Journalist sucht

Hallo liebe Austauschinteressierte,

für eine TV-Reportage suche ich SchülerInnen, die eine gewisse Zeit im Ausland verbringen wollen und sich vorstellen können, daß wir sie bei diesem Abenteuer zeitweise mit der Kamera begleiten. Je exotischer das Land desdo besser, aber auch die Klassiker sind interessant. Mailt mich gerne an.
info@findertv.de

Viele Grüße
Euer

Thomas Finder

VOX oder ein weiterer Aufguss?

RREbi

nein für Pro7

Nein danke. Von denen erwarte ich keine seriöse Berichterstattung über alle Aspekte eines Auslandsjahres, sondern nur die den Privaten immanente oberflächliche Effekthascherei…

hey.
für wie lange würde die kamera mich denn begleiten? und vor allem, für welche art von berichterstattung ist der beitrag denn vorgesehen? für so eine sendung wie “Lebe deinen Traum” oder nur so kurz mal für SAM?
Oder sogar für eine berichterstattung, für die ein längerer zeitraum vorgesehen ist?

Hallo, wir würden Dich zumeinen bei den Vorbereitungen in Deutschland filmen und dann natürlich bei der Ankunft in den USA und dort ca. die erste Woche. Dann würden wir Dich mit einer Tagebuchkamera ausstatten, so daß Du Deine Gedanken und wichtige Ereignisse selbst dokumentieren kannst. ich denke nach 2 - 3 Monaten würden wir Dich dann erneut besuchen um nachzuschauen wie es Dir ergangen ist und Dich bei einem besonderen Ereignis ( z.B: Treff mit anderen Austauschschülern, Besuch von Freund oder Familie aus Deutschland, toller Ausflug mit der Gastgamilie, etc) zu begleiten. Grundsätzlich kann ich mir auch vorstellen, daß wir die Rückkehr nach Deutschland auch noch mitnehmen, aber das kommt auch drauf an was der Sender will. Ich bin freier Mitarbeier und arbeite sowohl für Lebe Deinen Traum als auch für Sam. Auch bei SAM gibt es inzwischen ein 45 Minutenformat. Schon allein des großen Aufwandes wegen plane ich daher eine 45 Minuten Reportage.

Besuch von Freund oder Familie aus Deutschland

Das können Sie nach 2 - 3 Monaten vergessen, da es von den Organisationen nicht erlaubt ist. Besuch ist, wenn überhaupt, nur zum Ende erlaubt. Und dann auch nur, wenn es die Gastfamilien wollen. Die Eltern, die das machen, verbinden das dann meistens mit der Graduation und einer Rundreise. Aber auch das muss man sich erstmal leisten können ;).
Ich denke, wichtig ist bei diesen Reportagen, dass es authentisch ist und nicht soviel gestellt wird.

Viele Grüsse

Kirsten

Hehe - ja - und das beinhaltet, dass mal zwei Gastschüler in Paraguay nicht drei mal hintereinander ne Straße runterlaufen lässt, bis man die Szene perfekt im Kasten hat (war bei „Auf und Davon“ - und ich nehms jetz mal als Beispiel für so Reportagen…)

Genau. Du hast allen Willen, eine tolle Reportage zu machen, aber der Sender hat es faktisch allein in der Hand, was er daraus macht; für den zählt Quote für den Verkauf von Werbeminuten, nicht Qualität. Nach meinen Erfahrungen mit Privatsendern kann ich nur abraten, ich gebe denen schon lange keine Interviews mehr.

RREbi

Hallo RRebi,

es tut mir leid, wenn Du negative Erfahrungen mit einem Fernsehsender gemacht hast und es würde mich durchaus interessieren, wie diese konkret aussahen. Ich finde Du solltest deshalb aber trotzdem nicht pauschal alle Privatsender und alle Menschen die dort arbeiten über einen Kamm scheren. Es ist auch nicht so, daß der Sender es "faktisch in der Hand "hat was er draus macht und ich dort keinen Einfluß drauf habe. Als Produzent liefere ich dem Sender eine fertige Reportage ab. Wenn diese so dem abnehmenden Redakteur nicht gefällt, ändere ich sie in eigener Verantwortung. Manchmal wünschen sich die Redakteure dort, daß etwas in einer gewissen Weise dargestellt wird. Wenn ich diesem Redakteur dann aber sage, so ist es aber nicht gewesen, dann habe ich es noch nicht erlebt, daß dieser dann sagt: Das ist mir egal, schreib das einfach so. Und wenn er das fordern würde, würde ich dadrauf auch nicht eingehen. Damit bin ich bis jetzt immer gut gefahren und die Leute mit denen ich gedreht habe auch.
Viele Grüße

Thomas

Tja, was soll ich dazu sagen? Wenn sich die Meinungen und Interessen von Produzent und Redaktion decken, schön für beide.
Ich habe in der Vergangenheit nicht nur mit einem Privatsender schlechte Erfahrungen gemacht, sondern mit allen, die sich am Markt tummeln. Wenn man in Pressekonferenzen, Hintergrundgesprächen, Einzelinterviews komplizierte wirtschaftliche und juristische Zusammenhänge sehr deutlich beschreibt und sowohl aufgrund der Nachfragen als auch dann in den Veröffentlichungen feststellen muss, dass diese Menschen rein gar nichts verstanden haben, jedoch die Kollegen aus den öffentlich-rechtlichen alles sehr genau, dann frage ich mich unwillkürlich nach mehreren solchen Erfahrungen, warum die Privaten so dermaßen unqualifizierte Journalisten losschicken - die können es einfach nicht besser, passen aber scheinbar insgesamt auf das dort übliche Niveau. Daher meine Entscheidung, mit denen nicht mehr zu sprechen - keine Nachrichten sind m.E. besser als verfälschte…
Wer also meint, aus einer Motivation „Toll, ich komme ins Fernsehen“ als Protagonist in einer Sendung über Auslandsaufenthalte teilzunehmen, der sollte mal sein Gehirn kurz einschalten, da er definitiv auf die später gesendeten Inhalte keinen Einfluss hat. Beispiele, wonach wohlmeinende Menschen hinterher als „Deppen der Nation“ über den Bildschirm flimmerten, gibt es insbesondere auf der RTL-Gruppe genug; auch das kann der Produzent nicht vermeiden, wenn er sein Material erst einmal abgeliefert hat.

RREbi

RRebi, ich glaube, da möchte ich dir - zumindest zum Teil - zustimmen. Ich möchte kurz ein Beispiel dafür einbringen:

Nehmen wir an, ich wäre ein MdB und würde dann eine Aussage treffen wie: “Ich bin der starken Ansicht, dass es Menschenrassen gibt: Schwarze, Weiße, Asiaten und Angehörige von Naturvölkern. Ich bevorzuge aber nicht eine einzelne dieser Rassen, ich finde z.B. die Haare der Schwarzen toll, weil die eine ganz andere ‘Beschaffenheit’ haben, ich hätte gern z.T. asiatische Gene, weil es ganz praktisch sein kann, klein zu sein, usw…” - ich wäre sicher, das würde eine öffentliche Diskussion auslösen, weil alle Privatsender spätestens nach dem Wort Menschenrassen laut buuuh rufen und dazwischen gehen würden, oder andernfalls nur den ersten Satz der Aussage - es gäbe m.E. Menschenrassen - völlig aus dem Kontext gerissen - senden würden.
Die öffentlich-rechtlichen würden vermutlich den Inhalt verstehen, nicht sofort buh rufen, sondern mich wenigstens ausreden lassen, auf Sendung ginge dann alles außer die Beispiele für die nicht-Bevorzugung (also noch gerade im Kontext drin).

Verstehst du was ich meine, und ist es auch das, was du meinst?

Liebe Grüße,
Wiebke

Nun mal nicht alle auf Herrn Finder! Wir hatten ja schon mit ihm Kontakt aufgenommen und er hat uns zugesagt, die (interessierten) Kids fair zu behandeln, nichts verfälscht und wenig gestellt darzustellen.
Gebt ihm doch eine Chance, wenn es einer der Kids machen möchte.

Viele Grüsse

Kirsten

Ja.

Nein.
RREbi

Los kids, ewiglicher Fernsehruhm wartet auf euch…in nomine patria :wink:
Spaß beiseite! Was und wie später in der Sendung gezeigt wird, liegt schlicht ausserhalb seiner Einflußsphäre. Ausserdem bleibt nach wie vor unklar, wo der Schwerpunkt des Berichtes liegen soll, schöne Landschaften mit ATS, Familie, Kirche und Schule oder tiefgehende Seelenbilder der ATS über die innere emotionale/intellektuelle Zerrissenheit zwischen den Kulturen oder gar ein bunter Mix: von Allem ein bisschen, umrühren, fertig?
Seriös wäre es, erst das Sendungskonzept vorzustellen und dann zu fragen, ob und wer teilnehmen möchte.
Ferner kann ich nicht erkennen, dass meine Anmerkungen ihn seiner Chancen berauben, jemanden für seine Produktion zu finden. Ich möchte nur Waffengleichheit herstellen, indem ich potentielle Kandidaten vor einer Entscheidung zur Teilnahme zum Nachdenken anrege, nicht mehr, aber auch nicht weniger. This is a free country, isn’t it?

RREbi

Was das angeht, nähme mich eigentlich mal generell etwas wunder:

Sollte es nicht zumindest theoretisch möglich sein, vertraglich zu regeln, das die Sendungen (so wie sie gesendet werden), von den porträtierten Personen so genehmigt werden müssen?
Immerhin ist es ja nicht eine Newsreportage oder Widergabe einer Pressekonferenz, sondern eine Doku, welche sich ja viel mehr mit den porträtierten Personen auseinandersetzen sollte…?

Grüsse
Michael

PS: Ob irgendein Sender so einen Vertrag abschliessen würde, ist natürlich nicht zwingend diesselbe Frage :slight_smile:

Versuchen kann man das sicher.

RREbi

Die öffentlich-rechtlichen würden vermutlich den Inhalt verstehen, nicht sofort buh rufen, sondern mich wenigstens ausreden lassen, auf Sendung ginge dann alles außer die Beispiele für die nicht-Bevorzugung (also noch gerade im Kontext drin).

Hallo Wiebke,
beim besten Willen. Das sind doch Pauschalverurteilungen. Wie Du schon sagst: die ö-r würden vermutlich den Inhalt verstehen. Sicher ist das aber nicht und warum soll der Redakteur eines Privatsenders dümmer sein, als einer der bei den Öffentlich-Rechtlichen arbeitet? Es gibt etliche Beispiele von Prominenten und Politikern die gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen Äußerungen von sich gegeben haben und sich hinterher mißverstanden oder nicht richtig zitiert gefühlt haben, (z.B. Eva Herrmann mit ihren unglücklichen Nazivergleichen). Auch aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich viele Offizielle die von Sendungen wie Report oder Monitor, etc. interviewt wurden mit der anschließenden Darstellung alles andere als zufrieden waren und sich falsch interpretiert fühlten. Es ist wirklich etwas einfach zu sagen da sind die Privaten und da sind die Öffentlich-Rechtlichen und die einen sind die Guten und die anderen sind die Bösen.
Viele Grüße

Thomas

Sollte es nicht zumindest theoretisch möglich sein, vertraglich zu regeln, das die Sendungen (so wie sie gesendet werden), von den porträtierten Personen so genehmigt werden müssen?

Hallo Michael,

die Idee ist gut und der Vorschlag kommt öfter, nur er hat leider einen Haken. Als Journalist oder TV-Sender kann ich mich doch nicht von den Menschen über die ich Berichte in der Form abhängig machen, daß ich ihnen ein weitgehendes Zensurrecht einräume. Denn nichts anderes wäre eine solche Vereinbarung. Denn wo fängt das dann an und wo hört das auf? Der eine sagt vielleicht; auf diesem Bild sieht man einen Pickel von mir, schneidet das bitte raus, oder ich habe zwar vor der Kamera gesagt, daß ich gern mit 100 KmH durch die Ortschaft rase, aber wenn das im Fernsehen kommt könnten ja andere denken, ich bin ein Raser - schneidet das bitte raus. Oder es ist auch schon vorgekommen, daß Leute mit denen wir gedreht hatten uns angelogen haben. Das haben wir dann später auch so gesendet. Wenn die jetzt die Möglichkeit gehabt hätten, den Bericht vorher abzunehmen wäre es nur noch ein Werbebericht für ihr Unternehmen geworden aber keine unabhängige Berichterstattung.

Also so schon es sich anhört, aber solche Verträge wären das Ende der Pressefreiheit und bei aller Kritik hier an den Medien hoffe ich doch das sich alle dadrüber einig sind, daß die Pressefreiheit ein wichtiger Grundpfeiler unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaftsordnung ist.

Viele Grüße

Thomas

Zitat.
Seriös wäre es, erst das Sendungskonzept vorzustellen und dann zu fragen, ob und wer teilnehmen möchte.

Hallo RRebbi,

Ich habe doch geschrieben für welche Sendungen ich arbeite. Was möchtest Du mehr? Die kann sich jeder ansehen und selbst entscheiden ob er dieses Format gut findet und ob er dort auftauchen möchte oder nicht.

Zitat

Ferner kann ich nicht erkennen, dass meine Anmerkungen ihn seiner Chancen berauben, jemanden für seine Produktion zu finden. Ich möchte nur Waffengleichheit herstellen, indem ich potentielle Kandidaten vor einer Entscheidung zur Teilnahme zum Nachdenken anrege, nicht mehr, aber auch nicht weniger. This is a free country, isn’t it?

Du beraubst mich wirklich keiner Chancen und wir können die Diskussion auch gern offen und sachlich führen. Schließlich leben wir in einem freien Land und das Liebe ich. Aber ein bißchen Sachlichkeit fehlt mir da doch von Deiner Seite, wenn Du von „Waffengleichheit“ redest. Sind wir denn jetzt im Krieg? Also ich will nur eine Reportage drehen und niemanden umbringen.