörfern gilt ein ATJ nach wie vor als etwas „exotisches“, das nur besonders Mutige oder Ehrgeizige wagen.

Vielleicht tritt ja durch die bundesweite G8-Einführung eine Änderung ein. Allerdings befürchte ich, dass damit nur eine weitere Verjüngung des Austauschalters bewirkt wird und ob das für die Jugendlichen vorteilhaft ist, wage ich zu bezweifeln. Denn es ist bestimmt ein Unterschied, ob man mit 15/16 oder mit 17 ins Ausland geht. Ich könnte mir also sehr gut vorstellen, dass in Zukunft die Austauschzahlen rückläufig sein werden

Ja, ich denke auch, dass im achtstufigen Gymnasium das Austauschjahr früher gemacht werden muss. Allerdings sehe ich darin nicht unbedingt Nachteile. Ein jüngeres Kind akzeptiert vielleicht leichter neue/strengere Regeln der Gastfamilie, geht unbefangener an die Sache ran und Liebeskummer ist nicht Thema Nr. 1.:rolleyes:

Grüße
Birke

Ich bin nicht genau Informiert, aber hat Bayern nicht schon längst G8?
Oder Badenwüttenberg? Korrigiert mich bitte falls ich falsch liegen sollte…
Ich gehe nächstes Jahr ein Jahr in die USA, das heißt ich fliege in 3 Wochen, und meines erachtens gibt es nicht so viele Vorteile schon ein Jahr früher als ATS wegzugehen. Es ist doch sehr anstrengend alle Formulare richtig zusammenzuhaben und, obwohl ich sehr offen bin, ist es doch schwierig seine Gastfamilie das erste mal anzurufen und dann mit denen zu reden. Ich muss sagen, ich hab sehr viel Kontakt über Monate jetzt schon zu meiner Gastfamilie und für mich it es nicht mehr ein Sprung ins kalte Wasser, aber wenn dies nicht so ist und ich noch ein Jahr jünger wäre, wäre es zu viel für mich geworden. Der Gang zur Amerikanischen Botschaft, Der erste Anruf, Der Abschied…Ein Jahr in einem Europäöischen Ausland verbringen zu können wäre bestimmt sehrgtu für 15/16 jährige doch ein wenig zu überfordern würde sie ein Jahr in eine extrem fremde Kultur zu gehen…