Angst vor dem Schüleraustausch

Hey.
Ich würde gerne ein Austauschjahr machen, habe sogar schon eine Zusage für einen Platz bekommen.
Aber auch wenn damit ein riesen Wunsch von mir erfüllt wurde, habe ich irgendwie Angst vor dem ATJ, so sehr, dass ich sogar überlege, die Zusage zu ignorieren und den Platz nicht anzunehmen.
Ich glaube, mein größtes Problem wäre Heimweh und das Gefühl, etwas zu versäumen.
Als ich meine Eltern in der achten Klasse fragte, verboten sie es mir, teils wegen des Kostenpunktes. Erst durch eine Informationsveranstaltung in der neunten bekam ich wieder Hoffnung. Denn anders als die Prospekte und Magazine, die wir in der Achten bekommen haben, war dies vergleichsweise billig und mit guten Möglichkeit bezüglich eines Stipendiums. Und nachdem ich meine Eltern weichgeklopft hatte, erlaubten sie es mir auch. Nun bin ich aber im G8 in der zehnten Klasse, was bedeutet, ich würde einfach ein Jahr zwischen die zehnte und die elfte schieben.
Aber das ist das Problem. Auch wenn ich weiß, dass es mir eigentlich egal sein müsste, will ich das Abitur gerne mit Jahrgangsstufe machen, und nicht mit der unter mir. Auch wenn andere mir sagen, dass das keinen Unterschied macht, so fühle ich mich doch so, als hätte ich etwas versäumt. Außerdem macht meine Zwillingsschwester kein Austauschjahr (weil sie denkt, sie hätte sowieso keine Chancen), weswegen sie ihr Abitur voraussichtlich im Jahr 2014 macht. Schon immer habe ich ihr in der Schule geholfen, aber ich habe Angst, dass meine Schwester ihre Ausbildung schleifen lassen könnte, wenn ich nicht da bin, und dann das Abitur nicht schafft, was ich mir nicht für sie wünsche.
Egal, was für Argumente ich mir selbst gegenüber anbringe, ich finde immer wieder Gegenargumente.
Mit dem G8 wurde dir ein Jahr geschenkt? - Schön, aber ich war nie im G9, also kann diesbezüglich auch keiner Vergleiche für mich anstellen.
Das Jahr macht sich gut auf einer Bewerbung? - Alles klar, aber das tut sich ein Auslandssemester während des Studiums auch.
So ein Austauschjahr ist sehr lehrreich und interessant. - Fragt sich nur, ob im guten oder im schlechten Sinne.
Und so weiter.
Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das jetzt will oder nicht. Mein Kopf sagt ja, aber mein Bauch sagt nein.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mir antworten würdet. Ich brauche dringend jemanden, der vllt selbst schon Erfahrungen diesbezüglich hat, oder auch einfach jemanden, der denkt, dass er mir helfen kann.

Das was ich hier von dir lese, scheint davon zu sprechen, dass du eigentlich gar kein Austauschjahr machen willst. Kann es sein, dass du es dir mit der Zeit anders überlegt hast, aber deine Eltern überzeugen konntest und deshalb nicht absagen willst? In so einem Fall würde ich auf meinen Bauch hören. Denn wenn dich hier jetzt Leute überzeugen, ins Ausland zu gehen und es nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast, dann wirst du garantiert abbrechen, denn du sagst dir, dass du es ja eigentlich gar nicht wolltest. Und dann war es zum Fenster rausgeschmissenes Geld.
Aber um den Punkt mit deiner Zwillingsschwester anzubringen… Du kümmerst dich darum, dass sie ihr Abi schafft?! Ganz ehrlich, wenn sie sich sonst hängen lassen würde, lass sie einfach mal auf die Schnauze fallen! Sie wird es doch sonst nie lernen, und wenn du dann ein Auslandssemester machen willst, dann kannst du dir genauso sagen: Wenn ich jetzt weggehe, dann lässt meine Schwester sich hängen… Soll heißen, wenn du ins Ausland gehst lernt deine Schwester mal, dass sie selber was tun muss. Und wenn sie das Abi nicht schafft, dann wiederholt sie halt. Denn das geht ja, einmal darfst du wiederholen. UND du könntest dann mit ihr zusammen dein Abi machen. :wink:
Ich glaube, dass jeder mit seiner Jahrgangsstufe zusammen Abi machen will, allein deshalb, weil da die ganzen Freunde sind. Aber wenn man die Chance hat, neue Leute kennen zu lernen, wieso diese nicht ergreifen? Außerdem hast du deine Klasse dann noch ein ganzes Jahr und du kannst zu zwei Abibällen gehen. :smiley:
Ich finde, dass ein Auslandsjahr mehr Vorzüge hat als ein Auslandssemester. Denn während deines Auslandsjahres wohnst du in einer Gastfamilie, während des Auslandssemesters im Studentenwohnheim, wahrscheinlich noch mit 10 anderen Studenten die das gleiche machen wie du, und davon sind noch 3 andere Deutsch. Da wirst du nicht nur die Sprache viel schwerer lernen, sondern auch eher wenig Freunde finden.
Und ein Auslandssemester ist auch lehrreich und interessant. -Fragt sich nur, ob im guten oder schlechten Sinn.
Du musst dich selber entscheiden, was du machen willst. Nur: so eine Chance bietet sich dir nie wieder!

Hallo !

„Auch wenn ich weiß, dass es mir eigentlich egal sein müsste, will ich das Abitur gerne mit Jahrgangsstufe machen, und nicht mit der unter mir.“

Ich wollte auch unbedingt mit meiner Stufe Abi machen, daher verstehe ich dich sehr gut. Soweit ich weiß, geht man bei G8 eigentlich in der zehnten Klasse ins Ausland, sodass man auch wenn man G8 hat, nicht zwangsläufig wiederholen muss. Aber irgendwie wolltest du dieses Jahr noch nicht gehen oder konntest deine Eltern nicht rechtzeitig überzeugen ?
So, wie es jetzt ist, würdest du natürlich nicht drum herumkommen, die Klasse zu wiederholen. Das musst du dir eben überlegen, ob es dir das wert ist oder nicht.

„(…) das Gefühl, etwas zu versäumen.“

Hast du dir schon mal überlegt, was du in jeder Sekunde, die du in Deutschland bist, überall auf der Welt versäumst ? :wink: Man kann nunmal nur an einem Ort gleichzeitig sein, und natürlich verpasst du Dinge in Deutschland, während du im Ausland bist. Aber gleichzeitig erlebst du dort eine völlig neue Kultur, machst völlig neue Erfahrungen, die du zu Hause nie erlebt hättest und erlebst Dinge, die du zu Hause nie erlebt hättest.
In Deutschland hast du schon die ersten sechzehn Jahre deines Lebens verbracht und wirst vermutlich noch viele weitere Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte verbringen. Da würde es sich doch wirklich lohnen, mal ein Jahr in einer anderen Kultur zu verbringen ?

„Schon immer habe ich ihr in der Schule geholfen, aber ich habe Angst, dass meine Schwester ihre Ausbildung schleifen lassen könnte, wenn ich nicht da bin, und dann das Abitur nicht schafft, was ich mir nicht für sie wünsche.“

Es ist sehr verständlich, dass du deine Schwester nicht allein lassen willst, aber sie ist wohl alt genug, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, und wenn nicht, ist nun Zeit für sie, es zu lernen. Dafür wäre das Jahr, in dem du im Ausland wärst, eine perfekte Gelegenheit.
Es ist DEIN Leben, und wenn du ein Austauschjahr machen willst, dann solltest du es nicht wegen deiner Schwester bleiben lassen. So hart es klingen mag - sie ist für sich selbst verantwortlich.

„Das Jahr macht sich gut auf einer Bewerbung? - Alles klar, aber das tut sich ein Auslandssemester während des Studiums auch.“

Klar, ein Auslandssemester ist auch nicht falsch, aber es ist vollkommen anders als ein Austauschjahr und kaum damit zu vergleichen.

„So ein Austauschjahr ist sehr lehrreich und interessant. - Fragt sich nur, ob im guten oder im schlechten Sinne.“

Wie meinst du das denn jetzt ? :grimacing:

Also letztlich musst du selbst wissen, was du willst, wir können dir da nur einige Anregungen geben.

Cheers
Marie-Claire

Hey,
ich bin gerade sechs Wochen im Ausland und bin noch in der Hoch & Tief-Phase. Ich war am Anfang auch total skeptisch und schließlich, als dann zwei Freundinnen ins Ausland sind, war ich mir sicher, dass ich es auch machen möchte.

Klar, bei mir ist es noch nicht so wie ich es mir wünsche, aber ich merke schon, dass mir das ATJ gut tut. Schon bevor ich geflogen bin, hat es mir schon so viel gebracht: ich habe viele tolle neue Menschen in ganz Deutschland kennengelernt, gemerkt wie viel mir meine Freunde und Familie bedeuten und ich bin auch schon selbstständiger geworden - dadurch dass ich mich um vieles in der Schule und bei der Orga kümmern musste.

Auch hier merke ich, dass es mir viel bringt: ich schraube meine „Zufriedenheitshaltung“ (heißt das so?!) zurück, d.h. ich freue mich an ganz vielen kleinen Schritten und nur ein gutes Gespräch mit jemanden in der Schule macht mich glücklich. Außerdem lerne ich Deutschland mehr zu schätzen - und auch in Irland habe ich mich verliebt! :slight_smile:
Außerdem habe ich ganz viele tolle neue Leute kennengelernt.

Klar, ich habe noch viel Heimweh und wünsche mich manchmal zurück nach Hause und in mein Leben in Deutschland zurück, aber ich bereue es auf keinen Fall und ich freue mich auf die nächste Zeit! :smiley:

Wenn du es willst, dann mach es - aber dann musst du auch 100% hinter deiner Entscheidung stehen (allerdings sind kleine Zweifel normal).
Und auf deine Zwillingsschwester solltest du in dieser Entscheidung keine Rücksicht nehmen. Auch meine jüngere Schwester (13) und ich haben ein sehr enges Verhältnis und sie hat, als ich noch in Deutschland war, in ihrer Freizeit nicht viel mit ihren Freunden gemacht. Jetzt wo ich weg bin, öffnet sie sich mehr nach außen und wird selbstständiger. Vielleicht hilft das ATJ auch deiner Schwester?!

Viel Glück bei der Entscheidung!

Ich will es schon machen, aber dann auch wieder nicht. Das, was überwiegt, ist nicht immer gleich. Mal überwiegt das Eine, mal das Andere.
Und es liegt nicht an meinen Eltern. Sie wissen, dass ich Zweifel habe. Aber sie sind jetzt auch komplett anderer Meinung. Während meine Mutter sich wünscht, dass ich bleibe, meint mein Vater, ich solle gehen, wenn ich jetzt schon so weit gekommen bin und eigentlich nur noch „Ja“ sagen muss.
Und wirklich rausgeschmissen ist das Geld auch nicht, da ich ein (Teil-)Stipendium hätte, bei dem meine Eltern wirklich nur einen Bruchteil des Gesamtpreises zahlen würden.
Ich will nicht, dass meine Schwester nicht genug lernt und deshalb ihr Abi gar nicht schafft oder nur mit einem mittelmäßigen Schnitt. Ich habe ihr gegenüber nämlich ein riesiges Schuldgefühl, weil es mir so leicht fällt in der Schule. Und ich habe Angst davor, sie auf die Schnauze fallen zu lassen.
Dass wir zusammen Abi machen würden, wenn sie es nicht schafft, ist natürlich nicht schlecht, aber es wiederholen zu müssen hört sich so negativ an…
Ja, diese Vorzüge beziehe ich auch ständig in meine Argumentationen mit ein, und auch, dass sich so eine Chance nie wieder bietet weiß ich.
Ich muss einfach noch darüber nachdenken.
Danke für deine Antwort, wirklich.

Hi.
Ich hatte bereits in der achten Klasse versucht, meine Eltern zu überzeugen, mich in der zehnten (dieses Jahr also) gehen zu lassen, aber sie fanden mich mit 15/16 Jahren einfach zu jung dafür. Letztes Schuljahr konnte ich sie überzeugen und bis jetzt hat sich zumindest mein Vater mit diesem Gedanken angefreundet. Aber es wäre schon etwas spät, sich für ein ATJ anzumelden, dass bereits angefangen hat. Also bleibt für mich nur die Möglichkeit, es zwischen die Zehnte und die Elfte zu schieben.

Ja, natürlich hast du diesbezüglich Recht. :grin:
Mit jeder Sekunde, die ich in Deutschland bin, versäume ich irgendwo irgendetwas. Aber es ist ja so, dass ich erfahren würde, was ich hier versäume. Sei es die Klassenfahrt jeder elften Jahrgangsstufe oder wichtige persönliche Veränderungen in den Leben meiner Freunde. Das alles würde ich im besten Fall übers Internet mitbekommen. Und umgekehrt wäre es auch so: alles, was ich im Ausland erleben würde, könnte ich nicht wirklich mit meinen Freunden teilen.
Aber du hast natürlich Recht. Ich würde dort so viel erleben und erfahren, das es zu erleben lohnt…

Vielleicht höre ich mich an wie ihre Mutter, aber ich glaube nicht, dass sie weiß, was das Beste für sie ist. Sie gibt viel zu schnell auf bezüglich des Lernens und hat zu niedrige Ansprüche und daher ich weiß ehrlich nicht, ob es etwas bringen würde, wenn ich nicht da wäre. Und da sie zu dem Zeitpunkt in der Elften sein wird, kann sie nicht einfach aufgeben…ich sorge mich halt um sie und ihre Zukunft.

„(…) ob im guten oder im schlechten Sinne.“
Damit meine ich, dass ich nicht unbedingt hauptsächlich gute Erfahrungen machen muss. Wer sagt, dass mein ATJ nich durch und durch grauenvoll wird?

Und auch hier hast du wieder Recht. Ich muss es selbst entscheiden. Nur ist es die erste richtig große Entscheidung in meinem Leben und ich habe ehrlich Angst, die falsche Entscheidung zu treffen…

Aber ich danke dir wirklich für deine Antwort. :grinning:

Hi.
Ich glaube, es wird selten so, wie man es sich wünscht.

Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass ich 100%ig hinter meiner Entscheidung stehen werde. Ich werde, egal wie ich mich entscheide, irgendwelche Zweifel haben. Aber es würde mir auch schon genügen, wenn ich 70%ig oder 80%ig hinter meiner Entscheidung stehen würde…aber bis es soweit ist, werde ich noch meine Pro-Contra-Liste etwas erweitern und wirklich in mich hineinhorchen müssen.

Meine Schwester und ich haben nicht unbedingt ein enges Verhältnis, zumindest nicht ihrerseits, aber da wir Zwillinge sind, fühle ich mich schuldig, weil ich schlauer bin (ist halt so). Das ist idiotisch, aber ich habe das Gefühl, dass ich ihr etwas weggenommen hätte, und das versuche ich auszugleichen, indem ich ihr helfe und sie vorantreibe…

Danke und Danke.
Für das „Viel Glück“ und für deine Antwort. :grinning:

Ich weiß wie es dir geht. Ich war in der selben Situation, sprich ich hatte/ habe auch G8 und Angst, etwas zu versäumen und dass es nicht so wird, wie ich es mir wünschte.
Ich habe mich schließlich FÜR das Auslandsjahr entschieden. Ich kann dir gleich sagen, es war NICHT so, wie ich es mir gewünscht habe. Es war total anders. Manchmal dachte ich schon so was wie „warum hast du damals nicht alles abgesagt, als du noch konntest???“ und ich hatte dort auch mal eine Zeit, die ich vielleicht sogar als die härteste meines Lebens beschreiben würde. Trotzdem kann ich jetzt, über ein Jahr nach meiner Abreise nach Canada, sagen, dass ich froh bin, diese Erfahrung gemacht zu haben, auch wenn es alles andere als einfach war. Ich persönlich hatte Schwierigkeiten, Freunde zu finden (was auch an meiner Schule lag), hatte eine Gastfamilie die so ganz anders war als meine richtige Familie (ich liebe sie und das war auch immer so, aber es war schwierig, sich so umzugewöhnen) und hatte Anfangs viel mit anderen Austauschschülern zu tun, weil es davon einfach viel zu viele gab in der Umgebung. Aber die Dinge, die ich durch das Jahr gewonnen habe, sind UNERSETZLICH: Eine zweite Familie, Freunde auf der anderen Seite der WElt, ich beherrsche Englisch nun so ziemlich perfekt und habe viel mehr von der Welt gesehen als andere. Du veränderst dich, wirst reifer und lernst, anders an Schwierigkeiten und Konflikte heran zu gehen. Du musst allerdings bereit sein, dich ein Stück weit anzupassen, zu kämpfen und nciht gleich aufzugeben und dir klar machen, dass ein Auslandsjahr ncihts ist, was man zum SPASS macht, sondern dass es eine Erfahrung ist, die dich im Leben weiterbringen wird, egal ob es nun ein schönes oder weniger schönes Jahr war.
Ich wiederhole im Moment eine Klasse und hatte davor immer große Angst, weil ich glaubte, dort keine Freunde finden zu können und ständig bereuen würde, das Jahr gemacht zu haben, wenn ich meine alten Freunde so oft sehen würde. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich habe mich in meiner neuen Klassenstufe SEHR GUT zurechtgefunden, viele nette Leute getroffen und ich denk jedes Mal, wenn ich mit meinen alten Freunden zusammen bin, dass mich das Jahr so viel größer und stärker gemacht hat. Und wie du dir wahrscheinlich vorstellen kannst, macht besonders der Englischunterricht nun unglaublich viel Spaß. Es waren übrigens noch ein paar andere aus meiner jetzigen Stufe im Ausland mti denen ich mich jetzt ganz super verstehe, weil wir so viel ähnliches erlebt haben. Ich bereue meine Entscheidung NICHT.
Ich will dir mit dem, was ich geschrieben habe, nicht sagen, dass du das Auslandsjahr machen sollst. Ich kann lediglich von mir sprechen. Ein Auslandsjahr ist nicht einfach, ich hatte auch Heimweh und saß manchmal heulend und hilflos in meinem Zimmer und habe mich nur nach Hause gewünscht. Man kann im Voraus einfach überhaupt nciht einschätzen, WIE hart das sein kann. Aber auf der anderen Seite macht es sehr viel Spaß und ist eine Erfahrung fürs Leben die dir niemand mehr nehmen kann. So viele liebe Menschen in einem anderen Land zu deiner Familie und deinen Freunden zählen zu können, ist ein unbeschreibliches Gefühl.
Nur noch kurz möchte ich was zu deinem Argument sagen, dass du Angst hast, deine Schwester könnte ohne dich das Abi nicht schaffen: Schlag dir das aus dem Kopf! Entweder deine Schwester schafft es oder nicht. Eure Wege werden sich sowieso früher oder später trennen und vielleicht ist so eine Trennung mal eine ganz gute Übung. Deine Schwester muss irgendwann ohnehin ohne dich durchschlagen und du bist auch NICHT für sie verantwortlich. Lass dir dadurch nicht so eine Chance entgehen (ein Auslandssemester im Studium ist nicht mehr das Gleiche!!!).
Ich hoffe, du kannst für dich die richtige Entscheidung treffen. Ganz viel Glück!! :slight_smile:

Hey.
Danke, dass du eine Antwort geschrieben hast. Da du ja augenscheinlich in der selben Lage warst, in der ich nun bin, kannst du wohl am besten nachvollziehen, wie es mir geht.
Und deine ausführliche Antwort hat mir noch einmal vor Augen geführt, was ich gewinnen kann, auch wenn es nicht leicht ist.
Was meine Schwester angeht: Ich weiß, dass sie eigentlich selbst für ihr Leben verantwortlich ist, aber ich möchte ihr so gut und so lange wie möglich noch helfen. Das ist einfach tief in mir verankert und das werde ich wohl auch nicht ändern können, auch wenn ich weiß, dass ihr das für ihr zukünftiges Leben wohl kaum helfen wird.

Also, noch einmal danke für deine Antwort. :grinning:

Ich würde an deiner Stelle kein Auslandsjahr machen, denn es ist mega schwer und du wirst so nur auf die Nase fallen, wenn du dir schon ohne alles sorgen um heimweh machst. Du wirst wahrscheinlich den Kontakt auf eine Std pro Woche reduzieren müssen, auch wenn du eine Zwillingsschwester hast, und du kannst ja auch als Aupair noch gehen.

UND.
Allgemeiner Hinweis - dieser Bereich ist für SCHWIERIGKEITEN IM AUSLANDSJAHR. IM. Nicht vor dem bevor überhaupt etwas klar ist. Dafür ist der erste Teil des Forums.

„denn es ist mega schwer und du wirst so nur auf die Nase fallen, wenn du dir schon ohne alles sorgen um heimweh machst“

Klar ist es schwer, aber ich kenne viele Leute, die sich vorher Sorgen um Heimweh gemacht haben. Ich selbst habe mir auch viele Sorgen um Heimweh gemacht.
Es ist völliger Blödsinn, deswegen kein Auslandsjahr zu machen ! Wenn man es wirklich machen will !

„Du wirst wahrscheinlich den Kontakt auf eine Std pro Woche reduzieren müssen“

Häh ? Wie kommst du denn darauf, dass man genau eine Stunde in der Woche Kontakt nach Hause haben darf ? :grimacing:
Im Gefängnis ist es so, dass man nur eine bestimmte Zeit über Kontakt nach Hause haben darf … Aber ein Austauschjahr ist doch kein Gefängnis !!!

Es wird meist empfohlen, ein bis zweimal im Monat nach Hause zu telefonieren, aber selbstverständlich kann einem zu keiner Zeit irgendjemand verbieten, Kontakt nach Hause zu haben !!! Man entscheidet natürlich immer selbst, wie viel Kontakt man haben will ! Telefon, E-mail, Facebook, Twitter, Skype - selbstverständlich darf man zu jeder Zeit seine Familie und Freunde in Deutschland auf sämtlichen Kommunikationswegen kontaktieren !

„du kannst ja auch als Aupair noch gehen“

Erstens gibt es daneben noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, einen Auslandsaufenthalt zu machen, keinesfalls nur Aupair.
Zweitens ist Aupair etwas, zu dem man sich berufen fühlen sollte. Man muss sehr gut mit Kindern jeden Alters umgehen können, braucht sehr viel Erfahrung mit Kindern, einen Führerschein und viele andere Voraussetzungen.
Drittens ist das nicht mit dem Austauschjahr vergleichbar, sondern etwas vollkommen anderes.

Wenn du dich so unbedingt um deine Schwester kümmern willst, kann dich wohl niemand davon abbringen.
Es würde mich jedenfalls mal interessieren, ob du dich letztlich für ein Austauschjahr oder dagegen entschieden hast ?