Hilfe beim Austauschschüler

#1

Hallo,
ich bin neue hier. Wir haben zurzeit einen Austauschschüler aus Südamerika, er ist nett und höflich aber total desinteressiert an unsere Familie, Kultur sowie andere Städte zu sehen (er sagt: „alle Städte in Deutschland, sehen gleich aus“)
Sein einziger Kontakt ist mit anderen Austauschschülern. Er Verbringt viel Zeit in seinem Zimmer und chatten, telefoniert oder sendet WhatsApp mit seiner Freundin in seinem Heimatland, den ganzen Tag, jeden Tag.
Ich erwarte, dass er sich mehr in unsere Familie integriert und teilnimmt. Bin ich falsch?
Soll ich ihn gewehren lassen und wie ein Gast behandeln?
Bitte Hilfe! Wir hätten gerne, dass er die Familie wechselt. Er ist seit knapp vier Wochen hier. Zu schnell? Es macht keinen Spaß mehr.
Grüße
Marie

#2

Hallo Marie,

ich habe jetzt natürlich kein universal Rezept dafür, aber ich kann ja mal berichten was ich erlebt habe. Es ist häufig so, dass wir Internationals im ersten Monat etwas Zeit brauchen um uns ein bisschen an alles zu gewöhnen. Natürlich braucht es auch einiges an gemeinsamen Erfahrungen um als Gastfamilie mit den Internationals zusammen zu wachsen. Auch kann ich mir vorstellen, dass die Sprachbarriere ein Problem sein könnte. Schüchterne Menschen haben dazu noch einen Nachteil.

Den Schüler, den du beschreiben hast, erinnert mich sehr an einen, den wir für ungefähr einen Term an der Schule hatten. Er hatte weder mit uns Internationals noch mit der Gastfamilie interagiert.

Generell stimmt es schon, dass er sich mehr in die Familie einbringen muss. Es ist ganz wichtig, dass es während ein Schüler bei einer Gastfamilie ist sich beide Seiten wohl fühlen. Was ich vorschlagen würde ist, dass ihr ihm trotzdem versucht ein bisschen Kultur bei zu bringen. Bringt beispielsweise (wenn ihr aus Berlin seid) eine Currywurst mit und fragt ihn über seine Kultur. Macht scherze und versucht die Stimmung ein wenig auf zu lockern.

Ich kann verstehen, dass ihr gerne möchtet das er die Gastfamilie wechselt, aber überlegt ihm vielleicht noch einen Moment Zeit zu geben. Es ist relativ wahrscheinlich, dass er sich durch sowas ein bisschen Öffnet. Eventuell ist es auch gut zu dem Veranstalter (in Australien würde man die Ansprechperson Homestay Coordinator nennen) reden, was man am besten in solch einer Situation tuen sollte.

Ich hoffe ich konnte in irgendeiner Weise weiterhelfen oder habe einige mit meinen Erfahrungen ein bisschen die Angst genommen.

Liebe Grüße,
Leon

#3

Hallo Marie,
Du bist nicht falsch, dein Austauschschüler benimmt sich falsch. Warte nicht ab, sondern handle. Informiere die Organisation, in den meisten Fällen sollte ein gemeinsames Gespräch stattfinden, bei dem ihr eure erwartungen darstellt und auch der Junge…Sollte es nicht passen(davon gehe ich bei deiner Schilderung aus, bestehe auf einem Wechsel! Der Junge hat die Chance seine Vorstellung vom Austauschjahr zu überdenken und noch mal neu anzufangen. Erfahrungsgemäss ist das schwer, wenn eine Seite(ihr)bereits die Lust verloren hat und die andere Seite (er)nicht einen Warnschuss bekommt!

#4

Hallo,

unsere Erfahrung mit unserem zweiten südamerikanischen Austauschschüler liest sich wie deine Beschreibung… Wir haben leider erst zu spät gehandelt, auch weil es sich um einen Austausch mit einer deutschen Auslandsschule handelte. Klare Ansage: entweder, er nimmt am Familienleben teil und benimmt sich entsprechend oder er muss sich eine andere Gastfamilie suchen. Und zwingend: die Betreuer einschalten, denn das wirkt sich u. U. dann auch auf die Noten aus (zumindest ist dies bei den dtsch. Auslandsschulen so). Nach unseren Erfahrungen: es gibt immer noch zu viele ungeeignete Gastschüler gerade aus Südamerika, die aufgrund der Wünsche ihrer Eltern zwar ein Austauschjahr machen sollen, allerdings dafür nicht reif genug sind.

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#5

Hallo,
vielen Dank für eure Hilfe und Kommentare. Ja genauso wie canada-mum sagt, es ist wirklich so, dass meistens nur den Wunsch der Eltern ist, dass ihre Kinder einen Austauschjahr machen für ihren zukünftigen Lebenslauf. In unserem Fall, haben wir beide verschiedene Vorstellungen, der Junge will ständig Party machen mit anderen Austauschschüler aus Lateinamerika und ein lustiges Jahr erleben mit viele Europa Reisen, die wir natürlich bezahlen sollen.
Wir wollen Familienleben sowie Deutschland ihre Kultur und Gepflogenheiten zeigen worauf er nicht interessiert ist.
Wir haben die Organisation schon gebeten für ihm eine neue Gastfamilie zu suchen. Die Stimmung hier bei uns ist sehr schlecht und wir hoffen, dass er bald weg ist und bei den nächsten Gasteltern findet was er sucht.
Grüße
Marie