Hilfe! Ich brauche dringend rat! Wir werden eine Gastfamilie, jedoch ist alles Privat organisiert


#1

Liebe Gasteltern,
Ich brauche dringend rat von euch! Zu meiner aktuellen Situation: ich bin Mutter zweier Töchter (zum Zeitpunkt wenn die ATS hier ist: 1.5 Jahre alt und 3.5 Jahre alt).

Mein Mann arbeitet sehr viel und wird nicht viel Zeit haben um sich zu kümmern. Meine große geht halbtags in den Kindergarten und meine kleine wird zu dem Zeitpunkt auch noch 24/7 von mir betreut werden, da ich sie noch nocht so früh in die Kita geben möchte. Zudem bin ich noch im Studium was ich aber für die ATS komplett auf eis legen würde für das halbe Jahr.

Zu der ATS: der Vater meines Mannes ist nach Brasilien ausgewandert und hat noch mal eine Tochter bekommen. Mein Mann kennt sie eigentlich nur von Fotos.

Nun ist es so, dass der Vater die Tochter (ATS) nach Berlin persönlich bringen möchte. Etwas zweit verbringen und dann abreisen möchte.
( Gehört es nicht zum selbstständig werden dazu? Und ist es für einen ATS wichtig diese Erfahrung des alleinigen reisens wichtig? Und ich habe mir Sorgen gemacht ob sie selbstständig genug für so einen Austausch ist? Berechtigte Gedanken? Was sagt ihr?)

Dann ist es so, dass ich Schulen angerufen habe und viele ATS gar nicht aufnehmen wollen, da sie sagen dass sie nur schlechte Erfahrung gemacht haben :confused: eine gute Schule hat gesagt sie nehmen sie auf wenn sie jemanden in der Klasse findet der die Patenschaft übernehmen würde. (Also sie an die Hand nimmt).

  • Was für Erfahrungen habt ihr da gemacht? Wie kann man den Schuleinstieg erleichtern?

Ich weiß jetzt schon, dass ich keine Zeit haben werde mich für ihre Hausaufgaben zu kümmern und kein Deutsch Nachhilfe geben kann. ( Die ATS kann kein Deutsch).
Deswegen ist mit ihrem Vater ausgemacht, dass wir für sie eine Nachhilfe organisieren die er bezahlen wird. Meine Frage an euch:

Wie viele Stunden in der Woche sollte man dafür einplanen? Würdet ihr nach einer andren Schülerin gucken? Oder lieber eine Pensionierte Lehrerin?

Habt ihr sonst noch Tipps die wir unbedingt bedenken sollten?

Ich habe sie gebeten ein zwei seitiges motivationsschreiben mir zu schicken warum sie einen Austausch machen möchte und ich habe ihr einen Brief auf Englisch geschrieben wie genau unser Alltag aussieht damit sie hoffentlich noch enttäuscht wird…

Vielen vielen Lieben Dank im voraus!!!

Liebe Grüße Paula :slight_smile:


#2

Oje, sieht aus, als hättet ihr wirklich eine große Aufgabe übernommen…Wie alt ist das Mädchen denn? Die Erwartungen seitens der brasilianischen Familie wird jedenfalls hoch sein, ihr seid schließlich “Familie”.Ständige Einmischung nicht ausgeschlossen…
Kann natürlich trotzdem alles gut laufen;)
Zu deinen Fragen:Selbständigkeit ist hier natürlich anders als in Brasilien, leider wird das hier auch schnell erkannt und ausgenutzt. Aber in der ersten Zeit solltest Du dir in der Tat etwas Zeit einplanen, um ihr die Wege zu zeigen und sie ein bisschen an die Hand zu nehmen.
Eine Patin in der Schule ist eine sehr gute Idee. Ohne Deutschkenntnisse eine deutsche Schule zu besuchen ist keine gute Idee.Erfahrungsgemäss lernen heute die Austauschschüler die Sprache nicht mehr schnell genug um überhaupt irgendwann in dem Jahr mitreden zu können.Hausaufgaben sind gar kein Thema.Nachhilfe auch nicht.
Wenn möglich, würde ich sie erst ein paar Wochen in eine Sprachschule stecken. Da ist die Frustation viel geringer… Wenn das nicht möglich ist, würde ich erst mal privat Deutschunterricht suchen, möglichst mehrmals die Woche 2Stunden.Hausaufgaben, Nachhilfe etc. würde ich frühestens ab Ende sprachlevel B1 erwarten.
Unbedingt bedenken solltet ihr den Kontakt nach Hause, die brasilianische Community in Berlin und Eure Familienregeln.Was ist Euch wichtig, womit könnt ihr gar nicht leben, was passiert bei Konflikten?.. Kleine Kinder sind meist sehr gute Deutschlehrer, Gastgeschwister, Spielgefährten… wenn euer Gastkind da offen ist, wird das sicher gut laufen. Viel Spass