Konkurrenz unter ehemaligen ATS

Hallo!

Wenn mir jemand erzählt er war für ein Jahr im Ausland in den USA, dann sage ich mittlerweile nur noch „das ist toll und sehr mutig von dir gewesen so etwas zu machen“. Ich sage gar nicht erst, dass ich auch in den USA für ein Jahr war, weil ich festgestellt habe, dass einige ATS dann denken, dass man ihnen etwas wegnimmt oder dass sie nicht mehr so besonders sind, weil sie nicht die einzigen mehr sind, die dort waren. Habt ihr ähnliche Erfahrung gemacht?

Nein, eigentlich nicht. Vielleicht nur einmal, aber nicht, dass ich das bewusst als störend wahrgenommen hätte. Ich habe vorwiegend erlebt, dass einige Leute sich dann unheimlich arrogant benehmen, weil sie denken, sie seien wegen des Auslandsjahres was Besonderes. (Oder meinst du auch das?) Manche grenzen dann auch alle anderen, ‘Einheimischen’, (eben bis auf die Returnees) aus. (Das habe ich häufiger erlebt.)

Ich habe aber insgesamt eher positive Erfahrungen gemacht, wenn man von den wenigen Ausnahmen absieht. Ich sage auch allen Leuten direkt in solchen Situationen, dass ich auch im Ausland war, und auch, wenn sie sich meiner Meinung nach doof verhalten. So nach dem Motto: “Warum verhältst du dich so? Wenn du die Erfahrungen gesammelt hast, solltest du wissen, dass sie einmalig sind, und niemand anderes die gleichen Erfahrungen sammeln wird. Aber es werden einige ähnliche Erfahrungen sammeln oder bereits haben - nimm sie als Verbündete und nutz das, statt dich auszugrenzen und sie als Feinde zu sehen. Von geteilten Erfahrungen profitieren alle, nur, dass keine Erfahrung durch Weitergabe weniger Wert wird, eher im Gegenteil.”

Sollte zeigen, dass man selbst erwachsener ist, als diese Menschen. Probier’s doch das nächste mal damit und warte ab, wie die Gesichter aussehen. :wink:

Liebe Grüße,
Wiebke

also bei mir gibts auch verschiedene Erlebnisse und sozusagen verschiedene Kategorien/SItuationen von ex ATS.

zum Einen sind da (vor allem) die Latinos, die natürlich nicht so gut auf die USA zu sprechen sind, und daher wird man auch als etwas - naja, sagen wir mal seltsam behandelt. Doch das ist eigentlich nur so oberflächlich. Letztendlich komme ich mit den Latino-Returnees ganz gut zurecht, und ich glaube auch sie mit mir.
Dann gibts ein paar US-Returnees, die sich - wie ALbatross schon beschrieben hatte - etwas hochnäsig aufführen, “weil sie ja in den USA waren und somit sowieso toll sind”. DIE machen dann natürlich das Bild der US-Returnees kaputt gegenüber anderen (v.a. eben den Latinos).
Was ich da ja lustig finde ist eben, dass sie sich trotzdem noch für was besser es halten, wenn sie erfahren, dass ich selbst in den USA war… (naja - aber immerhin war ich nicht in Lateinamerika, also “in der Dritten Welt” - das musste ich mir auch schon so anhören… sau krass) Aber wie auch immer - so SChwätzer gibt es immer und überall.

Das wären jetzt eben so die beiden “eher Negativ” Beispiele gewesen.
Hier ist halt das Fatale, dass die zweite Gruppe der ersten Gruppe immer wieder FUtter gibt, und ihen beweist, dass sie doch recht haben… :frowning:

Was mein eigenes Verhalten gegenüber Returnees angeht, gehe ich meistens nach verschiedenen Strategien vor.
Habe ich einen frisch zurückgekehrten vor mir, dann ist ja klar dass ich ihn erzählen lasse und mich und meine Geschichten eher mal zurückstelle.
Ist er/sie in den USA gewesen, dann geb ich schon auch als mal meinen Senf dazu, weils ja interessant ist mal so regionale Unterschiede zu vergleichen :slight_smile:
Ist er/sie in nem anderen Land gewesen, dann erwähne ich zwar, dass ich in den USA war, aber halte mich sonst eher zurück und stelle vielleicht mal Fragen oder so - schließlich ist hier das Zuhören ja ne viel größerre Chance, was über das andere Land zu erfahren.
So richtig interessant wird es bei so AFS-Großveranstaltungen, die dan schon eher “Generationsübergreifend” sind.
Besonders genial war letztes Jahr der “Botschaftsempfang USA” in Berlin. Da hab ich mich ewig mit ner Frau unterhalten, die Mitte der 50er Jahre aus (West-)Berlin nach Minnesota (glaub ich) gegangen ist. Hier war es richtig interessant mal so die Erfahrungen zu vergleichen. Letztendlich hab ich so das Gefühl, dass wir - trotz des halben Jahrhunderts, das zwischen unsren Austauscherfahrungen liegt, relativ ähnliche erfahrungen gesammelt haben. Natürlich war - nach meinem Gefühl her - ihre Zeit um einiges intensiver als meine. Das ist schon alleine dadurch zu erklären, dass sie nur ab und an mal Briefe nach Hause schicken konnte, und nicht - so wie es heute möglich ist - per Echtzeit Kontakt in die Heimat aufnimmt, und so eignetlich halb noch in Deutschland ist mit den Gedanken. :slight_smile: